Symptome und Ursachen bei Allergieschock

vom 17.03.2013, 22:23 Uhr

Bei der Arbeit ist, als ich Urlaub hatte, ein Arbeitskollege mit einem Allergieschock ins Krankenhaus gekommen. Er war eigentlich nie krank und hat auch keine bewusste Allergie gehabt. Er ist wohl auf einmal zusammengebrochen und hat keine Luft mehr bekommen. Wie sich das noch geäußert hat, kann ich nicht sagen. Deswegen würde mich dennoch mal interessieren, welche Symptome und Ursachen bei einem Allergieschock sein können.

Wie macht sich ein Allergieschock bemerkbar, bevor es kritisch wird und warum bekommt man auf einmal einen Allergieschock, obwohl keine Allergien bekannt sind? Habt ihr auch schon mal einen Allergieschock gehabt?

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» Sherlock-Holmes » Beiträge: 2025 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Eine Allergie zu haben bedeutet nicht unbedingt, dass man auf die entsprechende Substanz sofort mit einem allergischen Schock reagieren wird und umgekehrt. Im Blut kann die sogenannte Sensibilisierung auf das entsprechende Allergen bestimmt werden, dessen Höhe aber nicht mit der klinischen Symptomatik korrelliert. Umgekehrt kann der Mensch beispielsweise auf eine Nusssorte sensibilisiert sein (also eine Allergie haben), aber auf eine weitere, andere Nusssorte mit einem allergischen Schock reagieren, aufgrund der sogenannten Kreuzreaktivität. Insofern sind allergische Schock schwer vorherzusagen. Dennoch ist die Vermeidung des Allergens das A und O in der Behandlung einer Allergie, weil jeder allergische Schock potenziell lebensbedrohlich ist und man den Menschen nicht in eine schwierige Situation bringen möchte, die einfach zu vermeiden ist.

Wie sich ein allergischer Schock bemerktbar macht, kann man pauschal nicht sagen. Das hängt nämlich letztlich davon ab, wie stark der Körper auf das Allergen reagiert. Nach einer Klassifikation wird der allergische Schon in 4 Grade eingeteilt, die mit den entsprechenden Symptomen einhergehen. Grad I beschränkt sich auf die Haut und zeigt sich durch Urtikaria (Quaddeln) und Juckreiz, evtl. auch Flush (insbesondere rötliches, warmes Gesicht). Grad II ist dadurch gekennzeichnet, dass zusätzlich das Gefühl von Erbrechen hinzukommt, Übelkeit auftritt, der Blutdruck abfällt (Hypotonus), man das Gefühl von Atemnot hat (Dyspnoe) und das Herz schneller schlägt (Tachykardie). Im III.Grad kommen zu den o.g. Symptomen noch die Verengung der Atemwege (Bronchospasmus) und der Schockzustand hinzu. Der IV.Grad endet letztlich im Herz-Kreislaufstillstand, wo eine Reanimation unerlässlich ist und sofort erfolgen muss.

Die Therapie des letzten Grades erklärt sich von selbst, die Reanimation muss schnellstmöglich erfolgen, da in diesem Zustand der Patient nicht ansprechbar ist. Die übrigen Grade werden je nach Schweregrad entweder mit einem Notfallset - bestehend aus Adrenalin, Cortisol und Antihistaminika 1. und 2.Generation - oder aber nur mit Antihistaminika 1.Generation behandelt. Allergiker sollten entsprechend einen Allergiepaß immer bei sich haben, aber noch wichtiger ein Notfallset mit sich tragen, um notfalls sich sofort eine Adrenalininjektion zu verpassen. Meist sind Allergiker eingeweiht und wissen, wie sie damit umzugehen haben.

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» getku » Beiträge: 883 » Talkpoints: 11,06 » Auszeichnung für 500 Beiträge


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