Starkes Thromboserisiko bei hormoneller Verhütung?
Ich verhüte zur Zeit nicht hormonell, weil ich Angst vor Thrombose habe. Zwei Tanten von mir sind an Thrombose verstorben und so kommt für mich die hormonelle Verhütung erst mal nicht in Frage. Da auch unsere Familienplanung noch nicht abgeschlossen ist, denke ich, dass da eine Spirale auch nicht in Frage kommt. Die hormonelle Spirale soll da wohl nicht ganz so gefährlich sein, wie die Kupferspirale, dass man danach eben keine Kinder mehr bekommen kann. Aber wie ist das mit der Hormonspirale? Bekommt man dadurch auch ein starkes Thromboserisiko?
Eigentlich ist die Pille ja das Verhütungsmittel Nummer eins. Aber sind meine Bedenken berechtigt mit der Thrombose? Denkt ihr, dass es Pillen gibt, die nicht so ein großes Risiko haben? Ich kann nicht mit dem Gedanken leben, dass ich mein Leben aufs Spiel setze. Die Kinder brauchen mich ja. Ist das Thromboserisiko bei der hormonellen Verhütung auszuschließen? Gibt es vielleicht irgendwelche vorbeugende Mittel, die man nehmen kann, die das Thromboserisiko verhindern oder verringern?
Es ist in der Tat so, dass hormonelle Kontrazeption das Thromboserisiko erhöht, unter anderem auch daran zu sehen, dass allein das weibliche Geschlecht als einer von vielen Risikofaktoren für Thrombosen gilt. Des weiteren ist für die üblichen hormonellen Kontrazeptiva in Studien nachgewiesen, dass sie das Thromboserisiko erhöhen - in Kombination mit Rauchen sogar gut um das 10fache! Das mag sich vielleicht niedrig anhören, wenn man sich die entsprechenden Absolutwerte anschaut, aber eine Risikoerhöhung um rund 1000% ist schon beachtlich und darf nicht unterschätzt werden.
Ob man diese Nebenwirkungen bewusst hemmen oder ganz vermeiden kann, weiß ich nicht, diesbezüglich solltest du vielleicht einen Gynäkologen aufsuchen - die Wirkung, damit auch die Nebenwirkung, hormoneller Kontrazeptiva kann durch Johanniskraut (durch schnelleren Abbau) und Antibiotika verringert werden, aber das ist ja nicht der Kontrazeption. Ob selektiv das Thromboserisiko gesenkt werden kann, weiß ich nicht, glaube aber eher nicht.
Ich würde dann an deiner Stelle nicht zur hormonellen Verhütung greifen, so leicht das auch manchmal erscheint. Wenn in deiner Familie schon solche Sachen vorhanden sind, ist es bei dir sicherlich auch nicht auszuschließen und da würde ich es nicht provozieren. Verhütet man hormonell erhöht sich das Thromboserisiko auf jeden Fall, auch ist hier sicherlich zu beachten, dass es in deiner Familie schon zu Todesfällen kam. Ich würde es an deiner Stelle lassen, weil ein erhöhtes Risiko nicht so gut ist und man ja auch anders verhüten kann.
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