Beim Hausarzt / Facharzt Nummern ziehen wegen Reihenfolge

vom 06.09.2013, 13:39 Uhr

Ganz früher brauchte man sich nicht mal anzumelden. Man setzte sich ins Wartezimmer und wenn "Der nächste bitte" erklang, wusste jeder wer dran war und es gab auch keinen Streit. Denn jeder wusste, wen er vor sich hat und wer nach ihm dran kommt.

Seit vielen Jahren aber muss man sich anmelden und wird dann per Name aufgerufen. Ich habe aber schon Hausärzte und auch Fachärzte erlebt, die wie beim Amt Nummern ziehen lassen. Dann werden nur noch Nummern aufgerufen und wenn man eine höhere Nummer zieht, kann man auch noch mal die Praxis verlassen, weil man voraussehen kann, dass eine Nummer die Zeitspanne von 5-10 Minuten hat.

Kennt ihr auch Ärzte, wo man wie bei den Ämtern Nummern zieht und wo man dann als Nummer aufgerufen wird? Wie findet ihr das Nummernsystem bei einem Arzt? Findet ihr das zu unpersönlich oder findet ihr das gut? Bei uns gibt es besonders bei den Hausärzten die freie Sprechstunde, wo man keinen Termin hat und auch ein Facharzt hat einen Tag hier eine freie Sprechstunde, wo er Nummern ziehen lässt.

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» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Bei meinem Hausarzt wird man immer mit seinem Namen aufgerufen und das finde ich auch okay, über dieses System mit den Nummern bin ich ein wenig verwundert und ich kenne es auch gar nicht von einer Arztpraxis, aber warum auch nicht? Es ist ja eigentlich egal, ob man mit seinem Namen oder mit einer Nummer aufgerufen wird und das Ziehen von Nummern ist eigentlich auch fair, denn so kann sich keiner vordrängeln. Ich habe dieses System noch nicht in einer Arztpraxis gesehen, aber ich habe nichts gegen dieses System. Wenn es funktioniert, dann gibt es ja auch keinen Grund, weshalb man sich beschweren könnte.

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» soulofsorrow » Beiträge: 9239 » Talkpoints: 26,10 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Vielleicht ist gerade das Unpersönliche der Clou an der Sache. Wenn man mit lauter Fremden in einem Raum sitzt und dann der Name aufgerufen wird, weiß plötzlich jeder deinen Namen. Das muss ja eigentlich auch nicht sein. Und auch die Tatsache, dass man eben etwas genauer weiß, wann man dran ist, finde ich gut. Gerade in Gemeinschaftspraxen kann man ja die Patienten gar nicht auseinanderhalten.

Andererseits bin ich z.b. jetzt immer zur Hyposensibilisierung in der Praxis einer Hautärztin. Ich bekomme alle 4 Wochen eine Spritze. Dafür brauche ich auch gar keinen Termin, weil das eben nur 2 Minuten dauert. Das bedeutet auch, dass ich schnell dazwischen geschoben werde und nicht warten muss, bis alle mit richtigen Terminen, die mindestens 10 Minuten bei der Ärztin sein werden, vor mir dran waren. Also würde ich - und viele andere, die aus dem selben Grund da sind - sowieso nicht in der Reihenfolge der Nummern aufgerufen werden.

Bei meinem Tierarzt würde es Sinn machen, weil man sich da auch keiner Sprechstundenhilfe vorstellt, sondern einfach ins Wartezimmer setzt und sich merken muss, wer schon vor einem da war. Andererseits gibt es da auch manchmal richtig dringende Fälle, was z.B. beim Hautarzt eher selten passiert. Also kommt man da auch nicht in der Reihenfolge seines Erscheinens dran.

Also bis auf das Unpersönliche, dass man nicht jedem im Wartezimmer die Namen der anderen Patienten verrät, fällt mir kein wirklicher Grund ein. Denn auch die Arbeit der Sprechstundenhilfe erleichtert es nicht wirklich. Ich kenne das System vor allem aus dem Rathaus, wo es Sinn macht, weil es mehrere Sachbearbeiter gibt und je nachdem, welcher frei wird, ruft die nächste Nummer auf, aber bei einem Arzt macht es wenig Sinn.

