Gibt es übertragbare und ansteckende Krebsarten?

vom 25.05.2013, 21:04 Uhr

Da in unserer Familie die Cousine meiner Oma an Krebs erkrankt ist, kam das Gespräch heute auf das Thema Krebserkrankungen und eine Tante von mir meinte, dass es auch Krebsarten gibt, die ansteckend sind. Der Gebärmutterhalskrebs beispielsweise wird durch Bakterien ausgelöst, der durch den Verkehr übertragen wird. Deswegen ist diese Krebsart wohl ansteckend und übertragbar. Denn die Männer könnten angeblich an Hodenkrebs erkranken, wenn die Frau Gebärmutterhalskrebs hat. Ich habe davon noch nichts gehört. Meine andere Tante hat sich mit dieser Tante dann wohl auch gestritten, weil sie meinte, dass es niemals so ist.

Auch andere haben sich dann in das Gespräch gemischt und sie meinten, dass auch Krebs an anderen Körperstellen übertragbar wäre. Wenn man beispielsweise Zungenkrebs hätte könnte man andere mit Küssen anstecken. Ist da was Wahres dran? Kann es wirklich Krebsarten geben, die so übertragbar sind oder ist das noch gar nicht so erforscht? Ich meine, dass es ja auch logisch klingt, wenn Krebszellen übertragen werden, dass sie sich dann einen anderen Körper suchen, wo sie ausbrechen können.

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» MissMarple » Beiträge: 6786 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Was sicher ist: Krebs an sich kann nicht direkt ansteckend wirken! So eine Krebszelle kann sich nicht unabhängig vom ursprünglichen Organismus teilen da sie im Gegensatz zu einem Virus oder Bakterium nicht über die Mittel verfügt eine potentielle Wirtszelle zu besetzen und dieser das eigene Erbgut "aufzuzwingen". Gleichwohl halte ich es für nicht unmöglich, dass eine bestimmte Krebsart durch die Übertragung bestimmter karzinogener Bakterien entstehen kann. Mir sind allerdings keine Bakterien bekannt, die aufgrund ihrer Beschaffenheit oder ihrer Stoffwechselprodukte karzinogen wirken könnten.

Ansonsten verfügt der Körper über genügend Abwehrmechanismen, die eine Einschleusung fremder DNA (wozu eine Krebszelle aber eh nicht in der Lage ist) verhindern. Eine Ansteckung im eigentlichen Sinne ist jedenfalls nur bei Viren oder irgendwelchen "selbstständigen" Mikroorganismen denkbar, wobei da auch eine bestimmte Konzentration gegeben sein muss, damit es zu einer Ansteckung kommt. Sollte jedenfalls Gebärmutterkrebs indirekt übertragbar sein, dann auch nur von Frau zu Frau. Auch wenn die Hoden anatomisch den Eierstöcken ähneln wird das entsprechende Bakterium ja nicht gezielt den Weg zu den Keimdrüsen "suchen" können.

» MasterOers » Beiträge: 348 » Talkpoints: 1,16 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Gebärmutterhalskrebs ist tatsächlich etwas, was sich Frauen in gewisser Hinsicht von Männern holen oder eben auch ein Vulva Karzinom, solche Dinge. Männer sind oft Träger der Papilloma Viren, über die ja viel geredet wird. Dagegen bzw. gegen einige Stämme der Papilloma Viren gibt es ja auch die Impfung, die vor Uteruskarzinomen schützen soll. Die sollte vor dem ersten Geschlechtsverkehr durchgeführt werden, eben bevor die Mädchen in Kontakt mit den Viren geraten. Leider ist die Impfung wenig erforscht, Risiko und Nutzen noch gar nicht genau bewiesen und sie hilft eben nicht gegen alle Ursachen von Gebärmutterhalskrebs. Ich bin demnach der Ansicht, dass man nicht panisch werden muss, wenn man die Impfung nicht hat. Es sind schon Mädchen daran gestorben und manche werden sicher trotzdem an Krebs erkranken. Die Impfung bietet keinerlei Garantie, gesund zu bleiben.

