Angst bei einer Vollnarkose nicht mehr aufzuwachen?
Meine Cousine hat panische Angst vor Operationen. Sie ist so alt wie ich und hat noch nie im Krankenhaus gelegen, geschweige denn, dass sie operiert wurde. Nun steht aber sehr wahrscheinlich eine Operation an, wenn die Beschwerden nicht besser werden. Es besteht der Verdacht auf Blinddarmentzündung, die die Ärzte aber zur Zeit noch beobachten. Meine Cousine hat aber an sich nicht Angst vor der eigentlichen Operation, sondern davor, nicht mehr aus der Narkose aufzuwachen. Woher diese panische Angst kommt weiß sie nicht.
Ich habe mich, seit dem ich mit meiner Cousine gesprochen habe mal mit diesem Thema beschäftigt und selber überlegt, wie es wäre, wenn ich operiert werden müsste. Ich glaube, dass es mir vielleicht ähnlich gehen würde. Denn irgendwie wird ja doch in den Körper sehr tief eingegriffen und Narkoserisiken gibt es ja auch auf alle Fälle. Habt ihr Angst, dass ihr bei einer Vollnarkose nicht mehr aufwacht oder lasst ihr euch ohne Bedenken eine Vollnarkose geben?
Ich lese oft, dass sich Menschen eine Vollnarkose geben lassen, wenn ein Zahn gezogen werden muss. Ist das nicht doch sehr risikoreich, wo man das doch mit einer lokalen Betäubung hinbekommen könnte? Welche Narkoseart würdet ihr wählen, wenn ihr könntet und habt ihr Angst vor einer Vollnarkose?
Die Angst nicht mehr aufzuwachen, ist durchaus berechtigt. Eine Narkose birgt immer Risiken mit sich. Allerdings sind sie bei einem ansonsten gesunden Menschen so gering, dass die Gefahr, im Auto auf der Fahrt zum Krankenhaus einen tödlichen Unfall zu erleiden, wahrscheinlich größer ist. Wenn man nicht bei einer schweren Blinddarmentzündung nicht operieren lässt, stirbt man ziemlich sicher.
Wie anlupa bereits richtig sagte: Die Wahrscheinlichkeit auf der Straße einen Unfall zu bauen oder von einem Auto erfasst zu werden, ist höher als die Gefahr aus der Vollnarkose nicht wieder zu erwachen - vorausgesetzt, der Patient ist kerngesund und hat keine schweren Herz-Kreislauf- oder neurologische Probleme. Denn insbesondere die Narkose ist heutzutage in der Medizin mit das Sicherste, was es gibt. Die Erfolgsquote ist immens hoch - wen wundert es, immerhin sollten die vielen operierten Patienten auch aufwachen, insofern ist die Quote eher relativ anzusehen.
Ich persönlich bevorzuge immer die Lokalanästhesie, da ich dann während des Eingriffes bei vollem Bewusstsein und so dann auch miterleben kann, was passiert. Viele Menschen schreckt dieser Gedanke ab, warum auch immer - diese wollen dann lieber "einschlafen" und möglichst gar nicht mitbekommen, tendieren dann eher zur Vollnarkose. Aber auch in der Vollnarkose gibt es durch die Individualität des Menschen bedingt durchaus Patienten, die während des Eingriffes aufwachen - sogenannte Awareness (intraoperative Wachheit). Das ist insofern schlimm, weil der Patient in dem Moment sediert ist, sprich nicht klar denken kann, das Umfeld jedoch sehr gut mitkriegt. Nach dem Eingriff berichten sie dann von unangenehmen Gefühlen, von der Angst, dass da was schief gegangen sein könnte: Sie haben zwar mitbekommen, dass da was gemacht wurde, können sich aber nicht an Details erinnern und das Ereignis wiedergeben. Das ist wahrlich kein gutes Gefühl und erfordert manchmal auch psychologische Hilfe, weil die Patienten nicht von sich aus darüber reden wollen. Ein anderes Phänomen ist das Recall, hier können die Patienten jedoch das Erlebte wiedergeben. Beides sind in der Anästhesie - ich sage mal - "gefürchtete" Ereignisse während des Eingriffes.
