Cyberchondrie - Wer klickt sich die Diagnosen im Internet?

vom 19.06.2013, 11:37 Uhr

Seiten, wie www.was-fehlt-mir.net , sind Seiten in denen man ankreuzen kann, was einem fehlt und dann verspricht diese Seite innerhalb kurzer Zeit eine Diagnose zu stellen. Zig Tausend Deutsche klicken sich so schon ihre Diagnose selber und gehen erst mal nicht zum Arzt oder verfallen in Panik, wenn diese Seiten wirklich eine schlimme Diagnose stellt.

Heute Mittag war im Fernsehen eine Reportage darüber und man staunt nicht schlecht, was so eine Seite einem für Krankheiten andichtet. Klickt ihr euch eure Diagnosen auch selber? Oder lasst ihr das Internet links liegen, wenn es euch nicht gut geht? Ist euer erster Weg der Weg zum Arzt oder der Weg ins Internet? Welche Seiten kennt ihr noch, die angeblich Diagnosen stellen?

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» Ampelmännchen » Beiträge: 1310 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Ich google gewisse Wehwehchen oft; die Seite, die Du genannt hast, kenne ich nicht, aber über google gelangt man ja in die Gesundheitsportale und Foren und da findet man auch meistens das, was man sucht. Beispielsweise hatte ich mal einen Dreh- und Lagerungsschwindel, das habe ich anhand der Symptome, die ich online eingegeben habe, herausgefunden bzw. ich kannte das auch schon vorher. Dabei habe ich auch eine Anleitung gefunden, wie man den wieder wegbekommt (man muss bestimmte ruckartige Kopfbewegungen machen, weil sich da Steinchen im Gehörgang verirrt haben) und das funktionierte auch.

Wenn ich etwas wirklich Schlimmes hätte, dann würde ich schon auch zum Arzt gehen, aber man hat doch öfters mal irgendwelche Zipperlein und dann gleich jedes Mal zum Arzt rennen, ist ja auch übertrieben. Zudem hat nicht jedes körperliche Symptom oder jeder Schmerz eine wirklich benennbare Ursache; manchmal tut auch grundlos was weh und das wäre mir peinlich,dann immer gleich zum Arzt zu gehen.

» Zitronengras » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


Ich klicke meine Diagnosen nicht selber im Internet, weil das irgendwo viel zu allgemein ist und man sicher nicht gewisse Sachen so genau spüren kann, wie man sich das auf diesen Internetseiten vorstellt. Jeder empfindet einen gewissen Schmerz anders, obwohl es vielleicht die gleiche Diagnose sein mag. Hier kann wirklich nur ein richtiger Arzt sich ein reales Bild von den Beschwerden machen und dann zu einer Diagnose tendieren.

Bei gewissen Beschwerden google ich auch zunächst ein wenig durch das Internet, bevor ich gleich zum Arzt renne. Ich halte mir aber dabei permanent vor Augen, dass es sich hier nur um Vermutungen handelt und das man niemals anhand der Aussagen von anderen Leuten im Internet selbst eine Diagnose stellen sollte.

Vor kurzem dachte ich auch, ich hätte eine Erkältung verschleppt und das wurde durch das Internet größten Teils auch so bestätigt. Ich bin dann aber trotzdem mal zum Arzt gegangen, weil ich es genau wissen wollte und keine Besserung eintrat. Dieser untersuchte mich und stellte eben fest, dass ich wohl Heuschnupfen habe, was nun doch etwas anderes ist als eine verschleppte Erkältung.

Man kann also zusammenfassend schon sagen, dass es nicht ganz verkehrt ist, wenn man sich im Internet schon mal ein wenig mit den eigenen Symptomen umschaut und die eine oder andere Vermutung anstellen kann, aber man sollte sich eben nicht nur darauf berufen. Einen Arzt ersetzt bis zum heutigen Tage noch keine Internetseite oder ein Forum. Solche Sachen erfordern eine genaue und gründliche Untersuchung, die man im Internet logischerweise nicht hat. Der Weg sollte also am Ende immer zuerst zum Doktor führen, bevor man anfängt an sich selbst herum zu experimentieren.

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» Zohan » Beiträge: 4398 » Talkpoints: 16,33 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



Wer ist denn so blöd und lässt sich eine Diagnose im Internet erstellen? Wenn solche Menschen dann eine schlimme, falsche Diagnose erhalten, ist das ihrer Dummheit zuzuschreiben. Sollten sie dann durchdrehen, kann man sie nicht einmal bedauern.

