Hängen Kreislaufprobleme immer mit dem Blutdruck zusammen?
Ich bin gerade etwas irritiert und frage mich, ob Kreislaufbeschwerden immer mit dem Blutdruck zusammenhängen? Ist ein Zusammenbruch beispielsweise immer auch am Blutdruck zu erkennen? Soweit ich weiß gibt es doch Menschen, deren Blutdruck immer im Normbereich ist, auch wenn sie sich beispielsweise nicht gut fühlen oder ihnen schwindelig ist.
Und der Blutzucker hängt doch auch mit dem Kreislauf zusammen, bzw. kann zu Problemen führen. Wirkt sich dies dann auch auf den Blutdruck aus oder kann es voneinander unabhängig sein? Welche anderen Zusammenhänge zum Kreislauf gibt es eventuell noch?
Auch hormonelle Störungen können Kreislaufprobleme verursachen. Genauso wie Erkrankungen des Verdauungssystems, des Nervensystems, des Ausscheidungssystem oder der Temperaturregulation. An sich kann eine Störung jedes Systems des menschlichen Körpers irgendwelche Kreislaufprobleme verursachen, auch wenn jeder an sich unterschiedlich reagiert. Kreislaufprobleme werden somit nicht nur durch niedrigen Blutdruck ausgelöst, sondern es spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Bei mir war es zum Beispiel in der Jugend ein Wachstumsschub.
Es kann auch psychosomatisch bedingt sein. Wenn man sich unter Stress setzt und von einem Termin zum anderen hetzt, kann der Blutdruck leicht erhöht sein. Ich denke, die Atmung ist wichtig und bei Stress fällt diese flach aus und das kann ja auch zu einem Zusammenbruch führen. Ansonsten wüsste ich nicht, woran das noch hängen kann - es sei denn, man hat eine psychiatrische Erkrankung oder eine chronisch körperliche.
Diese Frage kann dir nur ein Arzt beantworten. Selbstverständlich können diese auch von der Psyche kommen. Ich würde allerdings lieber auf Nummer sicher gehen und alle anderen Faktoren vorher ausschließen, zumal ich mit einem Herzinfarkt und einem Beinaheinfarkt schon sehr schlechte Erfahrungen gemacht habe. Lass dich auf jeden Fall mal richtig durchchecken. Es ist schließlich dein Leben.
Juri1877 hat geschrieben:Diese Frage kann dir nur ein Arzt beantworten.
Es geht mir nicht um meine Zustand, sondern ich fragte ganz allgemein. Also welche verschiedenen Ursachen es gibt. Zur Beantwortung dieser Frage möchte ich ungern einen Arzt in Anspruch nehmen.
Vom Blutdruck las ich hier etwas in einem anderen Thread. Wenn man also aus psychosomatischen oder hormonellen Gründen umkippt- ist dann der Blutdruck auch immer zu niedrig oder zu hoch in diesem Moment? Oder kann es auch sein, dass der Kreislauf nicht mitspielt, der Blutdruck aber völlig normal ist?
Wie Wibbeldribbel schon erläutert hat, resultieren Kreislaufbeschwerden nicht immer aus einem zu hohem beziehungsweise zu niedrigem Blutdruck sondern auch aus anderen Störungen diverser Systeme innerhalb des Körpers. Hierbei wurden ja bereits Störungen des Nervensystems, des Verdauungssystems, des Ausscheidungssystems sowie allgemein Probleme mit der Temperaturregulation genannt.
Natürlich besteht der Körper nicht aus vollends voneinander isolierten beziehungsweise abgeschlossenen Systemen, sodass auch eine kleine Störung schon fatale Folgen für andere Systeme haben kann. Dementsprechend kann es natürlich sein, dass ich durch eine Störung der Temperaturregulation einen hohen Blutdruck und gleichzeitig auch Kreislaufbeschwerden habe. Verschiedene Ursachen resultieren in verschiedenen Resultaten, welche sich alle gegenseitig beeinflussen. Der Blutdruck spielt innerhalb des Körpers dabei eine sehr zentrale Rolle und ist von vielen Faktoren abhängig.
Aber dass man jetzt davon ausgeht, dass der Blutdruck ausschließlich mit dem Kreislauf zusammenhängt beziehungsweise auch andersherum ist mir so nicht geläufig und deshalb würde ich dies auch als falsch ansehen. Ich lasse mich aber auch gerne eines Besseren belehren! ![]()
Im Grunde genommen kann man sich das Ohm´sche Gesetz anschauen und dieses auf den menschlichen Kreislauf projizieren. Wie heißt es so schön? U (=Spannung) gleich R (=Widerstand) multipliziert mit I (=Stromstärke). Ersetzt man die physikalisch besetzten Begriffe durch "Blutdruck" (U), "totaler, peripherer Widerstand im Kreislauf" (R) und "Herzzeitvolumen (Herzfrequenz x Schlagvolumen)" (I), hat man alle nötigen Parameter, um mögliche Ursachen von Kreislaufproblemen zu bewerten.
Selbstverständlich können auch Beschwerden des Magendarmtraktes, des Atemwegstraktes oder urologische Probleme zu Kreislaufproblemen führen, diese liegen aber darin begründet, dass sie meist einen der beiden oben erwähnten Parameter "verstellt". Die sogenannte primäre Hypertonie, unter der rund 90% aller Hypertoniker leiden, ist beispielsweise ein multifaktorielles Geschehen: Rauchen, Ernährung, Immobilität, Alter, Stress, Übergewicht, Insulinresistenz (Diabetes Mellitus 2), hohe Salzzufuhr, Alkohol sind mögliche Risikofaktoren. Es ist allerdings auch eine Ausschlussdiagnose, muss man sagen. Zuvor müssen folgende, mögliche Ursachen ausgeschlossen werden, die zu einem sekundären Bluthochdruck führen können: Schlafapnoesyndrom, Nierenarterienstenose, Glomerulonephritis, primärer und sekundärer Hyperaldosteronismus, Phäochromozytom, Cushing-Syndrom, Hyperthyreose, Hyperparathyreodismus, Aortensklerose oder Medikamente (beispielsweise Cortisol, ASS, Ibuprofen, Ovulationshemmer) - das sind nur beispielhafte Erkrankungen, die zu einem dauerhaft erhöhten Bluthochdruck führen. Temporäre Maxima aufgrund von Aufregung, Nervosität und ähnlichen Faktoren sind normal und bedürfen keiner Sorge
Hypotonien (systolischer Blutdruck < 100 mmHg) hingegen sind meist harmlos, zumindest die häufigsten. Die primäre Hypotonie hat keinen Krankheitswert, eine familiäre Häufung wird dabei angenommen. Sekundäre Hypotonien hingegen können auch vielfältig sein: Medikamente (z.B. Diuretika, Antihypertonika, Antiarrhythmika), Hormone (z.B. Hypothyreose, Nebennierenrindeninsuffizienz, Hypoaldosteronismus), Aortenstenose, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen, Bettlägrigkeit, Wassermangel, sogenannte Varikosis oder Polyneuropathien (insbesondere beim Diabetes Mellitus) können mögliche Ursachen sein. Die Diagnose einer kausalen Hyper- bzw. Hypotonie erfolgt meines Erachtens relativ selten, es sei denn, die weitere Symptomatik lenkt den Arzt auf eine bestimmte Schiene in Sachen Fehlfunktion eines Organs, Ausfall eines Hormons oder ähnliches.
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