Wie läuft eine Wirbelsäulenuntersuchung beim Orthopäden ab?

vom 04.05.2013, 20:11 Uhr

Da ich eine krumme Wirbelsäule habe, soll ich mich mal von einem Orthopäden untersuchen lassen. Meine Hausärztin meint, ich müsse zur Krankengymnastik und wahrscheinlich sogar operiert werden, da ich ein heftiges Hohlkreuz habe. Da ich schon immer etwas Angst vor Ärzten und Behandlungen habe, frage ich mich, wie so eine Untersuchung beim Orthopäden abläuft? Eigentlich vermeide ich immer solche Arztbesuche, da es nie angenehm ist.

» Sternchen* » Beiträge: 2805 » Talkpoints: 2,97 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Nun, der Orthopäde wird sich erst einmal deinen Rücken ansehen, eventuell sogar messen. Dann wird er eine Röntgenaufnahme machen oder machen lassen. Wenn du Glück hast, wird er Krankengymnastik verordnen. Sollte eine Operation nötig sein, wird er dir das vorschlagen. In dem Falle würde ich auf jeden Fall noch eine weitere Meinung einholen, weil du dann sicherer sein kannst.

Heutzutage wird schnell mal operiert, obwohl mit herkömmlichen Mitteln wie Krankengymnastik und anderen Therapien auch viel erreicht werden kann. Nur daran wird nicht soviel verdient. Wenn deine Hausärztin meint, dass du Krankengymnastik brauchst, lass dir von ihr welche aufschreiben. Denn die Ärzte verschreiben sie nicht gerne, weil die Kosten ihr Budget zu sehr belastet.

» Cid » Beiträge: 20027 » Talkpoints: -1,03 » Auszeichnung für 20000 Beiträge


Cid hat geschrieben:Heutzutage wird schnell mal operiert, obwohl mit herkömmlichen Mitteln wie Krankengymnastik und anderen Therapien auch viel erreicht werden kann. Nur daran wird nicht soviel verdient. Wenn deine Hausärztin meint, dass du Krankengymnastik brauchst, lass dir von ihr welche aufschreiben. Denn die Ärzte verschreiben sie nicht gerne, weil die Kosten ihr Budget zu sehr belastet

Vielmehr wird die Hausärztin ungern Rezepte für das Krankengymnastik verschreiben, weil es auf ihr Budget angerechnet wird. Dieses ist bei den Hausärzten allerdings ohnehin schon knapp, weshalb viele Hausärzte ihre Patienten zu Orthopäden schicken, um sich die Rezepte ggfs. dort verschreiben zu lassen, weil sie i.d.R. Fachärzte sind, die wesentlich mehr Budget haben und dieses auch u.a. für die Verschreibung von KG-Rezepten vorgesehen ist.

Eine orthopädische Untersuchung besteht im Grunde genommen aus denselben Elementen wie eine normale Untersuchung beim Hausarzt auch, nur, dass man sich hier evtl. noch fachspezifischen Untersuchungsmethoden bedient, die in einer Hausarztpraxis eher unüblich sind, insbesondere Röntgen. Eine Anamnese ist auch beim Orthopäden unumgänglich, auch wenn viele sie nicht für nötig halten. Anschließend wird die körperliche Untersuchung wohl den Großteil des Termins einnehmen: Angefangen von der Inspektion bishin zu Wirbelsäulen-Tests, die die Beweglichkeit, Stabilität und Funktion evaluieren. Je nach Verdachtsdiagnose kann man anschließend Röntgen verordnen, vielleicht sogar noch weitere Maßnahmen.

Was ich dir aber auf jeden Fall anraten würde, ist, keine einzige Frage unbeantwortet zu lassen. Es ist nämlich so, dass viele Orthopäden leider einseitig den Patienten aufklären und über konservative Maßnahmen keinerlei Worte verlieren. Ich persönlich finde es echt schade, weil diese Maßnahmen teilweise um eine 100-200%ige Heilunsquote haben als manch operative Verfahren. Die Frage, um die man sicht dreht, ist wie allzu oft die finanzielle Frage: Während Krankengymnastik und ähnliche Therapien kaum Geld einbringen, verdient man an operativen Eingriffen im Verhältnis dazu eine Menge.

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» getku » Beiträge: 883 » Talkpoints: 11,06 » Auszeichnung für 500 Beiträge



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