Ist das Lock-In Syndrom vergleichbar mit dem Wachkoma?

vom 27.07.2013, 12:17 Uhr

Nach einem Unfall ist der Vater von einer Bekannten im Krankenhaus und die Ärzte reden von dem Lock-In Syndrom. Der Vater liegt nur im Bett und starrt in die Luft. Er bewegt sich nicht. "Lock-In" bedeutet ja so viel wie "eingeschlossen sein" oder "gefangen sein". Aber ist das Lock-In Syndrom mit dem Wachkoma zu vergleichen oder ist es sogar nur das englische Wort für Wachkoma? Meine Bekannte meinte, dass er nicht im Wachkoma liegt. Sie meint, dass es etwas anderes wäre, wenn einer im Wachkoma liegt oder das Lock-In Syndrom hat.

Ich selber habe zum Glück noch nie die Erfahrung mit dem Wachkoma in meiner Verwandtschaft machen müssen und weiß daher auch nicht, was ein Lock-In Syndrom genau ist. Würden Ärzte es mit dem Wachkoma vergleichen?

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» supermami » Beiträge: 2317 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Ich kenne beide Phänomene auch nur aus dem Fernsehen, aber so ungefähr habe ich es, glaube ich, verstanden: Beim Locked-in-Syndrom ist der Betroffene sozusagen in seinem Körper eingeschlossen, wie der Name schon sagt. Er oder sie ist geistig voll da und bei Bewusstsein, aber körperlich nicht mehr in der Lage zur Kommunikation, etwa weil er oder sie vollständig gelähmt ist und beatmet werden muss. Dass es sich dabei um eine absolute Horrorvorstellung handelt, muss ich wohl kaum ergänzen. Bei manchen Betroffenen ist eine Form der Kommunikation mittels Blinzeln, Blickrichtung oder Muskelzucken möglich, was natürlich auch die Angehörigen und das Pflegepersonal stark beansprucht, damit der Patient sich mit der Außenwelt verständigen kann.

Bei Wachkoma-Patienten ist, wiederum soweit ich weiß, meistens unklar, wie viel der Patient mitbekommt und wie stark sein Bewusstsein beeinträchtigt ist, da hier das Gehirn oft mehr oder weniger stark geschädigt ist. Auch diese Patienten werden natürlich betreut und behandelt, weil ja keiner leichtfertig die Hoffnung aufgibt, dass eine Besserung eintreten kann.

Wie ich es verstanden habe, kann man den Unterschied, grob vereinfacht, folgendermaßen ausdrücken: Locked-In-Syndrom-Patienten sind geistig noch "da", Wachkoma-Patienten in vielen Fällen vermutlich nicht oder nicht mehr ganz.

» Gerbera » Beiträge: 11346 » Talkpoints: 56,04 » Auszeichnung für 11000 Beiträge


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