Ärztin telefoniert bei Blutentnahme
Herr A. war vor kurzem in einem Krankenhaus und bekam dort von der behandelnden Ärztin Blut abgenommen. Während der Blutentnahme klingelte das Telefon der Ärztin. Die Ärztin hat das Telefongespräch dann auch angenommen und riss dabei auch die Nadel bei Herrn A. heraus. Die Ärztin drehte sich dabei um und das Blut lief aus dem Arm von Herrn A. Der Patient hat, wie man später fest stellte, ein Problem mit der Blutgerinnung und deshalb lief das Blut heraus. Er wies dann die Ärztin darauf hin, dass eben das Blut aus seinem Arm heraus läuft. Daraufhin beendete die Ärztin erst das Telefonat und sagte ihrem Gesprächspartner, dass sie zurück rufen wird.
Nun frage ich mich, ob eine Ärztin in der Situation nicht zumindest dem Anrufer gleich hätte sagen können, dass sie einen Patienten hat und später zurück ruft? Beziehungsweise ob es wirklich notwendig ist, während einer Blutentnahme zu telefonieren? Das die Ärzte in dem Krankenhaus alle notfallmäßig ein Mobiltelefon bei sich tragen müssen, ist für mich durchaus nachvollziehbar. Trotzdem müssen bestimmte Behandlungen doch auch konzentriert gemacht werden. Ist es rechtlich überhaupt zulässig, dass Ärzte während der Blutentnahme telefonieren?
Ich kann dir leider nicht sagen, ob es eine rechtliche Handhabe gegen die Ärztin geben würde auf Grund des Telefonierens während der Blutabnahme, jedoch finde ich persönlich als gelernte Arzthelferin, dass dies einfach nicht sein darf. Beim Blut abnehmen können auch so viele Komplikationen auftreten und so sollte die Ärztin in dieser Situation voll und ganz bei ihrem derzeitigen Patienten anstatt auch noch am Telefon sein.
Gerade wenn es Wochenende oder Nacht ist, ist oft eine Ärztin für ein ganzes Krankenhaus zuständig und die haben auch ihre Probleme und müssen sehr schnell lebenswichtige Entscheidungen treffen, was insbesondere am Ende einer 24-Stunden-Schicht schon sehr anstrengend sein kann. Da es sich um keine lebensbedrohliche Situation handelte oder einen längerfristigen Schaden verursachte, würde ich es auf sich beruhen lassen.
Ich denke auch, dass wichtige Telefonate vorgehen. Eine Blutabnahme ist ja nichts lebensbedrohliches, aber wer weiß, was am Telefon besprochen werden muss? Vielleicht geht es um Sekunden, die über Leben und Tod entscheiden. Manche Dinge können auch nicht warten, und da sollte man eben als Patient Verständnis für haben. Ich möchte nicht im Krankenhaus liegen, brauche eine lebensnotwendige Entscheidung der Ärztin, und diese hat keine Zeit, weil jemand auf seine sofortige Blutabnahme besteht.
Man weiß jetzt natürlich nicht wer diese Ärztin angerufen hat, aber es gibt ja durchaus sehr wichtige Anrufe, auf die man vielleicht schon eine Weile wartet. Oftmals handelt es sich auch um Notfälle, oder einfach nur sehr dringende Angelegenheiten, so dass man möglichst immer ans Telefon gehen muss und auch will. Es ist natürlich für den Patienten, bei dem hier gerade Blut abgenommen wurde, nicht sehr angenehm, wenn die Nadel auf einmal herausgerissen wird. Man hätte hier vielleicht wenigstens eine Schwester herbeirufen können, die das ganze hätte übernehmen können.
Also so geht es ja nun auch nicht. Wenn während der Blutabnahme das Telefon klingelt, kann die Ärztin mit einer Hand nachsehen, wer es ist, dann weiß sie auch, ob es dringend ist oder einen Moment Zeit hat. Sie kann deshalb nicht die Nadel aus dem Arm reißen und dem Patient nicht einmal einen Tupfer geben zum abdrücken.
Wenn sie das Blut einfach laufen lässt, was auch läuft, wenn der Patient kein Blutverdünnungsmittel genommen hat, sie aber zwischendurch telefoniert und dann erst abdrückt, kann sie vom Apparat Bakterien in die noch offene Blutentnahmestelle einschleusen. Dann wird es erst richtig gefährlich und kann später zum Tod führen. Denn wenn die Bakterien erst einmal in der Blutbahn sind, kommen sie überall hin.
Aus dem Grunde kann man nicht einfach sagen, dass es sich um einen wichtigen Anruf handeln könnte. Das ist zwar möglich, aber deswegen darf kein anderer Patient gefährdet werden. Eine Blutentnahme sieht einfach aus und ist es auch normalerweise. Aber so kann man nicht damit umgehen. Sie selbst oder der Patient hätte der Schwester klingeln können oder die Bettnachbarin.
Auf der anderen Seite hätte sie mit der Blutabnahme warten können, wenn sie einen wichtigen Anruf erwartete. So weit muss man schon denken. Wie sich dann beim Hinweis des Patienten A feststellte, war das Telefonat nicht so dringend, weil sie ja zurückrufen wollte.
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