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» Bienenkönigin » Beiträge: 9448 » Talkpoints: 19,93 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



Bei unserem Hausarzt muss man eine Nummer ziehen, welche dann irgendwann aufgerufen wird. Ein Freund davon bin ich nicht, wenn vor allem Senioren haben ein Problem, das System zu verstehen und drängeln sich immer wieder unwissend vor. Früher war das auf jeden Fall besser, denn damals wurde auch einfach "der nächste bitte" in das Wartezimmer gerufen und man kam der Reihe nach dran.

Genau das machen viele Senioren, die das neue System nicht mehr verstehen können. Sie stellen sich an die Sprechzimmertür und sagen einfach ihr Anliegen, ohne eine Nummer zu ziehen. Ich kann es sogar verstehen, dass man mit 80 Jahren nicht mehr versteht, warum plötzlich alles anders ist. Trotzdem ist natürlich nicht schön, wenn man dadurch länger als nötig warten muss.

» Sternchen* » Beiträge: 2805 » Talkpoints: 2,97 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Von diesem System bei Ärzten habe ich noch nie gehört und kenne demzufolge auch keinen Arzt, der so seine Sprechstunden organisiert. Im Prinzip finde ich es einerseits aber eigentlich gar keine schlechte Idee, denn so geht es wirklich gerecht zu im Hinblick auf die Wartezeiten, denn manchmal sehe ich bei Ärzten doch, dass die Reihenfolge nicht immer eingehalten wird.

Andererseits finde ich eine solche Sprechstundenplanung aber auch ungeschickt, denn man hat nicht immer gleich viel Zeit. Wenn man einen Termin hat, dann kann man sich ungefähr auf die Wartezeit einstellen, denn man weiß ja ungefähr, wie jeder Arzt plant und wie lange man rechnen muss zu warten. So geht es mir zum Beispiel, wenn ich zu Ärzten gehe. Bei meinem Zahnarzt warte ich meistens zehn Minuten, beim Frauenarzt etwa eine halbe Stunde und bei meinem Hausarzt bin ich zum Termin pünktlich dran.

Zudem kann es an manchen Tagen sein, dass viele Leute auf die Idee kommen, zum Arzt zu gehen, so dass man lange warten müsste, wenn man nicht wieder gehen möchte, um ein andermal wieder zu kommen, wozu ich ehrlich gesagt keine Lust hätte, vor allem auch dann nicht, wenn ich ein akuteres Problem hätte.

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» Nettie » Beiträge: 7637 » Talkpoints: -2,59 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


Da ich es bei Ärzten auch schon öfter erlebt habe, dass die Reihenfolge nicht eingehalten wird und jemand vor mir dran war, der erst nach mir in der Praxis ankam, finde ich das System ziemlich gut, weil man bei den Nummern gut nach halten kann, dass die richtige Reihenfolge wirklich eingehalten wird. Allerdings ist das ja auch durch die Termine unterschiedlich geregelt und ist schwierig zu planen. Das Unpersönliche an diesem System würde mich gar nicht stören, es es würde mich dann eher freuen, dass mein Name nicht durch das Sprechzimmer gerufen wird und dann jeder weiß, wenn ich aufstehe, dass ich gemeint war.

Dieses System kann also meiner Meinung nach sowieso nur in der freien Sprechstunde funktionieren, wenn keine Patienten mit Terminen dazwischen sitzen, für die dann vielleicht andere Regeln gelten, als für Leute, die spontan in die Praxis gekommen sind. Bei dieser freien Sprechstunde, wo es ja rein nach der Reihenfolge gehen sollte, in der die Patienten die Praxis betreten haben, finde ich das System mit dem Ziehen der Nummern sehr gut.

» Barbara Ann » Beiträge: 28946 » Talkpoints: 58,66 » Auszeichnung für 28000 Beiträge


Dass man bei Ärzten nun auch Nummern zieht, ist mir neu, das hat keiner meiner Ärzte. Ich weiß nicht so ganz, was ich davon halten soll. Wenn es nur dazu dient, die Patienten ohne Termin zu organisieren, finde ich es gar nicht so schlecht.

Allerdings würde es mich sehr stören, wenn ich einen Termin hätte, pünktlich da wäre und mir die Sprechstundenhilfe dann mitteilen würde, dass ich jetzt noch eine Nummer ziehen müsste und noch 15 Leute ohne Termin vor mir dran wären, ich glaube dann würde ich den Termin absagen und gehen. Ich mache ja nicht umsonst Termine und ich war noch nie öfter als zweimal bei einem Arzt, bei dem ich trotz Termin länger als eine halbe Stunde warten musste.