Vollnarkosen hatte ich bisher 2 Stück in meinem Leben. Zur Zeit bin ich 21. Meine zweite Vollnarkose lief ohne Komplikation, zur ersten komme ich gleich. Bei meiner zweiten Vollnarkose war ich ca. 12 Jahre alt. Mir wurden die Weisheitszähne rausoperiert. Allerdings nur zwei von 4. (Vor einem Jahr wurden dann die anderen beiden rausgeschnitten, allerdings ohne Vollnarkose). Bei der Operation lief alles korrekt und ich war auch kurz nach der OP wieder auf den Beinen.
Meine erste Vollnarkose lief allerdings nicht so berauschend. Ich war ca. 4 oder 5 Jahre alt. Mir wurden dort die Polypen herausgenommen. Allerdings wachte ich während der OP auf und soweit ich das noch in Erinnerung habe, sah ich dabei wie drei oder vier Menschen um mich standen, den Apparat der deine Werte kontrolliert, diese Klebedinger die man manchmal auf die Brust bekommt und Schläuche in meiner Nase. Ich war noch jung, hab das alles nicht verstanden. Ich weiß nicht ob ich aufgewacht bin, als die OP schon zu ende war und ich einfach dann im OP aufgewacht bin, oder ob ich mitten in der Operation aufgewacht bin und die mich wieder narkotisiert haben. Ich weiß nur noch das ich ganz viel geweint habe und unbedingt zu meiner Mutter wollte, die im Zimmer auf mich wartete.
Allerdings kamen die Erinnerungen an diese OP erst vor ein paar Jahren wieder zurück, ich glaube ich habe die einfach verdrängt gehabt. Deswegen hatte ich auch keine Angst vor meiner zweiten Narkose. Wenn ich allerdings jetzt wieder eine Narkose bekommen würde, ich hab schon Angst das mir irgendwann nochmal so etwas passiert.
Also prinzipiell kenne ich diese Angst nur "anders herum", sprich dass die Patienten Angst haben, dass sie während der Operation aufwachen und dann die dabei aufkommenden Schmerzen zu spüren. Jedoch ist die Wahrscheinlichkeit hierbei sehr gering, auch wenn man vereinzelt davon hört. So ist beispielsweise meine Mutter tatsächlich mitten in einer Operation (welche genau weiß ich jedoch nicht) aufgewacht und hat nach einem Kaffee verlangt. Sie selbst kann sich nicht daran erinnern ihr wurde das Alles später von den Ärzten so erzählt.
Und auch wenn der geschilderte Fall schon sehr selten auftritt, die Chance dass man nach einer Vollnarkose nicht mehr aufwacht ist noch einmal weitaus geringer. Zumindest habe ich für meinen Teil noch nie von einem solchen Vorfall etwas mitbekommen. Was aber durchaus vorkommen kann ist, dass man während einer Operation zwar bei Bewusstsein ist, sich jedoch nicht bewegen oder mitteilen kann. Zu diesem Phänomen gibt es sogar einen Film, Awake.
Wenn ich die Wahl habe, bevorzuge ich eine örtliche Betäubung. Meine letzte Vollnarkose ist zwar schon etliche Jahre her, aber ich war hinterher wochenlang "neben der Spur". Ich konnte mich schwer konzentrieren und mein Kurzzeitgedächtnis war ganz durcheinander. Zwar habe ich keine Beweis, dass das "Einschläfern" wirklich zu diesen Problemen geführt hat, vermute aber einen Zusammenhang. Bei einer örtlichen Betäubung kriegt man zwar mehr mit, als unbedingt sein muss, aber solange ich von den Schmerzen nichts spüre, bin ich zufrieden. Letzten Endes würde ich mich auf den Rat des Arztes verlassen.