Desweiteren steht das Epstein-Barr-Virus in Verdacht, Morbus Hodgkin, also Lymphdrüsenkrebs, zu verursachen. Dasselbe Virus löst das sogenannte Pfeiffer' sche Drüsenfieber aus. Wer den Pfeiffer hatte, hat demnach ein erhöhtes Risiko für Lymphdrüsenkrebs. Allerdings ist fast die ganze Bevölkerung mit diesen Viren durchseucht, auch ohne das Drüsenfieber bewusst durchgemacht zu haben. Es heißt also längst nicht, dass man automatisch Krebs bekommt, nur weil man mal diese Infektionskrankheit hatte, die durch Speichel, also vor allem Küssen, Anhusten, Anniesen, etc. übertragen wird.

Es gibt sicherlich noch mehr Erreger, eben hauptsächlich Viren und Pilze, die Krebs verursachen oder sagen wir begünstigen, das sind erst einmal die, die mir spontan einfallen. Herpes-Viren sind natürlich auch immer mit im Visier und sicherlich beteiligt, aber auch die haben fast alle Menschen in sich. Karies ist auch beteiligt an der Entstehung von Karzinomen im Mund- und Rachenraum und den absteigenden Teilen von Verdauungs- und Atmungssystem. Karies ist im Übrigen auch ansteckend, was die "Löcherbildung" betrifft. Hier handelt es sich mal um ein Bakterium.

Aber das ist jetzt alles nichts, wo man Panik bekommen muss. Zur Krebsentstehung zählen noch ganz viele andere Faktoren dazu. Die Veranlagung, das eigene Immunsystem, die sonstigen Risikofaktoren, denen man ausgesetzt ist, das eigene Gesundheitsverhalten, Alter, Geschlecht, etc.

Solche Erreger sind immer nur beteiligt bzw. stehen in unmittelbarem Verdacht bei der Krebsentstehung mitzuwirken. Jeder hat also ein bisschen Recht, wenn der eine sagt, nein, Krebs ist nicht ansteckend und der andere sagt doch, Krebs ist ansteckend. Krebs verhält sich aber in keinem Fall wie eine typische Infektionskrankheit, es zählt auch nicht dazu. Niemand denkt zuerst an Krebs, wenn er Herpes oder Karies oder Epstein-Barr hört., oder? Und das ist auch richtig, man muss nicht auf Küssen und solche Sachen verzichten. :lol:

Allein dem Papiloma Virus würde ich eine größere Bedeutung beimessen, aber auch hier zeigt ein Blick über den Tellerrand, dass Panikmache nichts bringt. Die wenigsten Menschen nutzen Zeit ihres Lebens Kondome und längst erkranken trotzdem nicht so viele Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Das zeigt, dass die oben genannten Faktoren sehr bedeutend in die Krankheitentstehung von Krebs mit einspielen.

Die Verbindung zwischen Krebs und diversen Erregern sollte, so finde ich, dennoch ein Ansporn sein, entsprechende Hygiene walten zu lassen. :wink:

» Mandragora » Beiträge: 1763 » Talkpoints: 0,49 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Ich glaube nicht, das die Krankheit Krebs ansteckend ist. Ich muss aber dazu sagen, das ich und aus meiner Familie keiner Krebs hat, also habe ich davon auch nicht viel Ahnung. Aber ich habe noch nie gehört, das Krebs ansteckend ist. Ich weiß aber, das die schlimme Krankheit Krebs vererbbar ist. Dazu habe ich auch ein gutes Beispiel. Ihr kennt doch mit Sicherheit Angelina Jolie. Angelina Jolie hatte eine Brustkrebswahrscheinlichkeit von auch 80 Prozent und einen Eierstockkrebswahrscheinlichkeit von über 80Prozent.

Daraufhin hat Jolie ihre Brüste abgenommen und dann hat sie künstliche Brüste wieder transplantiert. Für so eine Aktion habe ich vollsten Respekt. An ihrer Stelle hätte ich mir das nicht getraut. Diese Operation hat bestimmt sehr viel Geld gekostet, aber Jolie hat ja das nötige Kleingeld über. Bis jetzt hatte sie nur ihre Brüste abgenommen, aber die Eierstöcke sollen auch noch kommen, hat sie gesagt. Davor habe ich mega Respekt. Also ich würde sagen, das Krebs nur vererbbar ist und nicht ansteckend.

» HEad » Beiträge: 78 » Talkpoints: 0,09 »



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