Woran erkennt man einen kompetenten Arzt?

vom 02.07.2013, 03:12 Uhr

Meine Bekannte musste heute zu einem HNO-Arzt. Dieser war jedoch als Vertretung für den eigentlichen Doktor da gewesen, weil dieser verhindert war. Das Problem, welches meiner Bekannten zuteilwurde, ist, dass sie durch ihre vergangene Drogensucht das Gefühl hat, kaum noch Luft zu bekommen, als ob sie einen Dauerschnupfen hat und des Weiteren blutet sie regelmäßig aus der Nase. Dies hat sie dem HNO-Arzt sofort so mitgeteilt und dieser schaute sich dann innerhalb von einer Minute die Nase an und meinte „das war klar und ist typisch“. Er teilte ihr mit, dass die Nase durch das Bluten und die Drogen im Austrocknungsverfahren gängig ist und das es gut war, dass meine Bekannte vorbei kam, denn ein paar Monate später hätte sie ein Loch in der Nasenscheidenwand zu verschmerzen gehabt und dann wäre ein größeres Problem auf sie zugekommen. Bei der Suche in den Suchmaschinen konnten wir diesbezüglich auch einiges finden, welches seine Aussagen stützen würde.

Sein Fazit war, dass er das wieder in den Griff kriegt, dass meine Bekannte wieder ordentlich atmen könne. Sie soll jetzt regelmäßig Nasensalbe von Bepanthen in die Nase schmieren und morgens und abends eine Nasendusche mit einer Kochsalzlösung nutzen. Nach ein paar Monaten soll sie dann diesbezüglich zur Nachkontrolle wieder da sein. Lediglich nächste Woche steht ein Allergietest beim selben Arzt an, damit man dieses chronische Schnupfengefühl und die Ursachen noch weiter ausschließen kann.

Das war es, was bei einem Besuch herumgekommen ist. Was hat meine Bekannte sich jetzt erhofft? Es wäre ihr vielleicht ganz lieb gewesen, wenn man zunächst einmal die Nase absaugt, denn sie bekommt wirklich kaum Luft. Wenn sie ihre Nasenflügel etwas auseinanderzieht, dann kriegt sie ein wenig besser Luft, aber das kann man schlecht den ganzen Tag machen, denn dann hat sie keine Hände frei. Des Weiteren finden wir das Fazit und die Behandlung sehr abstrus, denn wie soll sie durch die Behandlung mit Kochsalzlösung ( die sie ohnehin immer gemacht hat ) und mit Bepanthen-Salbe denn wieder Luft bekommen? Sie hat teilweise das Gefühl sie erstickt.

Ich stelle mir jetzt also die Frage, woran man wirklich einen kompetenten Arzt erkennt? Ist es wenn sich dieser mehr Zeit nimmt? Dieser Arzt hat, nachdem meine Bekannte ihre Vermutung aufgestellt hat, direkt gemeint, dass es typische Symptome der Drogensucht wären, aber er schaue noch mal nach. War er bereits voreingenommen durch die möglichen Ursachen, die meine Bekannte ihm andeutete? Ich empfand seine Aussagen als einfach denn er sprach ihr mehr oder weniger nach dem Mund. Woran erkenne ich also einen guten Arzt, der wirklich kompetent ist und man seinen Aussagen auch vertrauen kann?

» Glasreinigerin » Beiträge: 1008 » Talkpoints: 0,10 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Es ist sicher nicht leicht für einen Laien, einen kompetenten Arzt zu erkennen. Für mich ist es schon so, dass sich ein Arzt die Zeit für seine Patienten nehmen sollte. Aber im Umkehrschluss bedeutet das nun nicht, dass ein Arzt inkompetent ist, wenn er sich die Zeit einfach nicht nehmen kann, weil er sie nicht hat. So ganz verkehrt klingen die Aussagen des Arztes für mich nicht. Sicher war er ein Stück weit voreingenommen, weil er die wahrscheinliche Ursache der Probleme durch die Erklärung deiner Bekannten schon wusste. Trotzdem finde ich es wichtig, einem Arzt so viele Informationen wie möglich zu geben, damit dieser sich ein Bild der Lage machen kann.

Vielleicht hätte deine Bekannte es beim Arzt ja mal ansprechen können, dass sie sich weitere Schritte erhofft hätte. Möglicherweise hätte der Arzt sich dann auch mehr Zeit genommen. Es gibt übrigens Pflaster, die man auf die Nase klebt und mit deren Hilfe man wieder besser atmen kann, weil die Nasenflügel auseinander gezogen werden. Diese gibt es unter dem Namen "Besser Atmen" in der Apotheke. Vielleicht kannst du deiner Bekannten diesen Tipp mal geben, damit ihr wenigstens kurzfristig besser geholfen ist.