Angst davor, während einer OP aufzuwachen oder nach einer OP nicht mehr aufzuwachen, habe ich eigentlich nicht. Natürlich besteht ein Restrisiko, aber das besteht auch, wenn ich eine Straße überquere oder mich ins Flugzeug setze.
Wie jeder Mensch habe auch ich Angst vor Operationen. Allerdings habe ich ehrlich gesagt nur Angst vor den Schmerzen. Ich habe Angst davor, nach der Operation starke Schmerzen zu haben oder gar etwas während der Operation zu spüren. Das wäre wirklich schlimm.
Angst, nicht nach einer Operation aufzuwachen, habe ich gar keine. Immerhin ist es doch so, dass ich es eben selbst nicht merken würde, wenn ich nicht aufwachen würde. Von daher mache ich mir da nun wirklich keine Gedanken.
Die Angst nicht mehr aufzuwachen nach einer Vollnarkose ist eine begründete Angst, die wohl fast jeder hat. Allerdings kommt dieser Fall so gut wie nicht mehr vor. Die Narkoseärzte sind sehr gut ausgebildet, Narkosen werden nach dem neuesten Stand durchgeführt und können mit früheren Zeiten nicht mehr verglichen werden. Trotzdem bleibt eine begründete Angst bestehen, siehe
hier. Wo keiner drinsitzt, sind die gesamten Geräte, die natürlich trotz Wartung auch mal einen Defekt haben können. Aber ich ich glaube, dass für einen solchen Fall genügend Ersatz zur Verfügung steht, der auch schnellstens für Abhilfe sorgt.
Eine Narkoseart zu wählen ist nicht für alle Menschen möglich. Dann muss eben die Vollnarkose genommen werden. Die panische Angst, die du ansprichst, ist eigentlich völlig normal. Bekommt man eine Vollnarkose, ist man nicht mehr Herr über sich selbst und den Ärzten ausgeliefert. Das ist ein Zustand, den keiner liebt und nicht möchte. Was im Einzelnen gemacht wird, bestimmen die Ärzte und man selbst hat keinerlei Einfluss mehr auf das, was mit einem geschieht. Man befindet sich in einem abhängigen Zustand, den jeder verabscheut Wo keiner drinsitzt, sind die gesamten Geräte, die natürlich trotz Wartung auch mal einen Defekt haben können. Aber ich glaube, dass für einen solchen Fall genügend Ersatz zur Verfügung steht, der auch schnellstens für Abhilfe sorgt.
Ich bin schon vor Jahren am Blinddarm operiert worden. Bei mir kam das ganz plötzlich und bei meiner Schwester war es so, dass sie selbst auf dem Spielplatz vor Schmerzen nicht mehr konnte und einfach ohne Wissen meiner Mutter ins Krankenhaus gegangen ist. Dort wurde sie auch am anderen Tag am Blinddarm operiert. Deswegen wundere ich mich über deine Cousine, dass die Ärzte das erst lange beobachten. Vielleicht hat sie Glück und muss nicht operiert werden.
Ich hatte bis jetzt nur eine richtige Vollnarkose. Die Vollnarkose hatte ich bei einer eigentlich schweren Operation mit 14 Jahren. Die Operation und Vollnarkose war auch meine erste bis jetzt. Ich wurde am Blinddarm operiert. Jetzt denken wahrscheinlich sehr viele von euch, die sich mit Operationen auskennen, dass das keine große Sache ist und ihr habt eigentlich auch recht damit, nur bei mir war es ein bisschen schlimmer als normal. Mein Blinddarm war kurz vorm platzen und wenn der Blinddarm geplatzt wäre, dann wäre ich jetzt tod, also es war eine sehr knappe Sache.
