Übergewicht durch Mängel bei Integration und Wohlstand?

vom 31.05.2013, 01:28 Uhr

Sämtliche Studien bestärken immer weiter den Zusammenhang zwischen Wohlstand und Übergewicht. Mitnichten sind dabei die besser betuchten auch die Dickeren, im Gegenteil. Gerade in den unteren sozialen Schichten soll Übergewicht und Diabetes besonders stark verbreitet sein.

Eine mögliche Hypothese zur Ursache dieser Verteilung liefert folgendes Experiment: Probanden wurden zunächst mit neutralen Nachrichten, dann mit einer Nachricht über eine Krisensituation konfrontiert. Anschließend untersuchte man deren Essverhalten. Probanden, die von der fiktiven Krise erfuhren, aßen anschließend bis zu 70% mehr Süßigkeiten und verzehrten auch sonst deutlich mehr Kalorien, als jene Probanden, die eine neutrale Nachricht zu Gesicht bekommen hatten!

Wenn man nun den Begriff der "Krise" etwas ausweitet, lässt sich ebenso eine Begünstigung des besagten Effekts durch längerfristigen sozialen Stress annehmen, so z.B. durch Mobbing aufgrund der Herkunft oder durch Arbeitslosigkeit mit damit einhergehenden finanziellen Notlagen. Haltet Ihr eine solche Erklärung für plausibel?

» MasterOers » Beiträge: 348 » Talkpoints: 1,16 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Ja, ich denke schon, dass da ein Zusammenhang besteht. Stress muss ja irgendwie abgebaut werden. Egal ob er nun von schlechten Nachrichten oder der eigenen misslichen Lage herrührt. Der Körper verlangt dann danach. Stress hat ja Auswirkungen auf den Hormonhaushalt und der Körper verlangt dann positive Hormone, die einen Ausgleich zu den Stresshormonen herstellen. Der Körper kann dabei nur nach dem verlangen, was er kennt.

Wenn man also z.B. viel joggt, was bei einem Entspannung und Wohlbefinden auslöst, dann verlangt der Körper sozusagen danach, joggen zu gehen. Wenn man beim Shoppen viele Glückshormone ausschüttet, verlangt der Körper nach Shoppen. Oder nach Yoga oder nach einem Waldspaziergang. Einfach immer danach, wo der Körper aus Erfahrung weiß, dass es ihm dann bald besser gehen wird. Wenn man nun aber finanzielle Probleme hat, dann geht man eher selten joggen und Shoppen schon gar nicht. Dann kennt der Körper nur die Befriedigung durch Essen. Und es ist auch die einfachste und schnellste Möglichkeit.

Aber der Zusammenhang zwischen Armut und Essen hat nicht nur ganz direkt diesen finanziellen Grund. Das soll jetzt alles nicht überheblich klingen und es trifft auch nicht auf alle Arbeitslosen zu. Aber die große Masse der Arbeitslosen ist nun mal weniger gebildet. Die meisten Menschen, die lange arbeitslos sind, haben eine gewisse Vergangenheit in diesem Bereich. Die Eltern waren schon schlecht ausgebildet und gehörten der unteren Mittelschicht an und/oder man hat selber eine schlechte oder gar keine Ausbildung und hatte nie lange einen Job.

Und geringe Bildung geht eben damit einher, dass man sich schlechter ernährt und dass man sich nicht mit Sport und Yoga um seinen Körper kümmert. Das Ganze ist letztlich ein Teufelskreis. Wenn man dauerarbeitslos ist, hat man kein Geld für einen Yogakurs, man hat auch gar kein Interesse daran, weil das etwas ist, was die reichen Schickimickis machen. Man macht sich keine Gedanken um Biofleisch und ökologischen Lebensmittelanbau, weil man genug wichtigere Probleme hat. Man schaut einfach nur, dass man irgendwie etwas auf den Tisch bekommt. Dadurch ernährt man sich oft ungesund und bekommt Übergewicht und Diabetes.

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» Bienenkönigin » Beiträge: 9448 » Talkpoints: 19,93 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


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