Odyssee wegen einer Tetanusspritze
Nach einem Arztbesuch kam A am letzten Mittwoch völlig erschöpft nach Hause. Er ging in die Küche und landete mit verdrehtem linken Bein und rechten Fuß mit dem Kopf an der Heizung. Das Blut tropfte vom Kopf an der Heizung herab. Eine Heizungsrippe hatte von der Augenbraue an aufwärts für eine Platzwunde gesorgt. Der Kopf tat sehr weh. Das linke Bein schmerzte stark und das Knie schwoll an und Gehen ging nur unter großen Schmerzen. Der rechte Fuß schmerzte bis zur Mitte und die Zehen waren ebenso dick und schmerzten. A weiß nicht, wie das passiert ist, ob durch Ausrutschen oder Stolpern.
Nachdem der Blutfluss etwas gestoppt war und die Stirn mit Pflaster versehen, ging A ganz langsam zum Krankenhaus, das in der gleichen Straße liegt. In der Ambulanz sagte man dann, dass man nichts für A tun könne, nur die Wunde desinfizieren. Eine Tetanusspritze, die A wünschte, weil die letzte schon zu lange zurück lag, lehnte man ab mit den Worten, dass sie keinen Chirurgen hätten, der die Spritze geben müsste. A solle in ein Unfallkrankenhaus (am anderen Ende der Stadt) gehen. A konnte das mit den Schmerzen nicht und mit dem kaputten Knie. Dann nannte man einen in der Nähe ansässigen Chirurgen, zu dem sich A dann schleppte.
Hier wurde A sehr freundlich aufgenommen und versorgt. Die Wunde war so tief und groß, dass sie geklammert werden musste. Nicht der Arzt, sondern die Sprechstundenhilfe gab A nun auch zwei Tetanusspritzen. Das linke Bein wurde bandagiert. A war völlig benommen und ging nach Hause.
Am nächsten Tag konnte A mit dem rechten Fuß nur mit großen Schmerzen auftreten. Der Fuß war bis zur Mitte blau bis fast schwarz. Die Nase war von der Mitte an aufwärts blau-grün und die Augen blutunterlaufen. Am nächsten Tag musste A wieder zum Chirurgen, der sowohl das Knie und auch den Fuß röntgen musste. Gebrochen war nichts. Wenigstens ein Lichtblick. Die blutunterlaufenen Augen bezeichnete der Arzt als normal. A kann sich nun erst einmal nur mit großer Sonnenbrille sehen lassen.
Was unverständlich ist, dass im Krankenhaus gesagt wurde, dass nur ein Chirurg Tetanusspritzen geben darf. Beim Chirurgen aber wurden die Spritzen nicht von ihm selbst verabreicht. Könnt ihr das verstehen? Was ist denn nun richtig? Muss jemand, der einen Unfall hatte, erst eine Odyssee machen, um eine Spritze zu bekommen?
Da bin ich mehr als erstaunt. Ich habe meine Tetanusspritzen zwar immer von meinem Hausarzt bekommen, aber soweit ich weiß, dürfen auch Krankenschwestern eine solche Spritze geben, da diese in den Muskel gespritzt wird und jede Krankenschwester eine Ausbildung dafür hat. Zudem wird irgendwo in diesem Krankenhaus ja ein Arzt herumgelaufen sein, auch wenn er nicht Chirurg ist. Es wäre mir ganz neu, dass nur Chirurgen Tetanusspritzen verabreichen dürfen. Diese Ambulanz scheint eine sehr seltsame Einstellung zur Patientenversorgung zu haben.
Klar kann die Krankenschwester spritzen, aber sie darf die Impfung nicht anordnen, dazu braucht es dann den Arzt und der sollte am Ende auch dafür unterschreiben, dass die Impfung stattgefunden hat. So ist es dann ja sicher auch in der Praxis abgelaufen, die Krankenschwester wird ja nicht dafür unterschrieben haben, dass sie dich geimpft hat.
Ansonsten wäre ich nach so einem Stur eh gleich in eine richtige Notaufnahme gefahren und nicht in eine Praxis. Normalerweise hätte man da gleich röntgen sollen und ein fast schwarzer Fuß würde mir auch schon ganz schön sorgen machen, selbst wenn nichts gebrochen ist, sollte man das doch engmaschig im Auge behalten.
Richtig ist natürlich eine Notaufnahme in einem Unfallkrankenhaus aufzusuchen, aber wenn ein Krankenhaus nur ein paar Meter von der Wohnung entfernt liegt, wird es jeder erst einmal dort versuchen. Zumal man dort schneller hinkommt. Nur das Krankenhaus hat keine chirurgische Abteilung, obwohl es ein sehr großes ist. Aber das Krankenhaus hat genug Ärzte und ich denke, dass jeder andere Arzt auch die Anweisung hätte geben können, eine Tetanusspritze zu verabreichen. Kann es sein, dass ein Krankenhaus keine Tetanusspritze hat und deshalb mit dieser Ausrede ablehnt? Der Fuß wird alle drei Tage überwacht.
Das kann ich nun nicht so ganz nachvollziehen. Ich hatte kürzliche einen Unfall und mein Tetanusschutz war seit einem Jahr abgelaufen. Im Krankenhaus hat man mir sofort eine Tetanusspritze gegeben und fertig war es.
Wäre ich zu meiner Hausärztin gegangen dann hätte sie mir die Tetanusspritze gegeben. Selbst wenn die Tetanusspritze gerade in der Praxis nicht vorrätig gewesen wäre, die nächste Apotheke liegt um die Ecke und die haben fast immer Serum auf Vorrat.
Unser Krankenhaus hat übrigens eine eigenen Apotheke und ich denke das gerade Tetanusserum ständig vorhanden ist.
Cid hat geschrieben:Kann es sein, dass ein Krankenhaus keine Tetanusspritze hat und deshalb mit dieser Ausrede ablehnt?
Durchaus denkbar, zumal es ja nicht mal wirklich eine Ausrede wäre. Ohne chirugische Abteilung wird dieses Krankenhaus Unfälle ja im Regelfall gar nicht behandeln und somit dürfte es dort auch sogut wie nie vorkommen, dass es überhaupt notwendig wird, jemandem eine Tetanusspritze zu geben. Daher wäre es dann auch unsinnig, ein kleines Depot an Spritzen vorzuhalten, die man irgendwann, wenn sie ablaufen wieder wegschmeißt.
Auch wie hier angesprochen, die Spritze aus der Apotheke zu holen, ist in meinen Augen unsinnig. Hier geht es ja nicht darum, wie bei einer normalen Impfung planmäßig zu impfen, wo ich jemanden vorher zur Apotheke schicken kann. Hier hätte notfallmäßig gehandelt werden müssen inklusive Untersuchung der verletzten Körperteile. Das ist schlichtweg nicht die Aufgabe eines Krankenhauses ohne chirurgische Abteilung. Und auch hier muss ich wieder sagen, wäre es absolut unsinnig, selbst bei krankenhausinterner Apotheke, dort das Serum vorrätig zu haben. Auch Krankenhausapotheken haben nur das vorrätig, was dort täglich benutzt wird, alles andere wird bestellt.
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