Als ich am Morgen schmerzen im Unterleib hatte bin ich sofort zum Hausarzt gegangen. Eigentlich gehe ich so wenig wie möglich zum Arzt. Aber mein Vater hat gesagt, das in diesem Bereich der Blinddarm liegt und deshalb bin ich auch zum Arzt gefahren. Beim Hausarzt sollte ich auf einem Bein hüpfen und wenn ich Schmerzen hatte sollte ich es sagen. Als ich dann gesagt habe, das ich dabei schmerzen habe. Hatte er mir sofort ein Brief für den Oberarzt mitgegeben. Als ich im richtigen Krankenhaus war, musste ich erstmal eine Urinprobe und eine Blutprobe abgeben. Dann habe ich ein Zimmer bekommen. Als nächstes kam meine Krankenschwester ins Zimmer rein und hat gesagt, das ich in zwei Stunden operiert werde. Ein paar Minuten später ist der Arzt ins Zimmer gekommen und hat gesagt, das ich als erstes dran wäre, weil ich in einer Notfall Situation bin.
Der Oberarzt hat mich persönlich operiert. Die Operation hat statt 45 Minuten drei Stunden gedauert. Ich muss erlich sagen, das ich keine Angst davor hatte, das ich bei einer Vollnarkose nicht mehr aufwachen würde. Daran habe ich auch gar nicht dran gedacht. Früher, weiß ich noch, als ich weit vor meiner Operation war, immer angst vor Operationen hatte. Ich habe immer daran gedacht, wie schlimm das wohl sein wird. Ich muss sagen, das ich vor meiner Operation ganz ruhig war und ich hatte auch keine Angst. Als ich mit diesem Tropf in Narkose gesetz wurde, sollte ich erstmal die Augen zu machen. Als der Tropf mit der Vollnarkose angedreht wurde, habe ich so ein Kurzzeitiges Kribbel verspürt und an die ganze Zeit danach kann ich mich nicht dran erinnern. Wenn ich sterben müsste, dann würde ich gerne unter Vollnarkose sterben, weil man dann nicht so viel von seinem Tod mitbekommen würde. Man würde auch keine Schmerzen verspüren. Trotzdem würde ich natürlich lieber leben. Auf jeden Fall habe ich nicht daran gedacht, das man bei einer Vollnarkose sterben könnte und deshalb hatte ich davor auch keine Angst.
Ich habe keinerlei Angst mehr vor einer Vollnarkose, auch wenn ich erst dreimal eine hatte. Zwei davon hatte ich an einem Tag innerhalb weniger Stunden, weil es nach einer Operation zu Nachblutungen kam. Nach zwei Vollnarkosen habe ich mich natürlich ziemlich platt und etwas übel gefühlt, aber ansonsten ging es mir ganz gut. Angst habe ich nach dieser Erfahrung nicht. Vor der ersten Vollnarkose, die ich vor einigen Jahren hatte, hatte ich natürlich Angst. Allerdings kannte ich das alles noch nicht und ich denke, dass ein bisschen Angst vor der ersten Narkose an sich dann auch normal ist.
Ich muss aber sagen, dass ich nie davor Angst hatte, aus einer Narkose nicht mehr aufzuwachen. Warum auch? Man bekommt das im günstigsten Falle nicht mehr mit, wenn man unmittelbar an den Folgen der Narkose oder an denen des Eingriffs stirbt. Natürlich will jeder Mensch weiterleben, von einigen Ausnahmen mal abgesehen. Aber wenn man es selbst nicht mehr mitbekommt, ist es auch nicht so schlimm, wenn man dann nicht mehr aufwacht. Für die Welt an sich ist das ohnehin unerheblich.
Ich würde mir dennoch nicht für jeden Firlefanz direkt eine Vollnarkose geben lassen. Beim Zahnarzt habe ich noch nie eine Vollnarkose in Anspruch genommen, auch nicht bei der Entfernung meiner vier Weisheitszähne. So schmerzhaft ist das ja gar nicht. Meistens sind die vorangegangenen Zahnschmerzen viel schlimmer. Auch wenn andere Eingriffe viel unangenehmer sind als so eine Zahnextraktion, würde ich nicht sofort um eine Vollnarkose bitten. Das wäre die absolute Ausnahme.
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