Wie ist die Wirkung von diesen Laktase-Tabletten wirklich?

vom 01.08.2013, 21:00 Uhr

Mittlerweile gibt es ja schon von vielen Firmen diese Laktase-Tabletten. Ein oder zwei Tabletten vor jeder Mahlzeit und angeblich kann man Milch und Milchprodukte vertragen, als hätte man keine Intoleranz gegen diese Nahrungsmittel. Aber wie helfen diese Tabletten wirklich? Hat sie hier schon jemand ausprobiert? Konntet ihr trotz Laktose-Intoleranz dann Milch und Milchprodukte essen? Welcher Wirkstoff ist denn dafür zuständig?

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» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Die Laktase ist ja das Enzym, was den in der Nahrung enthaltenen Milchzucker, also die Laktose spaltet und verarbeitet. Diese Laktase wird in der Regel vom Körper produziert und dann gibt es auch kein Problem mit dem Vertragen von Milchprodukten. Bei einer Laktoseintoleranz wird dieses Enzym vom Körper nicht, oder in nicht ausreichender Menge produziert, weshalb die Laktose nicht gespalten und verarbeitet wird und so zu Problemen, wie z.B. Magenkrämpfen oder Durchfall führt.

Mit diesen Tabletten soll also einfach der Mangel an dem Enzym ausgeglichen werden, indem man die Tabletten zu der Mahlzeit nimmt und dann doch auch Milch und Milchprodukte zu sich nehmen kann, ohne dadurch Probleme zu bekommen. Mein Vater leidet an der Laktoseintoleranz und nimmt auch öfter diese Tabletten zu den Mahlzeiten. Der Effekt ist wirklich da und die Speisen mit Milchzucker kann er so wieder gut vertragen..

» Barbara Ann » Beiträge: 28946 » Talkpoints: 58,66 » Auszeichnung für 28000 Beiträge


In den Laktase-Präparaten ist das Laktase-Enzym enthalten. Beim "gesunden" Menschen wird dieses Enzym in ausreichender Menge produziert, sprich der Milchzucker kann problemlos im Dünndarm gespaltet werden. Menschen mit einer sogenannten Laktosemalabsorption, mit Symptomen auch die Laktoseintoleranz, haben mit dieser Spaltung ein Problem. Der Körper produziert zuwenig oder gar keine Laktase und somit dann die Lactose nicht sauber aufgespalten werden, in die sogenannte Galactose und Glucose. Der Dünndarm kann jedoch nur diese Bestandteile resorbieren, also muss man manchmal etwas nachhelfen.

Die Laktase-Präparate, sei es in Pulver- oder Tablettenform, enthalten künstlich hergestellte Laktase, die bei der Aufnahme von Milchprodukten die Laktose aufspaltet. In den Tabletten ist ja der Wirkstoff Laktase enthalten und dieser wird in der Einheit FCC-Units (Food Chemical Codex) angegeben. Theoretisch sind also 1000 FCC-Units notwendig, um 5 Gramm Milchzucker zu spalten. Das sind jedoch ältere Versionen, mittlerweile geht man davon aus, dass man die dreifache Menge einnehmen sollte um 5 Gramm Milchzucker zu spalten, sprich ungefähr 3000 FCC. Das wären bei einem Glas Milch ungefähr 5000 bis 10.000 FCC. Das sind jedoch nur theoretische Werte, sprich manche könnten für ein Glas Milch sogar deutlich mehr benötigen.

Ich selbst lebe mit der Laktoseintoleranz und musste mich ziemlich einlesen, bis ich gerafft habe, dass die in der Drogerie angebotenen Tabletten teilweise wirkungslos sind, weil sie nur 3000 FCC Laktase enthalten. Das bringt mir nicht viel. Ich benutze mittlerweile Tabletten von 10.000 FCC bis 50.000 FCC und ich muss mir eingestehen, dass sie endlich wirken. Am Anfang habe ich Tabletten aus der Drogerie eingenommen und mich gewundert, warum ich weiterhin Dünnpfiff hatte. Als ich dann auf die höheren Dosen umgestiegen bin, habe ich bemerkt, dass mein Bauch endlich ruhiger geworden ist. Jedoch muss ich sagen, dass ich teilweise entsetzt bin, wie wenig sich manche Laktoseintolerante über die Dosierungen informiert haben. Die schmeißen eine 3000er Tablette aus der Drogerie ein und vertilgen erst einmal ein Schnitzel mit Sahnesoße und dann noch ein Eis und wundern sich dann, warum die Toilette der beste Freund wird.

» Wibbeldribbel » Beiträge: 12618 » Talkpoints: 5,12 » Auszeichnung für 12000 Beiträge



Neulich erst habe ich entsprechende Pillchen bei Rossmann gesichtet, und habe mich auch gefragt, ob das wirklich funktionieren kann. Es könnte ja sein, dass das Enzym etwa dem niedrigen pH-Wert der Magensäure nicht standhält. Dies scheint also nicht der Fall zu sein. Wenn es im Dünndarm also unbeschadet ankommt, kann es dort auch problemlos seiner "Arbeit" nachgehen.

Ich persönlich bin von der Laktose-Intoleranz nicht betroffen (die übrigens früher bei Menschen der Normalzustand war und sich erst durch eine Mutation zurückentwickelt hat) und habe folglich solche Präparate noch nie probiert.

» MasterOers » Beiträge: 348 » Talkpoints: 1,16 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Meine Laktrasetabletten sind aus der Apotheke und enthalten pro Tablette 6000 FCC. Um ehrlich zu sein, kann ich mit diesen Einheiten nicht viel anfangen und werde mir meistens 2 rein, wenn ich eine Mahlzeit mit Laktose essen will. Ob sie so viel helfen, kann ich nicht einschätzen, da ich lieber laktosereiche Produkte meide, anstatt diese Tabletten zu nehmen. Soweit ich es einschätzen kann, wirken diese Tabletten schon, aber sie mindern die Symptome nur (wenn auch recht stark). Ich kann trotzdem nicht behaupten, nach einer Mahlzeit trotz Einnahme der Tabletten gar keine Symptome mehr zu haben (sprich Bauchkrämpfe). Allerdings gibt es auch Menschen, bei denen die Tabletten nicht funktionieren. Wenn man sie zu häufig nimmt, kann sich der Körper daran gewöhnen und sie verlieren ihre Wirkung.

» Cappuccino » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


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