Wofür gibt es eigentlich Ärzte? Wenn ein Arzt nicht feststellen kann, was der Patient aufgrund der Symptome haben könnte, wird er ihn zu einem Kollegen überweisen, der sich als Facharzt auf diesem speziellen Gebiet vielleicht besser auskennen wird.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge



Ich schlage schon mal nach, im Internet, wenn ich ein Wehwehchen habe und es nicht gleich ernst ist. Schaue mir dann auch Kommentare an, ob andere die gleichen Symptome haben wie ich oder nicht. Man kann öfter mal gute Tipps bekommen.

Wenn ich aber wirklich eine ernste Krankheit habe, dann gehe ich schon zum Arzt, man darf dann nicht seine eigenen Diagnosen stellen, oder sich auf andere dort im Internet verlassen, das man sich dann um einen kümmert und heilt geht halt doch nur mit Experten.

Finde es aber nicht schlecht, auch wenn man schon vom Arzt aus weiß, was man hat, das man trotzdem im Internet nachschlagen kann und einige Tipps gibt es immer, die man durchaus mal berücksichtigen kann, aber immer nur wenn es nicht auf die Gesundheit geht.

» Radu » Beiträge: 22 » Talkpoints: 8,67 »


Zohan hat geschrieben:Vor kurzem dachte ich auch, ich hätte eine Erkältung verschleppt und das wurde durch das Internet größten Teils auch so bestätigt. Ich bin dann aber trotzdem mal zum Arzt gegangen, weil ich es genau wissen wollte und keine Besserung eintrat. Dieser untersuchte mich und stellte eben fest, dass ich wohl Heuschnupfen habe, was nun doch etwas anderes ist als eine verschleppte Erkältung.

Das ist ein wunderbares Beispiel. Du hast bestimmt die richtigen Symptome im Internet beschrieben oder nachgeschlagen. Aber viele Krankheiten fangen eben ähnlich an. Deshalb sollten so Seiten wie was-fehlt-mir.net höchstens mehrere Möglichkeiten vorgeben. Aber einem Arzt werden immer noch Fragen einfallen, mit deren Antworten man dann der Sache näher kommt. Viele Dinge beachtet man ja gar nicht. Da konzentriert man sich auf seine laufende Nase und hat gar nicht gemerkt, dass einem in letzter Zeit häufiger die Augen jucken. Das Internet wird nicht nach haken.

Ich informiere mich auch vor einem Arztbesuch, was ich denn haben könnte. Aber eher in Foren oder auf Gesundheitsseiten. Eine Diagnosenseite habe ich bisher nicht besucht. Die würde ich aber auch gar nicht ernst nehmen. Die halte ich eher für einen Partygag. "Laßt uns mal nachsehen, was Markus hat. Schwindlig? Ja. Übelkeit? Ja. Erbrechen? Ja. Sehstörungen? Ja." Und so wird aus einem Besoffenen einer mit einer Nebennierenrindenunterfunktion. Schönes Wort. Die Party kann weitergehen. :lol:

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» Bienenkönigin » Beiträge: 9448 » Talkpoints: 19,93 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Bevor ich wegen jedem kleinen bis mittelschweren Problemchen zum Arzt laufe, schaue ich häufig erst einmal im Internet nach, wodurch die Symptome denn verursacht werden könnten. Manchmal sind die Ursachen ja ganz simpel, nur dass man eben nicht direkt darauf kommt - zum Beispiel Kopfschmerzen, weil man zu wenig trinkt. Aber einen Arztbesuch ersetzt so etwas nun einmal nicht, und das sollte man auch im Hinterkopf behalten und sich keine Panik vom Internet machen lassen. Es sind nur Ideen, was Probleme verursachen könnte, nicht mehr und nicht weniger und erst recht nichts Professionelles. Dazu muss ich sagen, dass ich ein wenig medizinisches Hintergrundwissen besitze und nicht beurteilen kann, wie es sich bei Leuten verhält, die das nicht haben und vielleicht unkritisch an die Internetseiten herangehen.

Fakt ist jedenfalls: Ich nutze die Seiten gerne, aber sie sind eben mit Vorsicht zu genießen. Die im Eingangspost genannte Seite eben hat beispielsweise aus einer simplen Erkältung, die ich gerade habe, gleich einen Keuchhusten gemacht.

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» JaJaVogel » Beiträge: 74 » Talkpoints: 42,09 »



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