Ab wann spricht man von Co-Abhängigkeit bei einer Sucht
Ich habe den Begriff Co-Abhängigkeit nun schon oft gehört. Aber irgendwie konnte ich damit noch nie was anfangen, weil ich mit Suchtkranken Menschen eigentlich nie was zu tun hatte. Aber in diesem Thread
hier schrieb ich ja von Bekannten, die damit gerade konfrontiert sind und den Bruder des Suchtkranken kenne ich sehr gut. Deshalb würde mich mal interessieren, ab wann man überhaupt von einer Co-Abhängigkeit reden kann. Wisst ihr mehr darüber?
Also ich persönlich finde den Begriff schonmal irreführend, da ich darunter eher eine Abhängigkeit verstehen würde, die dann auf z.B. ein Familienmitglied abfärbt, wie beim so genannten induzierten Wahn. Tatsächlich scheint der Begriff jedoch nur eine Betroffenheit - welcher Art auch immer - einer Kontaktperson des Süchtigen zu beschreiben.
Man unterteilt das ganze dabei in drei Phasen: in der ersten Phase - der sog. Beschützerphase - ist der "Co-Abhängige" darum bemüht, jegliche negativen Einflüsse des sozialen Umfelds vom Süchtigen fernzuhalten, in der Hoffnung ihn damit zum ungestörtem Ausstieg aus der Sucht zu befähigen. Darauf folgt die Kontrollphase, in welcher der "Co-Abhängige" den Süchtigen nunmehr aktiv schützt und sich mit seinen Problemen und Gepflogenheiten konfrontiert sieht, die zumindest zum Teil auf den Co-Abhänigen selbst übergehen. In der letzten Phase - der Anklagephase - kapituliert der Betroffene in Anbetracht der nicht eigenständig zu bewältigenden Situation, was oft mit Wut und Hass von Seiten des Co-Abhängigen einhergeht.
Ich versuche Dir die Co-Abhängigkeit mal, anhand eines Beispieles zu erklären. Person A ist Drogen- und Alkoholsüchtig. Person B ist die Partnerin und weiß um die Suchtproblematik Bescheid, aber fördert die Sucht durch ihrem nicht handeln. Dies wird bereits als Co-Abhängigkeit bezeichnet ohne das man wirklich etwas unternehmen müsste. Des Weiteren wird die Co-Abhängigkeit wie mein Vorredner bereits aufgeführt hat in den drei Unterteilungen eingeteilt. Das Problem bei einer psychiatrischen Behandlung ist, dass man hier auch den Co-Abhängigen mit einbeziehen, muss denn auch dieser muss nachempfinden können, wie er durch sein Handeln oder auch Nichthandeln die Sucht der Person A in dem Falle gestützt hat. Häufig resignieren die Personen einfach vor der eigentlichen Suchtkrankheit, aber bereits da spricht man von der Co-Abhängigkeit. Ein sehr kontroverses Thema, welches gar nicht so einfach zu behandeln ist.
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