Tipps und Tricks für Zahnpflege bei blindem Kind

vom 21.04.2013, 22:11 Uhr

Ich habe seit kurzem einen neue Arbeitskollegen. Sein hat ein Kind von etwas über zwei Jahren. Das Kind war ein extremes Frühchen und ist aufgrund von Komplikationen leider blind. Das Kind ist außerdem entwicklungsverzögert. Das Kind lässt an sich niemand an seinen Mund. Das bereitet schon beim Essen Probleme. Viel mehr Mühe kostet aber das Zähne putzen.

Zähne putzen ist aber nun mal wichtig. Sehende Kinder erlernen das Zähne putzen an sich ja auch durch zusehen. Was aber bei dem Kind meines Arbeitskollegen nicht funktioniert, da das Kind eben nichts sieht. Auf Anraten einer Therapeutin wurde nun eine elektrische Zahnbürste für das Kind gekauft. Damit spielt das Kind zwar rum, aber Zähne putzen kann man das nicht nennen.

Ich denke, man kann nachvollziehen, dass es für ein blindes Kind unangenehm ist, wenn jemand am Mund rum fummelt. Aber wie könnte man dem Kind das Zähne putzen beibringen? Habt ihr sinnvolle Ansätze?

» Fugasi » Beiträge: 1877 » Talkpoints: 1,33 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Ich wüsste keinen Grund, warum es für ein blindes Kind problematischer sein sollte, seine Zähne putzen zu lassen als für andere Kinder. Es müssen noch andere Probleme eine Rolle spielen.

Ansonsten kann man nur dieselben Ratschläge geben wie bei nichtblinden Kindern auch. Also spielerisch an die Sache herangehen. Vielleicht erst mit den Fingern putzen, dann ein bisschen Zahnpasta drauftun, vielleicht passende Lieder dazu singen. Aber an der Blindheit kann der Widerwille gegen das Zähneputzen nicht liegen, das erscheint mir unlogisch.

Wenn ein Kind eine Behinderung hat, ist man versucht, alles darauf zu schieben, obwohl da oft gar kein Zusammenhang ist. Wer versorgt denn das Kind, während die Mutter arbeitet? Vielleicht bekommt diese Person das Problem besser in den Griff.

» anlupa » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


Ich denke auch, dass es hier nicht an Augen, sondern vielmehr an Vertrauen mangelt. Wenn das Kind Angst davor hat, was die Mutter da macht, stimmt doch was nicht. Mit gutem Zureden müsste das eigentlich nach den vielen Jahren besser laufen. Oder das Kind ist verzogen und gewohnt, alles zu bekommen, was es will. Das passiert leider auch häufiger bei behinderten Kindern. Das soll keine Kritik an deinem Arbeitskollegen sein. Es ist bestimmt unglaublich schwer, ein behindertes Kind großzuziehen! Aber durch Verwöhnen wird es auch nicht gerade leichter.

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» Bienenkönigin » Beiträge: 9448 » Talkpoints: 19,93 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



Meine Schwester ist schwerstbeeinträchtigt und auf beiden Augen sehbehindert. Mit viel Geduld und Mühe hat meine Mutter es jedoch geschafft, ihr das Zähneputzen nahezubringen. Eine elektrische Zahnbürste hat sie ihr nicht gekauft, sondern erst einmal eine Kinderzahnbürste. Damit hat sie der Kleinen zuerst öfters mal sanft über die Zähne gestrichen. Nach einiger Zeit hat sie das Gleiche mit Zahnpasta probiert.

Da die Kleine auch nie den Mund geöffnet hat, musste meine Mutter einige Tricks verwenden. Zuerst ist sie dem Kind vorsichtig mit der Zahnbürste über die Lippen gestrichen, damit es merkt, dass die Zahnbürste nichts Böses darstellt. Später ging es dann und sie konnte wie oben erwähnt beginnen. Irgendwann hat sie meiner Schwester die Zahnbürste in die Hand gegeben, damit es sich dran gewöhnen konnte und hat die Hand immer langsam zum Mund geführt.

Und dann ging es relativ schnell, zuerst hat noch meine Mutter meiner Schwester die Zähne geputzt und ihr nebenbei die Bewegungen irgendwie beigebracht. Dann irgendwann hat es meiner Schwester sogar Spaß gemacht und sie hat sich jeden Abend alleine die Zähne geputzt. Aber es war eine Aktion, die sehr viel Zeit in Anspruch genommen hat. Ich glaube, meine Mutter hat zwei Jahre benötigt, bis sie die Kleine soweit hatte, was aber auch am Grad der Behinderung lag. Deine Kollegin sollte es vielleicht erst einmal mit einer normalen Zahnbürste probieren. Ich kann mir vorstellen, dass dem Kind das Geräusch und die Bewegungen der elektrischen Zahnbürste sehr seltsam vorkommt. Aber sie könnte es wie meine Mutter auch mal mit der elektrischen Zahnbürste versuchen. Viel Geduld ist jedoch trotzdem hier gefragt.

» Wibbeldribbel » Beiträge: 12618 » Talkpoints: 5,12 » Auszeichnung für 12000 Beiträge



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