Warum redet keiner mehr von der Vogelgrippe?

vom 21.07.2013, 21:51 Uhr

Vor ein paar Jahren war es so schlimm, dass wegen der Vogelgrippe hier zwei Hühnerschlachtbetriebe dicht machen mussten und auch etliche Bauern ihr Hühnervieh schlachten mussten. Mittlerweile haben diese Hühnerbetriebe wieder klein angefangen und sind gerade dabei wieder schwarze Zahlen zu schreiben und auch die Bauern haben wieder Hühner angeschafft.

Aber warum redet nun keiner mehr von der Vogelgrippe? Sie kann doch nicht schon ausgerottet sein. Denn angeblich kamen die Viren ja von den Zugvögeln, die im Frühjahr kommen. Aber im letzten Jahr und in diesem Jahr kamen wohl nur gesunde Vögel? Was hatte es damals mit der Vogelgrippe auf sich und ist sie wirklich ausgerottet oder war es einfach nur Panikmacherei?

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» supermami » Beiträge: 2317 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Nein, ausgerottet ist sie noch nicht. Zumindest nicht in allen Teilen der Erde. In Deutschland ist die Gefahr aber gebannt und seit einiger Zeit ist ja auch das Verbot der Außenhaltung aufgehoben.

Durch strenge Gesetze und Schutzmaßnahmen lässt sich so ein Erreger eigentlich recht schnell eindämmen, wenn man ihn erst mal kennt und versteht, wie er funktioniert. Es wurden sehr viele vorsorgliche Tötungen vorgenommen. Die Zahl der getöteten Tiere übersteigt bei weitem die der infizierten. Durch Handelsbeschränkungen kommen wenigstens auf diesem Wege keine Neuinfektionen hinzu. Die Wildtiere werden intensiv überwacht, um auch Infektionen auf diesem Weg einzudämmen.

Ich denke, in einem Land wie Deutschland funktioniert das alles sehr gut. Wir haben das Geld, um das alles durchzuführen und jeder kann die Maßnahmen verstehen und akzeptieren und die betroffenen Betriebe kriegen ja auch finanzielle Unterstützung. In ärmeren Ländern fehlt sowohl das Geld als auch das Verständnis. Wenn man von seinen Hühnern sein klägliches Leben finanziert und keine staatliche Unterstützung zu erwarten hat, wird man versuchen zu verhindern, dass sie getötet werden.

In Nordkorea fand dieses Jahr aber noch eine Infektion von über Hunderttausend Enten statt. Aber das ist dann keine so große Schlagzeile wert, die jeder mitbekommt, wie bei einem Ausbruch bei uns vor der Haustür.

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» Bienenkönigin » Beiträge: 9448 » Talkpoints: 19,93 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Also meines Erachtens beziehungsweise meines Wissenstandes nach ist es fast schon unmöglich beziehungsweise zumindest sehr sehr schwierig einen Erreger komplett auszurotten beziehungsweise zu eliminieren. Dafür besteht aber definitiv die Möglichkeit diverse Vorsorge- und Eindämmungsmaßnahmen einzuleiten, damit sich der Erreger beziehungsweise der Virus nicht noch weiter ausbreiten kann. Solche Maßnahmen gibt es beispielsweise hier in Deutschland, wie Bienenkönigin bereits erwähnte, wurden beispielsweise sehr viele Tiere vorsichtshalber getötet. Dass die Zahl der getöteten Tiere nun die Zahl der infizierten Tiere übersteigt wusste ich so noch nicht. Aber man lernt ja nie aus. :lol:

Solche Maßnahmen beziehungsweise das Aufrechterhalten solcher strengen Gesetze ist sehr kostenintensiv, weshalb nicht jedes Land sich solche Maßnahmen beziehungsweise die Überwachung der Gesetze und Verordnungen leisten kann. Solche Gebiete sind dann für solche Erreger durchaus anfällig. Des Weiteren können von solchen Gebieten beziehungsweise Längern auch wieder Erreger über infizierte Tieren und Menschen mit nach Deutschland beziehungsweise in weitere Länder getragen werden.

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» KingTarzan » Beiträge: 722 » Talkpoints: 0,49 » Auszeichnung für 500 Beiträge



H7N9, das ist das neue Virus, das in China für Unruhe sorgt. Von 130 erkrankten Menschen starben ein Viertel. Mittlerweile glauben Experten, dass sich Menschen bei anderen Menschen anstecken können. Nun ist die Ansteckungsgefahr in China, zum Beispiel in einer Markthalle, wesentlich größer, als das bei uns der Fall je sein könnte. Auch wenn sich das Vogelvirus ausbreitet, spricht man immer noch davon, dass keine unmittelbare Gefahr besteht.

Allein in Shanghai wurden 110.000 Geflügeltiere notgeschlachtet, weil jeder vor dem Kauf zurückschreckt. Einige Geflügelhändler mussten schon schließen. Die chinesische Regierung erhält Unterstützung von der WHO. Die Chinesen sind 10 Jahre nach der SARS-Seuche besser vorbereitet. Auch deswegen, weil sie sich nicht mehr so blamieren wollen gegenüber anderen Ländern. Wenigstens tun sie jetzt wesentlich mehr.

Ich glaube nicht, dass wir in Deutschland wieder eine neue Vogelgrippe mit dem mutierten Virus von damals befürchten müssen. Es wird gut eingedämmt.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



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