Unterschiedliche Weiß-Füllungs-Preise beim Zahnarzt
Ich hatte bis vor kurzem einen Zahnarzt, der verlangte für eine Kunststofffüllung weiß regulär 120 Euro! Mit ein wenig Zögern meinte er, dass er 40 Euro nachlassen könnte, wenn wir ein Formular an die Krankenkasse senden würde. Bei meinem jetzigen Zahnarzt zahle ich für die gleiche Leistung 30 Euro und ein Freund von uns zahlt bei seinem 40 Euro. Die beiden letzten Preisunterschiede kann ich noch nachvollziehen, aber bei der 120 Euro Leistung war das Loch nicht einmal ein wirklich großes und es wurde wenig an Material verbraucht.
Habt Ihr auch schon erlebt, dass hier die Preise sehr schwanken und es auf den Zahnarzt ankommt, wie viel verlangt? Ist das irgendwo reglementiert oder ist das der Kalkulation des Zahnarztes frei überlassen?
Du solltest dich mit deiner Krankenkasse in Verbindung setzen, wie das zustande kommt. Denn hier kann dir kaum einer sagen, wie es bei euch in Österreich so gehandhabt wird. Es kann sicherlich Preisschwankungen geben. Aber derart hohe Preisschwankungen sind es wert mal bei der Krankenkasse nachzufragen. Ich weiß nicht, ob es bei euch so etwas wie eine Ärztekammer gibt. Dort kann man sich auch erkundigen. Die Verbraucherzentrale, sofern sie es auch bei euch in Österreich gibt, kann auch Auskunft erteilen.
Es gibt sicherlich verschieden teure Füllungen, dieser unterscheiden sich allerdings auch in der Qualität, zumindest kenne ich es so. Bei meinem Zahnart konnte ich mir aussuchen, was ich haben möchte. Eine graue Füllung, die die Kasse komplett bezahlt hätte, eine weiße für ca. 80€ Zuzahlung, oder eine noch schönere und länger haltbare weiße für über 100€ Zuzahlung.
Worin die Preisunterschiede bei deinen Zahnärzten begründet liegen, kann ich aber natürlich auch nicht sagen. Es könnte schon sein, dass die Zahnärzte Füllungen von verschiedener Qualität verwenden, aber normalerweise müsste man als Patient ja auch darüber aufgeklärt werden, wie viele Jahre die Füllung hält usw.
Die geläufigste, zahnfarbene Füllung heutzutage ist die so genannte Composite-Füllung. Zahnfarbene Keramikfüllungen gibt es natürlich auch, aber die sind weitaus höherpreisiger und lassen sich wirklich nur bei sehr großen Löchern einsetzen. Composite hingegen kann man auch bei winzigen Beschädigungen benutzen, weil es als flüssige Paste in das Loch gefüllt wird und dann darin unter Einwirkung einer UV-Lampe verhärtet. Was dann möglicherweise noch übersteht, wird letztendlich vom Zahnarzt wieder abgeschliffen.
Die Composite-Füllungen, die heute so oft verwendet werden, unterscheiden sich untereinander fast gar nicht oder tatsächlich auch gar nicht in ihrer Zusammensetzung. Die Zahnärzte kaufen die Paste schließlich auch nur bei einem Großhändler, und meines Wissens gibt es auch nicht allzu viele verschiedene Hersteller dafür. Der Einkaufpreis des Arztes liegt also eigentlich immer etwa gleich. Was er dem Patienten dafür abknöpft, Entschuldigung, wenn ich das jetzt so deutlich sage, ist dann von seiner Geldgier abhängig.
Ich habe da auch schon enorme Preisschwankungen bei identischem Füllungsmaterial erlebt. Es lohnt sich sogar, sich umzuhören und auch mal bei Zahnärzten im Vorfeld anzurufen und nach den Preisen zu fragen, wenn man weiß, dass man eine Composite-Füllung benötigt. Nicht alle Ärzte gehen auf solche Fragen ein, aber einige durchaus, und da kann man dann wirklich interessante Feststellungen machen.
Ich persönlich habe das auch schon hinter mir. So ist mir heute noch ein jüngerer Zahnarzt in Erinnerung, Schicki-Micki-Klinik mit echten modernen Gemälden an der Wand, und der Herr prahlte andauernd mit seinen Wochenend-Fahrten mit seiner Yacht. Dieser Mann wollte für eine kleine Composite-Füllung tatsächlich 120 Euro, für größere wären seine Preise wohl sogar bis zu 200 Euro hoch geworden. Wohlgemerkt nur die Zuzahlung, also der Teil, den nicht die Krankenkasse übernimmt, sondern den man selber, aus eigener Tasche, zahlen muss. Mit dem Betrag, den die Krankenkasse dazu leistet, verdient der Arzt also noch mehr an so einer kleinen Füllung. Da weiß man gleich, woher sein Geld für seinen luxuriösen Lebenswandel kommt.
Dann hingegen habe ich irgendwann das Glück gehabt, einen anderen Zahnarzt zu finden. Schon ein älterer Mann, mit einer kleinen, nicht unbedingt mit teurer Deko vollgepflasterten Praxis. Aber seine Arbeit war sehr gut, seine Kompetenz keineswegs geringer, als die des anderen Arztes. Und dieser Mann wollte für eine kleine Composite-Füllung bloß zwanzig Euro haben. Als ich einen kälteempfindlichen Zahn hatte, hat er mir den auch noch kostenfrei lackiert. Dafür wollte der andere Arzt pro Zahn fünfzehn Euro.
Wie man sieht, variieren die Preise also extrem stark und der Vergleich lohnt sich. Inwiefern das rechtlich so einwandfrei ist, dass einige Ärzte extrem hohe Preise verlangen, weiß ich nicht. Aber weit verbreitet ist es auf jeden Fall.
Ganz willkürlich kann der Zahnarzt die Preise für die Behandlung beziehungsweise Zuzahlung nicht festlegen. Es gibt eine Gebührenordnung für Zahnärzte, in der genau festgelegt wird, wie viel der Zahnarzt für eine Leistung berechnen darf. Es gibt für jede Leistung eine bestimmten Gebührensatz.
Die unterschiedlichen Preise entstehen dadurch, dass der Zahnarzt diesen festgelegten Satz mit einem Steigerungsfaktor multiplizieren kann. Dieser kann zwischen dem Einfachen und dem Dreieinhalbfachen liegen. Und das kann der Zahnarzt selbst bestimmen, je nach Höhe des Aufwandes der Behandlung. 2,3 ist dabei wohl ein durchschnittlicher Aufwand und meist das, was die Zahnärzte auch nehmen. Wenn der Zahnarzt einen höheren Faktor anwenden möchte, muss er das meines Wissens nach sogar schriftlich begründen.
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