Panikattacken Erfahrungen

vom 01.06.2008, 19:15 Uhr

Ich selber bekomme öfter mal Panikattacken, die sich bis zu einer Panikstörung entwickelt haben, für mich wäre es mal interessant, wer noch daran leidet, wie ihr und euer Umfald damit umgeht, und was ihr speziell in solchen Situationen macht und wo sie am häufigsten bei euch auftreten. Wer nicht weiß, was Panikattacken sind, ich werd's mal versuchen zu beschreiben, wie die sich bei mir äußern:

Man steht da, in einem Raum voller Leute, die Hände fangen an zu schwitzen, sie werden immer und immer kälter bis sie irgendwann anfangen zu kribbeln. Die Beine werden schwer, man hat das Gefühl, das man am liebsten loslaufen möchte. Der Magen spielt verrückt, man bekommt ein total komisches Gefühl, was man kaum beschreiben kann. Dir wird schwindelig, es kommt dir so vor, als ob du alles nicht mehr so genau mitbekommst. Du fängst an zu Zittern. So langsam bekommst du es mit der Angst zu tun: "Kippe ich gleich um?" ... Du merkst wie dein Herzschlag immer schneller wird, das Blut merkst du durch den ganzen Körper pumpen - du fängst noch mehr an zu zittern. Langsam aber sicher, kannst du nicht mehr richtig schlucken, es fühlt sich an, als ob ein riesengroßer Kloß im Hals ist.

Du achtest auf deine Atmung - die nächsten Ängste kommen "Nicht hyperventilieren" "hoffentlich merkt es keiner". Du willst nur noch weg, nach Hause... in Sicherheit. Du kannst dich nicht mehr konzentrieren, es kommt dir so vor, als ob alles nur noch automatisch geht. Man wird immer und immer mehr unsicherer. "Was machst du jetzt?" - der einzige Gedanke. Dein Mund wird trocken und dein Herz schlägt immer schneller und schneller. Die Angst geht ins unermeßliche. Du verlässt den Raum, gehst raus.. Nach spätestens 30 Minuten ist alles vorbei. Du weißt nicht, was es war, du weißt nicht warum, aber es war da.

Man fängt an, die Plätze zu vermeiden, wo es aufgetreten ist. Sei es anfangs in einem Kaufhaus, in einer langen Schlange bei warmen Wetter. Du hast Angst, das es beim nächsten Mal beim Einkaufen wieder passiert. Du versuchst nur noch einkaufen zu gehen, wenn du dir sicher bist, das der Laden nicht wieder so voll ist. Das kann sich auf alle Bereich des Lebens ausweiten und schon bist du drin im "Teufelskreis". Die "Angst vor der Angst" nennt man es.

Wahrscheinlich ist es am effektivsten durch eine Konfrontationstherapie die Panikattacken loszuwerden, was ziemlich hart werden kann. Man kann sich es kaum vorstellen, das man durch so eine Attacke Anspannungen bekommt, das man am nächsten Tag sogar Muskelkater hat.

Zur Erklärung: In einer Panikattacke "denkt" das Gehirn, das man in einer lebensbedrohlichen Lage ist, daher kommt, das das Blut aus den Händen in die Arme gepumpt wird, der Puls wird erhöht. Das kommt alles daher, das es in der Geschichte es immer zwei Dinge gab: "sich tot stellen" oder "weglaufen". Wer kennt das? Wie geht ihr damit um?

» Werringer » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »

Zuletzt geändert von Gio am 05.07.2013, 12:09, insgesamt 2-mal geändert. Zeige Beitragsversionen


Also ich hatte früher sehr heftige Panikattacken. Die ersten bekam ich mit 13, das ist mittlerweile 10 Jahre her. Damals war ich der festen Überzeugung, mein Herz würde aussetzen und bin von der Schule ins Krankenhaus gegangen.

Dort hat man mich zwar eine Woche gecheckt, aber keine organische Ursache finden können, deshalb wurde ich mit dem schlauen Rat, mehr Sport zu treiben, wieder nach Hause geschickt. DIe Gewissheit, dass ich eigentlich gesund war, half zunächst ein wenig gegen die schlimmen Attacken, allerdings nicht gegen die gelegentlichen Herzrythmusstörungen. Ich lerne, diese zu ignorieren so gut es ging, was allerdings nicht besonders fruchtbar war. Ich erinnere mich an Rollenspielabende, an denen ich der Geschichte kaum folgen konnte, weil ich so sehr auf mein Herz gehört habe, meine Hände schwitzig wurden, ich langsam hyperventilierte etc. Du weißt ja sicher, wovon ich spreche.

