Würdet ihr euch bei andern Leuten Essstörung einmischen?
Die Tochter vom Bruder meines Mannes, also unsere Nichte, ist 17 Jahre alt und sie wird irgendwie immer dünner. Ich sehe sie so ca. alle 14 Tage und wenn ich sie sehe, isst sie kaum was und ist irgendwie wieder dünner geworden. Neulich meinte der Bruder meines Mannes, dass unsere Nichte krank ist. Sie musste sie mehrmals erbrechen. Das war nach dem Besuch bei der Oma, die immer wieder zum Essen animiert.
Ich habe ein wenig Angst um sie. Denn ich glaube an eine Essstörung. Sie isst kaum was und wenn sie irgendwie doch "gezwungen" ist mehr zu essen erbricht sie sich. Sie hat eine Freundin, die auch sehr dünn ist. Wie kann ich denn meiner Nichte helfen? Sollte ich die Eltern ansprechen und den Verdacht äußern? Sollte ich mich da überhaupt einmischen? Die Eltern sehen das glaube ich gar nicht. Was kann ich nur machen?
Sie ist deine Nichte. Das ist Familie. Ich würde es nicht als Einmischen empfinden, wenn du einmalig versuchst, auf das Problem aufmerksam zu machen und es ansprichst. Es kommt halt immer auf die Art und Weise an.
Zunächst würde ich mit deinem Mann sprechen. Immerhin kennt er seinen Bruder schon etwas länger und hat dazu vielleicht auch eine Meinung oder einen Vorschlag. Und dann bleibt die Frage, ob du den Eltern deine Bedenken mitteilst oder ob du direkt mit deiner Nichte sprichst. Ich weiß ja nicht, was für ein Verhältnis ihr jeweils habt. Aber immerhin ist sie schon 17. Da muss man also nicht mehr unbedingt über die Eltern gehen.
Betone einfach immer wieder, dass du niemanden einen Vorwurf machst und du dir nur Sorgen machst, weil du deine Nichte so magst. Ich finde, Eltern sollten immer glücklich sein, wenn ihre Kinder geliebt werden. Dagegen lässt sich doch nichts einwenden. Du meinst es ja wirklich nur gut.
Problematisch wird es, wenn sie das Problem - wenn es denn eines ist - nicht erkennen wollen und ihre Wut über die Situation an dir auslassen. Dann musst du ihnen Zeit geben und nach einer Weile signalisieren, dass du es ihnen nicht krumm nimmst. Es geht hierbei einzig und allein um das Mädchen. Sobald das allen klar ist, könnt ihr zusammen an einem Strang ziehen und eine Lösung finden.
Ich würde auch mit den Eltern des Mädchens sprechen und vielleicht zuvor mit deinem Mann, wie Bienenkönig schon schrieb. Er kennt immerhin seinen Bruder und kann das Thema dann vielleicht mal unter Männern ansprechen.
Wir haben selbst aktuell einen Fall im Bekanntenkreis und die Person auch darauf angesprochen, aber die streitet alles ab und findet immer neue Ausreden warum es so ist. Allerdings ist es eine Person die auf die 50 zugeht und somit eben erwachsen ist. Da kann man dann leider nicht viel ausrichten, wenn sie es nicht selbst einsieht. Aber in deinem Fall ist es ja noch ein minderjähriges Mädchen und da kann man sicherlich noch irgendwie helfen und etwas erreichen. Ich würde mir nicht nachher sagen wollen, dass ich doch mal besser zu den Eltern etwas gesagt hätte. Gerade wenn es in der Familie ist, solltest du ruhig mal das Thema ansprechen.
Natürlich wäre es sinnvoll überhaupt erst einmal mit deinem Mann über dieses Thema zu sprechen, damit du überhaupt erst eine andere Meinung bekommst. Ich möchte dir nichts unterstellen, aber möglicherweise kommt es dir nur so vor, als würde sie stetig beziehungsweise rapide abnehmen. Frag am besten einmal deinen Mann nach dessen Meinung und was er an deiner Stelle machen würde.
Danach würde ich, insofern mich mein Mann beziehungsweise in deinem Fall dein Mann vom Gegenteil überzeugen können würde, mich mit meiner beziehungsweise deiner Nicht treffen beziehungsweise versuchen eine ruhige und entspannte Umgebung für ein Gespräch zu schaffen. Natürlich solltest du beziehungsweise je nachdem auch ihr euch sicher beziehungsweise im Klaren darüber sein, dass das Mädchen tatsächlich unter irgendeiner, wenn auch psychischen, Krankheit leidet, denn ansonsten könnte ein Treffen etwas zu übertrieben herüber kommen.
Wichtig wäre je nachdem, falls sich deine Nichte zu "fett" fühlt im Vergleich zu ihrer Freundin, dass ihr ihr erklärt, dass man durch bloßes Hungern und "Nichtsessen" keine gute Figur bekommt. Sie soll ganz normal und gesund essen, sie darf sich auch ruhig was Süßes gönnen. Sie muss einfach nur Sport machen und durch gezielte Übungen ihre Muskeln trainieren, denn diese sind für eine schöne Figur ausschlaggebend!
