Typisierung nicht mehr mit Bluttest sondern mit Tupfertest?

vom 14.06.2013, 20:54 Uhr

Als ich mit meinem dritten Kind schwanger war, war bei uns im Ort eine große Typisierung, weil ein Bewohner an Leukämie erkrankt war. Damals konnte ich mich nicht typisieren lassen, weil ich schwanger war. Aber mein Mann hat sich typisieren lassen und dabei musste er Blut abgenommen bekommen. Nun habe ich im Fernsehen Werbung für die Stammzellentypisierung gesehen und dort wurde gesagt "Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein".

Bedeutet das, dass man nicht mehr Blut abgenommen bekommen muss und dass man sich mit einem Stäbchentest typisieren lassen kann? Ist das denn genauso genau? Oder muss man wenn dann die Werte einigermaßen übereinstimmen zu einem Bluttest? Wie funktioniert das mit diesem Tupfertest?

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» supermami » Beiträge: 2317 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Mit den Tupfern streift man etwas Mundschleimhaut ab. Da alle Zellen die Erbinformationen der Menschen enthalten, wird vermutlich per DNA Analyse ermittelt, welche Merkmale die Stammzellen der betreffenden Person haben. Wenn dann die DKMS diese Stäbchen und den Fragebogen ausgewertet haben und man als Spender in Frage kommt, muss man sich beim Arzt noch mal Blut abnehmen lassen, so wie ich das mal gehört habe. Sicher bin ich mir aber nicht.

Dafür hat sich wohl die eigentliche Spenderprozedur verbessert. Das ganze soll in vielen Fällen weit angenehmer geworden sein als früher. Und ein kleiner Pieks bei der Blutabnahme ist ja wirklich nicht schlimm.

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» trüffelsucher » Beiträge: 12446 » Talkpoints: 3,92 » Auszeichnung für 12000 Beiträge


Es ist in der Tat so, wie du es beschrieben hast: "Mund auf, Stäbchen rein, Spender sein." Auf diese Art bin ich nämlich vor einigen Monaten zum Stammzellspender geworden, habe mich also in die DKMS eintragen lassen.

Man bekommt nach der Anmeldung, die man auch online machen kann, ein Paket zugeschickt mit zwei (Watte-)Stäbchen, mit denen man praktisch eine Schleimhautprobe abnehmen muss - dafür drückt man die Stäbchen 30-50 Sekunden lang in die Wangen, dreht und rotiert sie ein bisschen und schon hat man (hoffentlich) genug Zellen aufgenommen, um eine Typisierung durchzuführen. Diese Stäbchen schickt man dann schön verpackt an die DKMS und nach der erfolgreichen Typisierung wird man in die Datenbank aufgenommen.

Die Typisierung erfolgt nach den sogenannten HLA-Merkmalen, welche sich auf allen Zellen des Körpers befinden. In Deutschland werden, soweit ich weiß, 10 dieser HLA-Antigene typisiert bzw. untersucht, in Österreich sind es etwas mehr. Kommt man irgendwann dann als Stammzellspender infrage, wird man kontaktiert und ins Krankenhaus bestellt. Als Spender muss man gut 5-6 Tage vor der Blutabnahme eine Spritze (mit dem Hormon G-CSF) injizieren, um seine eigenen Strammzellen zu mobilisieren - so gelangen diese in die Blutbahn und können eine Woche später abgenommen, gereinigt (=Apherese) und dem Empfänger gegeben werden. Auf diese Art hat man eine weitesgehend nicht-invasive Stammzelltransplantation gemacht und für den Spender ist es nichts anderes, als wenn man beim Hausarzt sich Blut abnehmen lassen würde.

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» getku » Beiträge: 883 » Talkpoints: 11,06 » Auszeichnung für 500 Beiträge



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