» Barbara Ann » Beiträge: 28946 » Talkpoints: 58,66 » Auszeichnung für 28000 Beiträge


Es ist schwer, einen kompetenten Arzt zu erkennen. Aber für mich ist ein Indiz für Kompetenz, dass der Arzt nicht gleich nach dem ersten Hinschauen eine Diagnose stellt und den Rezeptblock zückt, sondern dass er weiter fragt und entsprechende objektive Untersuchungen macht. Einmal war ich beim Arzt und sagte, dass ich eine Blasenentzündung habe. Er schrieb mir ein Medikament auf und nahm weder eine Urinprobe noch fragte er nach anderen Medikamenten, die ich einnehme, um Wechselwirkungen auszuschließen. Zu diesem Arzt bin ich dann nicht mehr gegangen.

» anlupa » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »



Ich denke, dass man einen kompetenten Arzt nicht unbedingt daran festmachen kann, dass er sich Zeit nimmt. Manche Ärzte haben unheimlich viel Erfahrung und können innerhalb von Sekunden die Symptome analysieren und eine Erkrankung festmachen. Für mich als Allergiker und Mensch mit einer schiefen Nasenscheidewand klingen die Behandlungsmöglichkeiten gar nicht so falsch. Die Nasendusche hat mir wirklich sehr geholfen, wenn ich wieder schon durchatmen wollte.

Ein Arzt kann auch ein riesiges Arschloch sein und trotzdem wirklich unheimlich gut und kompetent sein. Für mich ist ein kompetenter Arzt ein Arzt, der nicht jeden Test machen muss, um irgendeine Erkrankung auszuschließen und mit seinen Möglichkeiten schnell Linderung erreicht. Ein kompetenter Arzt bekämpft meiner Meinung nach nicht nur die Symptome, sondern wirklich die Erkrankung und probiert nicht Ewigkeiten herum, was denn was bringen könnte. Außerdem hört ein kompetenter Arzt mir als Patient zumindest kurz zu und analysiert und reagiert zügig, wenn es sein muss.

» Wibbeldribbel » Beiträge: 12618 » Talkpoints: 5,12 » Auszeichnung für 12000 Beiträge



Ich danke euch schon einmal für die Antworten. Das mit den Pflastern wie die erste Antworterin hier mitteilte habe ich so eben telefonisch weiter gegeben und meine Bekannte hat sich bedankt. Allgemein empfand ich den Arzt auch als nett, locker und witzig. Man muss natürlich auch dazu sagen, dass dieser ein Ersatzdoktor in dieser Praxis war und jetzt auch noch alle Patienten bei ihm antanzen mussten. Alleine am späten Nachmittag waren es um die zwanzig Stück – das dies sicher mit weniger Zeit empfunden ist mag ich nachempfinden können.

Wibbeldribbel wie lange hat es gedauert, dass du eine Besserung durch die Nasenduschen empfunden hast? Meine Bekannte hat es ja erst gestern Abend und heute Morgen gemacht, aber es ist nicht ein kleines Stück besser geworden. Die Nase fühlt sich noch immer zu an, sie atmet noch immer schwer. Sicherlich soll es keine Wunderheilung sein, aber ich frage halt mal, weil es doch gut wäre, solche Erfahrungen für sie mitzuhalten.

Glaubt ihr, dass es ratsam wäre, noch eine zweite Meinung einzuholen und diesem Arzt im Vorfeld nur die Problematik „Keine Luft bekommen, Atmungsschwierigkeiten, Schnarchen und Nasenbluten“ mitzuteilen, ohne auf die Drogenvergangenheit zurückzuweisen, damit eine vorschnelle Diagnose nicht möglich ist?

» Glasreinigerin » Beiträge: 1008 » Talkpoints: 0,10 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


Erst einmal muss ich dazu sagen, dass Kochsalzlösung gar nicht so verkehrt ist und die Nase normalerweise wieder freimacht. Bei Babys und kleinen Kindern verwendet man auch des Öfteren mal Kochsalzlösung, wie Nasentropfen, wenn sie mal einen Schnupfen oder desgleichen haben, um die Nase wieder freizubekommen, davon mal ganz abgesehen. Zu dem kann ich mir gut vorstellen, dass die Salbe, die deine Freundin sich in die Nase schmieren muss, verhindert, dass die Nase weiterhin austrocknet und die Nasenspülung macht die Nase doch auch wieder frei, sodass sie eigentlich problemlos Luft holen könnte, ohne Beschwerden zu haben, wenn sie die Medikamente denn regelmäßig anwendet. Zu dem habe ich noch nie gehört, dass ein Arzt einem die Nase auspumpt oder desgleichen.

Ich denke nicht, dass der Arzt voreingenommen war, von der Geschichte, die deine Freundin dem Arzt erzählt hat. Ich denke eher, dass deine Freundin ihm die Geschichte erzählt hat und sie selber auch schon wusste, dass es an der Vergangenheit liegen könnte und er danach denselben Eindruck hatte und sie deshalb auf denselben Nenner gekommen ist. Ich bin nicht der Meinung, dass der Arzt deiner Freundin nun nach dem Mund geredet hatte. Ich denke wirklich, dass beide Parteien Ahnung von der Vergangenheit und den darauf folgenden Krankheiten haben. Zu dem kann man jetzt nicht sagen, ob der Arzt nun kompetent war oder eher nicht. Immer hin kennen wir den Arzt nicht persönlich und können uns deshalb keine Meinung über den Arzt bilden.

