Was tun um im Kopf möglichst lange fit zu bleiben?

vom 04.08.2013, 14:00 Uhr

Hier im Forum sind ja auch einige ältere User und ich zähle mich auch dazu. Ich rätsel sehr viel und ich lese auch. Ich schreibe auch selber ein wenig und ich versuche mich im Kopf möglichst fit zu halten. Aber mir bleiben die Ideen aus, was ich sonst noch so abwechlungsreiches machen kann um im Kopf fit zu bleiben. Was macht ihr um im Kopf im Alter fit zu bleiben und was hilft euch dabei euer Gedächtnis zu trainieren? Macht ihr was bestimmtes? Welche Rätsel sind besonders gut? Was würdet ihr raten?

Benutzeravatar

» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Um die Eingangsfrage kurz und knapp (Talkteria-untypisch ;)) zu beantworten: Alles, was als geistige Herausforderung empfunden wird und alles, was die Durchblutung des Gehirns fördert, ist gut. Sowohl Sport (Intervall-Training wie Ausdauertraining) als auch geistige Aktivität haben meist eine vermehrte Durchblutung des Gehirns zur Folge, wodurch mehr Sauerstoff an die grauen Zellen kommt, und diese somit länger frisch bleiben. Zudem veranlasst besonders Ausdauersport den Körper dazu, bestimmte Wachstumsfaktoren freizusetzen, welche die Neogenese von Nervenzellen im Hippocampus fördern. Und der Hippocampus ist ja bekanntermaßen für das Gedächtnis von ganz entscheidender Bedeutung.

Auch das Musizieren eignet sich hervorragend dazu, das Oberstübchen fit zu halten, da es beinahe 100% des gesamten Gehirns aktiviert und fordert. Es muss zum Einen der Notentext aufgenommen und dekodiert werden, die Motorik gesteuert und zum anderen das Klangergebnis überprüft werden. Gehirnjogging beansprucht dagegen nur ganz spezifische Fähigkeiten, sodass abgesehen vom Kopfrechnen, vielleicht die neu hinzugewonnenen Leistungen nicht auf den Alltag übertragen werden können. Wenn ich meinen Oberarmmuskel trainiere, werden dadurch meine Beine nicht auch muskulöser.

Ansonsten spielt auch die Ernährung eine große Rolle. Vitamin B12 sollte regelmäßig zugeführt, und auf sämtliche Drogen (v.A. Zigaretten) verzichtet werden. Ansonsten sollte der Speiseplan einfach möglichst ausgewogen sein. Nicht zu viel Fett, nicht zu viele Kohlenhydrate, nicht zu viel Zucker (Industriezucker ist optimalerweise komplett zu vermeiden). Von der Ernährung abgesehen, sollte auch Stress gemieden werden.

» MasterOers » Beiträge: 348 » Talkpoints: 1,16 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Ich glaube, dass der ganz normale Alltag reicht, um im Kopf fit zu bleiben. Wenn man Zeitung liest, ab und zu ein paar Rätsel löst, soziale Kontakte hat und sich bewegt, rostet das Gehirn nicht ein. Vielleicht sollte man auch hin und wieder ganz neue Erfahrungen machen - sei es durch Reisen oder durch Kurse oder durch die Beschäftigung mit fremden Gebieten - um im Gehirn neue Assoziationen zu legen. Mehr kann man wahrscheinlich nicht machen. Alzheimer oder andere Demenzkrankheiten kann man damit allerdings nicht verhindern. Die kommen auch mit geistigem Training.

Es ist auch die Frage, warum man geistig fit bleiben möchte. Das ist für mich kein Selbstzweck. Mir ist es egal, ob ich mir 10 Zahlen hintereinander merken kann oder 100. Mir ist es wichtig, dass ich noch verstehe, was um mich herum vorgeht und das einordnen kann. Dafür reicht es, sich in den Medien zu informieren und möglichst viele gute Gespräche zu führen. Rätsel löse ich nicht, um geistig fit zu bleiben, sondern weil es mir Spaß macht.

Ich wüsste nicht, dass Ernährung einen Einfluss auf die geistige Fitness hat, außer vielleicht wenn man extreme Mangelerscheinungen hat, aber das ist bei normaler Ernährung und normalem Stoffwechsel ausgeschlossen. Industriezucker ist nicht ungesünder als Honig. Wenn man an die Zähne denkt, ist sogar das Gegenteil der Fall. Zucker schadet dem normalen Körper überhaupt nicht.

