Wirkungsweise und Bestandteile von Cortison
Immer wieder liest und hört man von Corticoiden, bzw. Cortison. Bisher konnte mir aber niemand genau erklären, was das ist und auch niemand konnte mir sagen, wie das wirkt. Was ich weiß ist, dass es sehr vielseitig und vor allem gegen Juckreiz und Ausschlag eingesetzt wird. Ich habe die Forenthemen hier mal überflogen, konnte aber auch hier keine Antwort finden.
Also, was genau sind diese Corticoide? Wie wirken sie? Was ich noch weiß ist, dass es wohl ziemlich starke Nebenwirkungen hat. Beim Menschen schlimmer als beim Tier. Stimmt das? Musstet ihr schon Cortison nehmen? Mein Freund hatte das mal als Spritze bekommen als er im Gesicht wie ein Streuselkuchen aussah, weil er trotz Antibiotikum in die Sonne gegangen ist.
Immer wieder liest und hört man von Corticoiden, bzw. Cortison. Bisher konnte mir aber niemand genau erklären, was das ist und auch niemand konnte mir sagen, wie das wirkt. Was ich weiß ist, dass es sehr vielseitig und vor allem gegen Juckreiz und Ausschlag eingesetzt wird. Ich habe die Forenthemen hier mal überflogen, konnte aber auch hier keine Antwort finden.
Cortison ist eine Nachbildung des körpereigenen Hormons Cortisol. Das wird von den Nebennierenrinden ausgeschüttet, um Entzündungen zu beseitigen und hängt mit der körperlichen Stressreaktion zusammen. Wenn der Höhlenmensch früher vor dem Säbelzahntiger geflüchtet ist, dann ist er vielleicht unterwegs gestolpert und hat sich das Knie aufgeschürft. Die Flucht hat eine Stressreaktion ausgelöst, bei der zunächst Adrenalin und andere Hormone ausgeschüttet werden. Die bewirken, dass die Muskeln besser durchblutet werden und das Herz schneller schlägt – alles sehr praktisch, wenn man gerade wegrennen will.
Diese Hormone bewirken auch, das mehr Entzündungsfaktoren im Blut umherschwirren, die Entzündungen hervorrufen. Das ist auch nützlich, denn wenn der Höhlenmensch hingeflogen ist und sich das Knie aufgeschürft hat, dann ist es gut, wenn sich das etwas entzündet und eitert, damit Schmutzt etc. aus der Wunde herauseitern. Mit einer Zeitverzögerung wird Cortisol ausgeschüttet, was die Entzündungen wieder reduziert, denn das Knie soll ja nicht ewig vor sich hin eitern. Cortisol bewirkt also, dass Entzündungsfaktoren wieder abnehmen und darum schmiert man sich Cotisonsalben auf entzündete Stellen oder nimmt Cortisontabletten bei einer Mandelentzündung, weil es eben die Entzündung verringert.
Langfristig kann das Cortison aber Nebenwirkungen haben, etwa dass ein Knochenabbau stattfindet oder dass es Wassereinlagerungen im Körper gibt. Das passiert aber nur bei langfristigem Gebrauch und nicht bei etwas Salbe oder einer einmaligen Spritze.
Ja, es stimmt, dass die Nebenwirkungen gravierend sind bei Cortison. Meine Ärztin sah mal aus wie ein Hamster, so aufgequollen. Sie hatte im Skiurlaub einen Unfall gehabt und bekam auch Cortison.