Von der Familie des Mädchens würde ich mich zwar nicht direkt distanzieren, jedoch würde ich ihnen auch nicht direkt in Gesicht sagen, dass ihre Tochter beziehungsweise eure Nichte magersüchtig oder anderweitig krank ist bezüglich ihrem recht dürren Erscheinungsbild. Man sollte sich meiner Meinung nach aber trotzdem in Verbindung setzen und das ganze einmal gemeinsam abklären und den Eltern die Situation klar machen beziehungsweise sie gegebenenfalls auf mögliche Probleme aufmerksam machen, denn die Eltern sehen ihre Tochter jeden Tag, weshalb ihnen das "dünner werden" des Mädchens in der Praxis nicht wirklich auffällt. Du hingegen siehst sie nicht so häufig, weshalb es dir eher auffällt. Es ist eben wichtig, dass die Eltern Bescheid wissen! ![]()
Ich halte es nicht für richtig, wenn du deinen Schwager oder die Schwägerin nicht ansprichst, auch nicht die Nichte. Das ist eine Sache, die dein Mann mit seinem Bruder besprechen könnte, um ihm eure Bedenken mitzuteilen. Mischt du dich da ein, könnte es Ärger geben und das muss nicht sein. Ich denke, dass dein Mann einen guten Draht zu seinem Bruder hat und der ihm das nicht übel nimmt. Lass ihn das machen.
Ich denke, dass es sehr darauf ankommt, wie du dich mit deinem Schwager und deiner Nichte verstehst. Könnt ihr offen miteinander reden kannst du es zusammen mit deinem Partner auch bei ihm ansprechen. Ansonsten kannst du ja auch erst mal mit deiner Nichte alleine reden und nachfragen was da los ist. Über kurz oder lang wird man da aber auch professionelle Hilfe benötigen und selber kann man da wahrscheinlich wenig machen. Sie sieht es ja sicherlich auch nicht, dass sie zu dünn ist. Sie müsste es schon selber einsehen und das wird sie nicht, wenn sie krank ist.
Ich finde es wichtig, dass dieses Thema angesprochen wird. Ich hatte mal eine Freundin, die magersüchtig war und dabei war es auch so, dass ich sie mit einer anderen Freundin angesprochen habe. Sicher ist das nicht einfach, aber es ist schon gut, wenn den Angehörigen mal die Augen geöffnet werden. Ich denke aber auch, dass du zuerst mal mit deinem Mann sprechen solltest. Immerhin ist es seine Seite der Familie. Hat er denn auch schon mal etwas in dieser Richtung geäußert, oder bist du bislang die einzige, die diesen Verdacht bei dem Mädchen hat? Wenn dein Mann auch meint, dass da etwas nicht stimmt, solltet ihr vielleicht zusammen mal mit den Eltern des Mädchens sprechen.
Es ist ja schon schade, dass sie nicht zu merken scheinen, was mit ihrer Tochter los ist. Aber in diesem Alter ist das wohl so, da die Jugendlichen auch viel ohne die Eltern unternehmen und die Eltern auch nicht bei jeder Mahlzeit mit am Tisch sitzen. Darum fände ich es schon besser, wenn den Eltern der Verdacht mitgeteilt wird. Aber ich würde nicht zwingend davon ausgehen, dass es positiv aufgenommen wird. Meine Freundin war damals auch nicht begeistert, als wir uns eingemischt haben.
Ich denke auch, dass es wichtig ist, dass deine Nichte einmal angesprochen wird - und dabei ist egal von wem. Und da sie zur Familie gehört und ihr euch recht häufig seht, würde ich das nicht als "Einmischen" empfinden. Zunächst würde ich erstmal mit deinem Mann darüber reden und wenn er derselben Meinung wie du ist, sollte er seinen Bruder ansprechen. Immerhin kennt sein Bruder seine Tochter wohl am besten.
So eine Sache zu bereden ist immer sehr schwer, da Betroffene meistens versuchen, sich da rauszuwinden und sich irgendwelche - leider plausiblen - Gründe einfallen lassen, um nicht als Person mit Essstörung dazustehen. Die Eltern des Mädchens sollten sie dann ein wenig "beobachten" - zumindest ihre Essgewohnheiten. Das ist schon einmal wichtig. Und dann sollten sie mit ihr darüber sprechen, sollte ihnen Verhaltensauffälligkeiten auffallen.
In meinem Umfeld gibt es auch jemanden, die in meinen Augen eine Essstörung hat - jedoch weiß ich nicht, wie ich sie darauf ansprechen soll. Ich denke, sie ist sich darüber im Klaren, dass sie ein Problem mit Essen hat.
Du solltest auf jeden Fall die Augen offen halten, da eine Essstörung ja auch tödliche Folgen haben kann. Leider habe ich solche Erfahrungen auch im Bekanntenkreis (und deren Bekannten) machen müssen. So etwas ist niemals schön und sollte schon vorgebeugt werden, wenn möglich.
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