Aber ich denke, dass man einen kompetenten Arzt daran erkennt, dass der Arzt Unteranderem sich Zeit für seine Patienten nimmt. Natürlich ist die Zeit nicht das Ausschlaggebende, um zu beurteilen, ob ein Arzt kompetent ist oder unkompetent ist. Immer hin kann ein Arzt auch mit wenig Zeitaufwand feststellen, was dem Patienten fehlt und, was dem Patienten hilft. Ich bin der Meinung, dass ein kompetenter Arzt auf die Schnelle sehen muss, was dem Patienten fehlt und die Diagnosen richtig sind und man im Nachhinein sehen kann, ob die Diagnose und die verschriebenen Medikamente einem Patienten helfen. Wenn der Patient schnell wieder gesund wird und die Diagnose richtig war, kann man sagen, dass es sich um einen kompetenten Arzt handelt. Zu dem ist die Freundlichkeit und desgleichen auch wichtig.

» kai0409 » Beiträge: 3345 » Talkpoints: 72,64 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Einen guten Arzt zu erkennen würde ich gar nicht mal als so kompliziert bezeichnen. Es sind ja eigentlich schon die kleinsten Dinge, die den Unterschied zwischen einem guten und einen weniger guten Arzt ausmachen. Ein guter Arzt zeigt sich natürlich immer interessiert und fragt auch mal bestimmte Sachen ab. Ich kenne es von meinem jetzigen Hausarzt, der bei manchen Sachen gar nichts mehr fragt, sondern einfach nur den Krankenschein ausfüllt und mir dann noch einen guten Tag wünscht. Den halte ich zum Beispiel nicht für einen guten Arzt, auch wenn er vielleicht fachlich sehr gut sein kann. Mir fehlt hier aber eine gewisse Sorge um den Patienten. Scheinbar ist der gute Mann in der Hinsicht völlig stumpf.

Die Kochsalzlösung ist im allgemeinen sehr verbreitet und eignet sich hervorragend dafür die Nase zu säubern und zu pflegen. Ab und zu mache ich das auch immer mal, einfach um vorzubeugen, denn das schadet ja nicht. Ich kann mir also schon sehr gut vorstellen, dass dies bei der Behandlung hilft. Sicherlich wird damit kein riesiger Erfolg von heute auf morgen erzielt werden können, aber mit der Zeit wird sich hier sicherlich eine Besserung einstellen können.

Ich glaube nicht, dass der Arzt voreingenommen war, als sie von ihrer damaligen Drogensucht berichtet hat. Gerade das ist doch ein wichtiger Punkt, an dem der Arzt aufhorcht. Mit so einer Aussage kann er sehr viel anfangen und kann nun gewisse Sachen eingrenzen und manches vielleicht auch ausgrenzen. Du schreibst ja, dass man noch einen Allergietest macht, was natürlich gut ist, denn das unterstreicht nur meine Meinung zu seiner Äußerung. Er macht es trotzdem, damit man es ausschließen kann und das ist doch gut. Man war jetzt natürlich nicht selbst dabei, aber insgesamt klingt das doch schon mal ganz gut.

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» Zohan » Beiträge: 4398 » Talkpoints: 16,33 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



Das mit den Ärzten ist so eine Sache für sich. Es gibt gute und eher Schlechte. Den Eid das beste für den Patienten und seine Heilung herauszuholen müssen alle angehenden Ärzte leisten, abe ich finde nicht alle halten sich daran.

Ein gute Arzt, geht auf den Patienten ein, nimmt sich Zeit trotz vollem Wartezimmer und versucht nicht nur die Symptome zu lindern. Ein guter Mediziner findet die Ursache und versucht dort anzusetzen.

Die Kehrseite ist natürlich, es können nicht so viele Patienten im Akkord abgearbeitet werden wenn man sich für Jeden genug Zeit nimmt und möglicherweise ist ist die Lösung der Ursache 3 Tage Bettruhe und nicht das neuste "Symptomunterdrücker-Medikament" des feinen Pharmavertreters.

Da wäre ich auch schon bei den schlechten Ärzten. Sie sind in meinem Augen nur Verkäufer. Die Lösung ist immer das neuste Mittelchen und alles wird gut. Natürlich wirft das mehr Profit ab aber hier unterscheiden sich numal Schlechte von guten Ärzten.

Fazit: Es gibt Ärzte die für die Patienten arbeiten und danach handeln und Verkäufer die eng mit der Pharmaindustrie verkettet sind.

» Chief1986 » Beiträge: 19 » Talkpoints: 8,73 »


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