@Zitronengras, Nebenwirkungen bei Cortison gibt es nicht nur, wenn das Medikament länger eingenommen wird in starker Dosis. Man kann auch Pech haben, dass bei kurzfristiger Einnahme diese Nebenwirkungen entstehen. Ich habe das selbst erlebt:
Nach einem Nierenversagen durch Antibiotika kam ich sofort ins Krankenhaus und man gab mir Cortison und sagte, das wäre das Mittel, was mich retten könnte. Den nächsten Tag hätte ich nicht mehr erlebt. Also bekam ich Cortison und mir ging es langsam besser. Nach ein paar Tagen wurde ich entlassen. Als Nebenwirkungen bekam ich Wassereinlagerungen, Gewichtszunahme von 10 Kilo, vermehrten Haarausfall und den grauen Star. Probleme mit der Muskulatur, die ich bekam, können ebenfalls darauf zurückzuführen sein. Mein Blutdruck schnellte hoch auf 250 und ich musste wieder ins Krankenhaus. Mittlerweile ist der Blutdruck wieder normal. Kommenden Montag ist die erste Augenoperation. Du siehst, Manche merken nichts und andere erwischt es voll.
Cortisol ist, wie bereits gesagt, ein kataboles Hormon, welches in der Nebennierenrinde produziert und ins Blut abgegeben wird. Es unterliegt der Regulation des ACTH (adrenocortikotropes Hormon), das im Hypophysenvorderlappen produziert wird. Umgekehrt unterliegt der Kreislauf einem negativen Feedback-Mechanismus, sodass Cortisol die Sekretion von ACTH hemmt.
Der Haupteffekt von Cortisol ist, den Körper auf Stressreaktionen vorzubereiten - das Beispiel von Zitronengras sollte anschaulich genug sein. Dadurch, dass Cortisol ausgeschüttet wird, wird auch Adrenalin ausgeschüttet, da sie sich gegenseitig triggern. Adrenalin wiederum sorgt für eine verbesserte Durchblutung der Muskulatur, Minderdurchblutung des Magen-Darm-Traktes, führt zur Erhöhung der Herzfrequenz und stellt dem Körper ausreichend Glukose bereit, die aus der Leber freigesetzt wird. Daher auch der Name "Gluko"kortikoid. Es führt aber auch zu einer Suppression des Immunsystems, die man sich bei vielen Autoimmunerkrankungen zunutze macht. Das funktioniert allerdings nicht bei allen autoimmun-bedingten Erkrankungen, siehe Morbus Basedow bzw. Hashimoto oder Diabetes Typ 1. Da steckt also noch einiges an Potenzial, was die Forschung angeht.
Was den genaueren Wirkmechanismus angeht, kann es etwas kompliziert werden. Soviel sei gesagt: Cortisol diffundiert in die Zelle und greift in die Genexpression ein. Deswegen treten die meisten Nebenwirkungen von Cortisol auch so verspätet auf, bzw. bedürfen einer Langzeittherapie (Ausnahmen bestätigen die Regel). Es wird aber inzwischen auch angenommen, dass es auch direkt über eine Bindung an die Zellmembran wirkt, indem es sogenannte second messenger in der Zelle aktiviert bzw. deaktiviert. Dadurch könnte man sich die schnellen Effekte des Cortisols erklären.
So viele, teils gute Effekte Cortisol auch haben mag, umso gravierender können die Nebenwirkungen sein. Cortisol aktiviert nämlich dauerhaft verabreicht die Osteoklasten, die den Knochenabbau vorantreiben. Osteoporose ist die Folge. Darüber hinaus wirkt es katabol, sprich, der Fettabbau und Muskelabbau wird gefördert. Die Folge ist zum Einen eine Störung des Fettstoffwechsels (Hyperlipoproteinämie) und zum Anderen Muskelschwund. Weiterhin kann es ursächlich für die Entstehung von Diabetes Typ 2 sein, dadurch, dass es eben zur Glucosefreisetzung führt. Zu guter Letzt sei dann auch noch das "geschwächte" Immunsystem erwähnt, man wird also insgesamt anfälliger für Infekte. Erwähnenswert ist aber auch die arterielle Hypertonie, die durch Cortisol gefördert wird - dauerhafter Stress führt also zur arteriellen Hypertonie, kann man sich glaube ich gut merken.