» anlupa » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »



Man müsste doch eher sagen: Honig ist nicht gesünder als Industriezucker. Falls das stimmen sollte, sollte man auch diesen vom Speiseplan streichen. Allerdings wird die im Honig enthaltene Fructose und Sacharose komplett anders verstoffwechselt, als der Industriezucker. Letzterer vermag seinerseits kurzfristig den Blutdruck sowie den Cortisolspiegel zu erhöhen und im Gehirn sehr unschöne Glukose-Schwankungen auszulösen, die nicht nur mit depressiven Verstimmungen assoziiert sind, sondern auch mit einer Einschränkung der Merkfähigkeit (vermutlich durch das Cortisol und die Glukose-Tiefs bedingt). Der Körper nimmt schon mit der normalen Nahrung ausreichend Zucker auf. Zusätzliche Zufuhr ist nur schädlich. Für jeden.

Über die allgemeine Bedeutung der Ernährung lässt sich diskutieren (mir fällt gerade keine Meta-Studie ein), aber es ist unumstritten, dass der Körper auf die Aufnahme von Kalium angewiesen ist, welches vor allem in grünem Gemüse in rauen Mengen anzutreffen ist. Das Kalium wird v.A. für eine optimale Herzfunktion benötigt, welches wiederrum unweigerlich mit dem Herz-Kreislauf-System verknüpft ist und somit auch mit der Durchblutung des Gehirns in engem Zusammenhang steht.

Ein Reiz-reicher Lebensstil ist sicherlich als positiver Faktor für die Erhaltung der geistigen Leistungsfähigkeit zu werten, aber da er bei vielen Älteren erfüllt ist, muss sich die Frage stellen, warum die Zahl der Demenz-Erkrankungen trotzdem zunimmt. Und die Antwort lautet: steigende Lebenserwartung. Das Gehirn ist rein genetisch i.d.R. nicht darauf ausgelegt, bis ins 90 Lebens-Jahrzehnt hinein perfekt zu funktionieren, da die Gene den Fortschritten der modernen Medizin ordentlich hinterherhinken. Unsere Vorfahren haben nur selten das 50. Lebensjahr überschritten. Die erhöhte Lebenserwartung verlangt somit nach ebenso erhöhter Aktivität im Alter, sowohl körperlich als auch geistig, was eine Ablehnung einiger Komponenten des modernen Lebensstils (Bus, Bahn, Fahrstuhl, stresslastige Arbeit) mit einbeziehen sollte.

» MasterOers » Beiträge: 348 » Talkpoints: 1,16 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Was genau verstehst du denn eigentlich unter "im Kopf fit bleiben"? Für mich kann man unter dieser "Floskel" sehr viel zusammenfassen. Ich in erster Linie würde denken, was man tun kann, um weiterhin möglichst zügig simple oder auch schwerere Rechnungen im Kopf zu vollziehen, oder was man tun kann, um das logische Denken nicht zu verlieren. Ich selbst bin noch jung und würde mich daher noch nicht in die Gruppe derer Leute zählen, die von Gedächtnisschwund oder dergleichen betroffen sind, aber geistig fit halten kann man sich ja auch auf diverse Arten.

Wie du selbst schon gesagt hast, wären mir als erstes auch Kreuzworträtsel in den Sinn gekommen, auch wenn ich selbst mich dafür jetzt nicht so begeistern kann. Für mich als jemanden, der vielleicht schon vom Kinderalter her mit Computern und Spielen aufgewachsen ist, wären da außerdem noch die diversen Videospiele in den Sinn gekommen, die als sogenannte "Gehirn-Jogging"-Spiele verkauft werden. Ob sie wirklich etwas bringen, also ob das wissenschaftlich belegt ist, weiß ich nicht (Aber das weiß bei Kreuzworträtseln auch keiner), dennoch finde ich, dass man sich damit fit halten kann. Auch kann man sich mit diesen Programmen gezielt in verschiedenen Kategorien verbessern.

Ansonsten würde ich einfach empfehlen, sich auch allgemein immer weiter zu bilden und niemals aufzuhören, Nachrichten zu gucken, Bücher zu lesen, sich für wissenschaftliche Themen zu interessieren, etc. Bilden kann man sich auf vielerlei Wege, daher gibt es glaube ich nicht das Patent-Rezept um geistig fit zu bleiben.

Benutzeravatar

» damomo » Beiträge: 3334 » Talkpoints: -0,80 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

^