Als ich dann nach Osnabrück zog zum Studium, nahm ich stark an Gewicht zu und meine Probleme verstärkten sich maßgeblich. Einige Male hat jemand einen Krankenwagen gerufen, weil ich so totenbleich in der Ecke saß und nicht mehr wirklich ansprechbar war wegen des Hyperventilierens. Ich erinnere mich an ein Semester nur lückenhaft, weil ich kaum in der Uni war. Die Attacken hatten zur Folge, dass ich mich nicht mehr beanspruchen wollte und konnte, sehr wenig und schlecht schlief und sehr ungesund aß aus Frust und Angst.

Am Ende bin ich bei einem Naturheilpraktiker gewesen, der mir erklärte, ich hätte eine Blockade im 4. Chakra, dem Herz-Chakra. Diese Blockaden werden verursacht und begünstigt durch starke Angst und auch Traumata oder langjährige unbearbeitete Konflikte. Mit den Tropfen kam dann die Bereitschaft, mich einem zweiten Abnehmversuch zu stellen, der auch recht erfolgreich war. Dazu habe ich eine Psychotherapie begonnen. Ich denke, die Kombination aus der energetischen Therapie (Naturheilverfahren), Abnahme (= Körperlich leistungsfähiger, nicht so zerbrechlich) und Psychotherapie hat mich, obwohl ich keine gezielte Panik-Therapie gemacht habe, weitgehend davon befreit.

Nur sehr, sehr selten merke ich noch mal einen Anflug von Herzpochen und die Anzeichen dieser nervösen Panik.

Diese Naturheilpraxis, die ich besucht habe, war übrigens keine normale Heilpraktikerpraxis, sondern beschäftigt sich auch mit TMP, Telemagnetopathie, einer Energielehre. Falls Du Fragen hast, stehe ich Dir da gern zur Verfügung.

» Glaswandlerin » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »

Zuletzt geändert von Gio am 05.07.2013, 12:10, insgesamt 1-mal geändert. Zeige Beitragsversionen

Ich habe auch Erfahrungen mit Panikattacken gemacht. Bei mir fing das alles ganz plötzlich an, nachdem ich zu viel Koffein zu mir genommen hatte. Da ich nicht wusste was das zu bedeuten hatte, begann ich mir Sorgen zu machen ob ich bald durchdrehe. Ich bin erst mal zum Hausarzt der dann sagte das sei psychisch. Da ich mir das selbst schon gedacht hatte, war er mir somit keine große Hilfe. Aber er hat mir ein Anti-Depressiva aufgeschrieben (Fluoxetin), was ich täglich nehmen sollte. Da ich generell ein Angsthase bin, habe ich das aufgrund der vielen Nebenwirkungen natürlich erst mal nicht angerührt und versucht so klar zu kommen.

Aber es funktionierte nicht, ich war so verzweifelt das ich die Medis genommen habe. Naja, nach etwa einem halben Jahr waren alle Symptome weg, aber es war ein Kampf. Ich setzte die Fluox ab und es ging etwa ein Jahr gut, dann kam die nächste Phase. Wieder Attacken und wieder diese unbändige Angst davor irgendwann verrückt zu werden. Jetzt hab ich dann direkt einen Psychiater aufgesucht der mir verschiedenste Medikamente verschrieben hatte, die angeblich helfen sollen. Doxepin (war okay, macht aber wahnsinnig müde), Trevilor habe ich nicht vertragen, Paroxetin (habe ich ein Jahr genommen aber keine ausreichenden Ergebnisse erzielt und jetzt nehme ich Cipralex und bin momentan damit zufrieden.

Ich wünsche euch allen viel viel Kraft denn was für außenstehende oftmals gar nicht nachvollziehbar ist, aber Panikattacken können einem das ganze Leben schwer machen.

