Dürfen Apotheker gleichwertige Medikamente herausgeben?
Ich bin auf diese Frage gekommen, da mein Vater letzte Woche mit leeren Händen von der Apotheke nach Hause kam, weil das Medikament, das ihm verschrieben wurde, nicht vorrätig war. Ihr müsst wissen, dass es sich bei der Apotheke um eine kleine Dorfapotheke handelt, die wirklich nur die gängigsten Arzneimittel führt und alles andere immer erst bestellen muss.
Aber dürfen Apotheker auch Medikamente verkaufen, die die gleiche Wirkung wie das vom Arzt verschriebene Medikament haben und noch auf Vorrat sind oder dürfen sie wirklich nur das Medikament herausgeben, das auf dem Rezept steht?
So weit ich das als Kunde mit bekommen habe, kommt das darauf an, welches Rezept der Arzt ausgestellt hat. Wenn es sich um ein grünes Privatrezept handelt, dann kann der Apotheker herausgeben, was er und der Kunde wollen, denn Privatrezepte sind nur Empfehlungen und nicht bindend.
Wenn es sich um ein rosa Rezept für die gesetzliche Krankenkasse handelt, dann sind da Grenzen gesetzt. Sobald der Arzt da ein Medikament mit Handelsnamen oder Markennamen aufgeschrieben hat, muss der Apotheker das ausgeben. Ich hatte aber auch schon erlebt, dass die Apotheker dann in Zweifelsfällen beim Arzt anriefen und dort einen Änderungswunsch anmerkten, zum Beispiel wenn es das Präparat so nicht mehr im Handel gab.
Wenn der Arzt auf das rosa Rezept nur einen Wirkstoffnamen und die Wirkstoffkonzentration aber keine Firma und keinen Handelsnamen eines Präparates aufschreibt, kann der Apotheker freier etwas heraus geben. Allerdings muss er dann möglichst darauf achten, dass er einen Hersteller wählt, der mit der Krankenkasse Rabattverträge hat. Baugleiche Präparate von anderen Firmen kann er wohl auch heraus geben, aber möglicherweise zahlt der Kunde dann einen Betrag dazu.
Das, was trüffelsucher hier geschrieben hat, ist nicht so ganz richtig. Ohne weitere Informationen, um was für ein Rezept und Medikament es sich gehandelt hat, ist es aber recht schwierig, dazu etwas zu schreiben. Wenn der Arzt ein Medikament auf einem "normalen" Kassenrezept verordnet hat, dann kommt es darauf an, wie er es verordnet hat und um was für ein Medikament es geht. Wenn die Firma auch auf dem Rezept steht, heißt das nicht zwingend, dass wir diese in der Apotheke auch abgeben müssen. Das würde es nur heißen, wenn der Arzt durch ein Kreuz in dem Feld vor dem Arzneimittel den Austausch verbietet.
Wenn der Arzt dieses Kreuz in dem "Aut Idem"- Feld nicht setzt, bedeutet dies aber nicht zwingend, dass wir etwas abgeben dürfen, was wir auf Lager haben. Dann kommen die Rabattverträge der Krankenkassen ins Spiel, an die wir uns halten müssen. Manchmal haben Krankenkassen nur einen Rabattpartner, den wir dann abgeben müssen. Wenn dieser dann nicht auf Lager ist, muss er bestellt werden. Das Problem bei der Sache ist, dass jede Krankenkasse andere Firmen als Rabattpartner hat. Darum ist es für eine Apotheke eigentlich fast unmöglich, die Präparate von allen Firmen auf Lager zu haben, die infrage kommen könnten.
Da die Rabattverträge sich auch monatlich ändern können, ist es nicht gerade einfach, das Warenlager anständig zu kontrollieren und zu führen. Bei Privatrezepten ist es einfacher, auch wenn der Arzt auch hier die Möglichkeit hat, den Austausch des Arzneimittels zu verbieten. Aber meistens hat man hier doch eher die Möglichkeit, in Absprache mit dem Kunden ein Präparat mit dem gleichen Wirkstoff abzugeben.
Ich habe jahrelang eine Antibabypille der Marke Bayer genommen. Als ich vor ein paar Jahren ein Rezept einlösen wollte, hatten sie es nicht vorrätig und ich glaube, es gab sogar Probleme bei der Bestellung. Daraufhin verkaufte mir die Apothekerin eine Pille von Hexal, die in ihrer Zusammensetzung absolut identisch ist. Da ich kurz darauf den Frauenarzt gewechselt habe, hab ich ihm gleich gesagt, dass ich die von Hexal nehmen würde und bekomme seitdem Rezepte für diese. Die ist nämlich ein ganzes Stück billiger.
Ich denke, mein Rezept war rosa, aber wie Barbara Ann beschrieb, spielt das ja wohl keine Rolle. Wie gesagt, sind die Präparate absolut identisch. Das macht die Sache sicher einfacher.
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