Ist Stalking charakter- oder krankheitsbedingt?

vom 05.11.2012, 14:27 Uhr

Ist Stalking eigentlich Charaktersache oder eher eine Krankheit? Stalking kann ja angezeigt werden. Wird dann der Stalker eher strafrechtlich verfolgt oder kommt er eher in die Psychiatrie? Kann ein Stalker sich eigentlich herausreden, indem er sagt, dass es eher eine Krankheit ist oder ist es einfach in den Genen und Charaktersache? Was denkt ihr darüber und was ist wissenschaftlich bewiesen?

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» Ampelmännchen » Beiträge: 1310 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Ein Stalker hat mit Sicherheit gewisse psychische Defizite, sonst wäre er nicht so massiv auf eine Person fokussiert, die offensichtlich nichts von ihm möchte. Wirklich normal finde ich so ein Verhalten nämlich nicht. Aber ich finde es auch übertrieben, aus vielen unliebsamen charakterlichen Zügen direkt ein Krankheitsbild zu konstruieren. Ein Stalker hat sicher einige pathologische Verhaltensweisen an sich, zum Beispiel die Unfähigkeit, rational mit Abweisung umzugehen, eine Trennung adäquat zu verarbeiten oder das aufdringliche, besitzergreifende Verhalten, obwohl der andere sich dagegen mehr oder mindert stark wehrt.

Das sind aber einzelne Probleme und ich bin nicht der Meinung, dass ein Stalker sich einfach hinter einer Krankheit verstecken kann. Man kann also nicht sagen, dass jeder Stalker keine andere Wahl hat und aus einer Krankheit heraus einfach nicht anders kann. Solche Fälle gibt es sicher, aber dieses Bild trifft nicht auf alle zu. Ich denke, dass ein sehr großer Teil der Stalker die Wahl hat und diesem Empfinden nicht einfach ausgeliefert ist.

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» Cologneboy2009 » Beiträge: 14210 » Talkpoints: -1,06 » Auszeichnung für 14000 Beiträge


Ich denke, dass man nicht als Stalker geboren wird, sondern es psychische Gründe hat, warum man so wird. Selbst wenn es ein Stalkergen geben würde, hat man immer noch die alleine Entscheidungsgewalt. Man kann immer selber entscheiden, was man macht und nur weil eine Sache so ist, muss man sich dann auch nicht so verhalten oder so werden. Ich denke, dass man da mit Sicherheit mit Psychologen daran arbeiten kann, dass ein Stalker kein Stalker mehr sein muss, aber es dennoch zu strafrechtlichen Konsequenzen kommen wird und nicht jeder gleich in eine Klinik gesteckt wird. Dennoch würde eine Behandlung in so einem Fall Sinn machen.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge



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