Natürlich habe ich Verständnis, dass Notfälle und kleine erkrankte Kinder vor mir behandelt werden. Aber wenn ich schon einen Termin habe, möchte ich da nicht noch eine Nummer ziehen müssen. Wenn ich ohne Termin zum Arzt gehe, dann fände ich es okay, da bin ich mir ja sowieso bewusst, dass ich länger warten muss, aber nicht mit Termin. Wenn das System wirklich alle einschließt, dann kann ich mir irgendwie nicht vorstellen, dass sich das durchsetzt.

» danty » Beiträge: 540 » Talkpoints: 4,79 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Ich habe es bisher noch nie erlebt, dass man eine Nummer ziehen musste. Im Prinzip finde ich das Ganze aber auch nicht schlecht, denn so weiß man immer ungefähr, wie lange man noch warten muss und es wird auch auf jeden Fall die richtige Reihenfolge eingehalten. Allerdings funktioniert das natürlich nur, wenn es keine Terminvergabe gibt - das versteht sich ja eigentlich von selbst. Mir ist bei Ärzten aller Fachrichtungen schon mehrfach aufgefallen, dass Patienten einige Zeit nach meiner Ankunft erst das Wartezimmer betreten haben, dann aber viel schneller aufgerufen wurden. Das hat mich dann immer total genervt und ich habe mich auch immer gefragt, wie so etwas sein kann. So etwas käme dann ja auch nicht vor, wenn man Nummer ziehen müsste.

Manche Patienten kommen aber beispielsweise nur, um den Blutdruck zu messen oder zur Blutentnahme und die müssten dann möglicherweise unnötig lange warten. Das könnte man dann ja auch irgendwie umgehen, indem man nur den Patienten eine Nummer ziehen lässt, die mit dem Arzt sprechen und sich untersuchen lassen möchten. Die anderen könnte man dann ja sozusagen einfach durchwinken. Wenn man einen Termin hat, weiß man allerdings auch ungefähr, wie lange man warten muss, wenn man zum Arzt fährt. Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel, denn ich musste auch schon mit Termin stundenlang warten. Wäre das Wartezimmer zu überfüllt, würde ich auch keine Nummer ziehen und einfach wieder gehen.

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» MeL.G » Beiträge: 4918 » Talkpoints: 16,81 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


Also bei den Hausärzten kenne ich es auch so dass man einfach ohne Termin hin geht, sich anmeldet und wartet bis man dran kommt. Eine Nummer musste ich noch bei keinem Arzt ziehen und wenn ich ehrlich bin würde ich das sehr unpersönlich finden. Ok, einmal in einem Krankenhaus gab es eine Nummer, aber wie gesagt ich finde das ziemlich unpersönlich. Aber anmelden muss man sich bei uns überall, egal ob mit Termin oder ohne.

Bei den Fachärzten gibt es bei uns wirklich nur Termine und ohne Termin wird man fast nicht angenommen. Hin und wieder, wenn es dringend ist, kann man in der Früh kommen und warten, aber dann kann es passieren das man vier Stunden auch dort sitzt.

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» torka » Beiträge: 4376 » Talkpoints: 7,91 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


Dass man beim Arzt eine Nummer zieht, habe ich noch nicht erlebt. Allerdings würde das auch für einen entsprechenden Datenschutz sprechen. Wobei ich es auch schon erlebt habe, wenn Herr X. aufgerufen wurde, dass zwei Personen los laufen wollten. Gerade in der Stadt kennt man sich nicht unbedingt und da können solche Verwechslungen schon mal ausgeschlossen werden.

Auf dem Land ist es dann eher das Problem, dass manche Patienten anderen Leuten vorgezogen werden. Das kenne ich von meiner früheren Hausärztin und auch bei der Hausärztin meiner Mutter gibt es dieses Phänomen, was von der Sprechstundenhilfe an der Anmeldung forciert wird. Wer da ab und an mal ein Präsent mitbringt, wird ohne Termin schneller dran sein, wie Patienten, die selten im Wartezimmer sitzen, aber einen Termin haben.

Deswegen würde ich solche Nummern, sogar allen anderen Prozessen vorziehen. Vor allem, da meine Hausärztin in einer Gemeinschaftspraxis tätig ist und ich damit besser wüsste, wie viele Patienten wirklich vor mir dran sind.

» Punktedieb » Beiträge: 17970 » Talkpoints: 16,03 » Auszeichnung für 17000 Beiträge


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