» Jess0708 » Beiträge: 715 » Talkpoints: 47,47 » Auszeichnung für 500 Beiträge



Diese Naturheilpraxis, die ich besucht habe, war übrigens keine normale Heilpraktikerpraxis, sondern beschäftigt sich auch mit TMP, Telemagnetopathie, einer Energielehre. Falls Du Fragen hast, stehe ich Dir da gern zur Verfügung.

davon hab ich noch nie was gehört. Hat deine Krankenkasse denn die Gebühren übernommen, oder musstest du das selber bezahlen? In eine Psychotherapie bin ich z.Z. auch und muss sagen, das sie mir hilft. Es geht zwar nicht immer so häufig um das Thema, aber dennoch scheint wohl alles in allem eine gute Mischung zu sein.

@Jess0708
Ein paar von den Tabletten kommen mir sehr bekannt vor. Bei mir wurde auch angefangen mit Fluoxetin. Nebenwirkungen gab's natürlich eine ganze Menge. Als die Tabletten nach 3 Monaten nicht wirklich geholfen haben, und ich eine zeitlang auch Schlafprobleme hatte, wurde auf Saroten umgestiegen. Sie wirken Schlafanstoßend. Im gleichen Zuge wurde auch Cipralex eingeschlichen, wo ich auch bei beiden, in den ersten paar Wochen die Nebenwirkungen spüren musste, die aber nach 2 Monaten verfallen sind.

Die Tabletten nehm' ich immernoch und bin eigentlich ganz zufrieden.

» Werringer » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »

Zuletzt geändert von Gio am 05.07.2013, 12:12, insgesamt 1-mal geändert. Zeige Beitragsversionen


Ich leide seit einigen Jahren an Panikattacken. Diese sind wahrscheinlich darauf zurück zu führen, dass meine Schwester mit 12 an Krebs gestorben ist, ich diesen leidvollen Prozess mit machen musste und selber noch ein Kind war.

Ich muss sagen, dass diese Panikattacken phasenweise bei mir auftreten, mal habe ich wochenlang täglich eine, mal habe ich ein paar Monate Ruhe. Es kommt immer darauf an. Worauf es ankommt, kann ich leider nicht sagen.

Meine Panikattacken sind teilweise recht überschaubar, manchmal aber auch so schlimm, dass ich wirklich denke ich sterbe jetzt hier in diesem Moment an einer bösen Krankheit. Selbst diese Auszusprechen macht mir Angst und ich hasse dieses Gefühl, denn die Schmerzen sind ja für einen selber da.

Als ich einen Arzt darauf ansprach, sagte er mir, dass in meinem Alter viele Leute damit zu kämpfen haben, und dies meistens wieder vergeht. Ich habe dann selber versucht einen Therapie Platz zu bekommen, was sich aber als äußerst schwierig darstellte, leider.

» Kleinnightwish85 » Beiträge: 684 » Talkpoints: 33,25 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Ich habe seit einigen Jahren auch immer mal wieder Panik- und generell auch Angstattacken. Diese sind mal mehr, mal weniger schlimm. Ich habe dann immer das Gefühl, dass um mich herum alles "dunkel" wird, bekomme Herzrasen, mir wird schwindelig und habe das Gefühl kaum atmen zu können. Ich fühle mich dann immer ein wenig wie weg getreten. Oft habe ich auch das Gefühl, gleich sterben zu müssen, was die Angst und Panik natürlich noch größer macht.

In solchen Situationen selber, weiß ich nie was ich machen soll beziehungsweise funktionieren Ablenkungsmanöver eigentlich auch nur selten. Ich versuche dann immer mit meinem Freund ein normales Gespräch zu führen, aber dazu muss ich mich regelrecht zwingen, da ich in der Anfangszeit der Panikattacke auch wie erstarrt bin. Zum Glück hatte ich die letzten Panikattacken immer zu Hause, denn in der Öffentlichkeit ist es noch schlimmer und man fühlt sich noch hilfloser. Auch muss ich mich immer zusammen reißen, dass ich keinen Krankenwagen rufe. Ich würde meinem Freund immer am liebsten direkt sagen, dass er mich ins Krankenhaus bringen soll.

Ich bemühe mich zur Zeit um einen Therapieplatz um dieses und andere Probleme in den Griff zu bekommen, denn ich habe das Gefühl, dass ich das alleine nicht schaffen kann, da ich auch nicht genau weiß, warum ich diese Angst- und Panikstörungen habe.

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» Nana_2011 » Beiträge: 2250 » Talkpoints: 0,21 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


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