Das sind nur die gängigsten Nebenwirkungen, von denen jeder dauerhafte Cortisol-Patient mindestens eine gehabt haben dürfte. Bei zu hoher, langfristiger Dosierung kann es sogar zur Nebennierenrindeninsuffizienz kommen, sodass die Nebennierenrinde ihrer Funktion nicht mehr nachkommt, weil es aufgrund hoher Cortisolspiegeln kein ACTH mehr ausgeschüttet und somit die Nebennierenrinde nicht mehr vom Körper angesprochen wird . Deshalb versucht man möglichst die sogenannte Cushing-Schwelle von rund 8 mg/d nicht zu überschreiten. Meist ist es so, dass die Therapie mit sehr hohen Dosen Cortisol begonnen wird und man die Dosis im Verlauf möglichst bis unter 8 mg reduziert, was dann als Erhaltungsdosis fungieren soll.
Ich habe vor kurzem für ca. 2 Wochen ein Cortison eingenommen, weil ich immer wieder starke Schmerzen im Rücken und Handgelenk habe und der Arzt aber nichts finden konnte. Er meinte gleich das die Nebenwirkungen erst nach längerer Einnahme auftreten können. Ich selber habe auch keine Nebenwirkungen gemerkt, das schwierige ist immer sich dann nicht einzureden, deswegen hab ich mir die ewige Liste gar nicht erst durchgelesen. Es hat leider auch nur bei meinem Handgelenk gewirkt.
Cortison ist ein Hormon welches in der Nebenniere produziert wird. Es selbst hat keinen Einfluss auf deinen Körper, wenn es nur auf die Haut aufgetragen wird, erst wenn man es schluckt oder über eine Infusion bekommt, wird es von der Leber umgewandelt in Cortisol, was die eigentliche Wirkung erst zeigt. Heute bekommt man auch eher das Prednisolon oder Hydrocortison, was die selbe Wirkung hat.
Nebenwirkung treten erst nach langer Einnahmezeit oder Überdosierung auf. Zum Beispiel: Muskelschwund, Osteoporose, verzögerte Wundheilung, Glaukom, Grauer Star, Diabetes mellitus, Wassereinlagerung im Gewebe, Vollmondgesicht. So könnte man ewig weiter machen. Leider kommen manche Menschen nicht drum herum diese Medikamente für lange Zeit evtl. für immer zu nehmen und diese werden einige Nebenwirkungen zu spüren bekommen. Aber so lange du es nach Anweisung vom Arzt einnimmst, weil irgendein Ausschlag oder ähnliches behandelt werden muss passiert nicht so schnell etwas, außer du hast eine Unverträglichkeit, was man bei keinem Medikament ausschließen kann.
Link dieser Seite https://www.talkteria.de/forum/topic-222542.html
Ähnliche Themen
Weitere interessante Themen
- Junge Generation kennt deutsche Wörter nicht mehr 4049mal aufgerufen · 18 Antworten · Autor: anlupa · Letzter Beitrag von Wibbeldribbel
Forum: Alltägliches
- Junge Generation kennt deutsche Wörter nicht mehr
- Ungerechte / ungleiche Freundschaft 2165mal aufgerufen · 6 Antworten · Autor: merlinda · Letzter Beitrag von Hufeisen
Forum: Alltägliches
- Ungerechte / ungleiche Freundschaft
- Welche Bindung habt oder hattet ihr zu euren Urgroßeltern? 1386mal aufgerufen · 6 Antworten · Autor: Ampelmännchen · Letzter Beitrag von Verbena
Forum: Familie & Kinder
- Welche Bindung habt oder hattet ihr zu euren Urgroßeltern?
- Spazieren - In der Stadt oder auf dem Land? 2700mal aufgerufen · 19 Antworten · Autor: damomo · Letzter Beitrag von bambi7
Forum: Freizeit & Lifestyle
- Spazieren - In der Stadt oder auf dem Land?
- Was fasziniert euch an amerikanischen Serien 3425mal aufgerufen · 16 Antworten · Autor: Federmäppchen · Letzter Beitrag von mittenimleben7
Forum: Film & Fernsehen
- Was fasziniert euch an amerikanischen Serien
