Wahrscheinlichkeit, dass sich in 2 Wochen Krebszellen bilden
Herr K hat seit 3 Jahren Krebs. Er hatte einen Lungentumor sowie 2 kleinere Tumore im Kopf. Nun war Herr K vor ca. 2 Wochen im Krankenhaus, weil er dachte er hätte einen Schlaganfall gehabt. Es hat sich heraus gestellt, dass die Symptome die er im Kopf verspürt hat Nebenwirkungen der Bestrahlung und Chemotherapien sind. Die Tumore sind seit ca. einem halben Jahr "besiegt". Bei einer Schwester die damals auch einen Tumor hatte, wurde auch gesagt das es besiegt sei, und nach einem halben Jahr hatte der Tumor (der ja eigentlich nicht da war) gestreut, und ein weiteres halbes Jahr später haben wir sie beerdigen müssen.
Nun hat Herr K im Zuge der stationären Aufnahme eine Untersuchung des Knochenmarks durchführen lassen. Hierbei kann man sehen, ob im Körper noch Krebszellen vorhanden sind. Diese ist negativ ausgefallen. Herr K ist also momentan eigentlich frei von Krebszellen.
Herr K hat leider mehrere Laster, wie auch eine kaputte Hüfte und Durchblutungsstörungen im Knie. Am Mittwoch soll er in die Klinik, damit man sich das Knie angucken kann, dieses wurde am Freitag schon einmal geröntgt. Hier wurden zwei kleine Punkte festgestellt, diese sind noch nicht definiert. Der Arzt sagte, dass es viel sein kann, aber eben auch Krebs. Die Sache ist nun die, dass er ja vor 2 Wochen die Diagnose "Krebszellen frei" bekommen hat.
Kann es sein, dass sich in diesen zwei Wochen schon wieder neue Tumore gebildet haben? Vielleicht hat ja jemand ein wenig mehr Ahnung als ich. Ich befasse mich sehr ungern mit diesen Themen. Denke aber, dass 2 Wochen doch eine recht kurze Zeit sind.
Also ein Tumor kann sich sicherlich nicht innerhalb von 2 Wochen ausbilden, das ist schlichtweg unmöglich. Schnell wachsende Tumore besitzen eine Verdopplungszeit von im Schnitt 30 Tagen, das kleinzellige Bronchialkarzinom gehört beispielsweise dazu. Das heißt also, dass sich eine Zelle in rund 20-30 Tagen teilt und die Potenzierung ihren Lauf nimmt. Man kann sich dann ja ausrechnen, wann der Tumor makroskopisch sichtbar wird. In den Anfangsstadien - also in den ersten Monaten/Jahren - sind deshalb die Methoden, den Tumor zweifelsfrei ausfindig zu machen, begrenzt und Fehldiagnosen sind praktisch vorprogrammiert.
Was aber durchaus sein kann, ist, dass ein oder zwei übrig gebliebene Tumorzellen (oder wesentlich mehr, wenn es ein ausgewachsener Tumor ist) Metastasen setzen: Diese können ins Gehirn, in Knochen, in die Leber oder in die Lunge metastasieren, um nur ein paar Organe zu nennen. Die Metastasierungswege werden der Statistik entnommen und eine Aussage nach dem Motto "A passiert auf jeden Fall, B ist zu 100% ausgeschlossen" kann allerdings nicht gemacht werden. Gerade bei älteren Patienten sind osteoporosebedingte Frakturen schwer von möglicherweise metastasierten, pathologischen Frakturen zu unterscheiden. Wie da die Differenzierung erfolgt, weiß ich nicht.
Und man muss auch mal noch dazu sagen, dass trotz weit vorangeschrittener Technik und hervorragenden Kenntnissen der Onkologen und Radiologen sowie der Labormitarbeiter es immer mal sein kann, dass winzig kleine Veränderungen, Metastasen oder Tumoren, nicht gleich auf Anhieb gesehen werden können.
Es gibt nie eine hundert prozentig genaue Sicherheit darüber, dass alles erfasst worden ist und ausgeschlossen werden konnte. Es gibt keine einzige diagnostische Methode, die allein betrachtet hundertprozentige Sicherheit gewährleistet. Manchmal wird man als Arzt auch "ausgetrickst", weil Krebs eben eine tückische Angelegenheit ist, die überall im Körper meist über Blut und Lymphe hinwandern kann, wo er manchmal doch durch manche Tests unbemerkt hindurch schlüpfen kann.
Ich habe es schon öfters erlebt, wo Internisten zwei, drei oder vielleicht auch viermal mittels Endoskop in Magen oder Darm geblickt und den Tumor eben nicht gefunden haben, obwohl dort doch etwas war. Niemand konnte sich das hinterher erklären, weil man doch meint, das muss man doch sehen. Aber wir haben es alle scheinbar übersehen. Ich habe es auch erlebt, dass ein ganzer Ärztepulk vor dem Patientenzimmer stand und alle nach sämtlichen Tumormarkern, die sie kannten, wie wild gesucht haben und diese abgenommen werden sollten, weil alle altbekannten Marker weit ausgeschlagen haben, verdächtig weit und alle sich sicher waren, dass da etwas im Busch sein musste, aber durch keine Untersuchung konnte der Krebs zu dieser Zeit nachgewiesen werden. Und das war tückisch.
Fakt ist, dass man immer nur hoffen kann, dass alles gut geht und man nicht das Pech hat, zu diesen Menschen zu gehören, wo alle Mittel und Kenntnisse und alle Vorsicht und Sorgfalt doch versagen und trotzdem etwas Bösartiges unerkannt geblieben ist.
Zunächst einmal muss ich hier eines klar stellen: jeder Mensch, auch jeder gesunde Mensch, hat Krebszellen im Blut! Allerdings sind diese bei einem gesunden Menschen so gering, dass sie nicht festgestellt werden können und das eigene Immunsystem ist da auch in der Lage, diese zu bekämpfen. Im Körper passieren tagtäglich Millionen Vorgänge, Zellen werden gebildet, Zellen sterben ab. Bei diesen Vorgängen kann es zu Mutationen kommen, aber normalerweise ist ein gesunder Körper in der Lage, diese Mutationen zu beseitigen, ohne dass ein Tumor gebildet wird. Manchmal geht das aber auch schief und so bildet sich ein Tumor.
Das bedeutet, dass natürlich auch nach 14 Tagen Krebszellen im Blut sein können, allerdings ob das dann ein Tumor ist, wage ich zu bezweifeln. Aber generell können Tumorzellen im Blut unterwegs sein, auch wenn vor 14 Tagen festgestellt wurde, dass nichts mehr da ist. Doch ein Krebspatient hat immer eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, wieder Tumore oder Metastasen zu bilden, weshalb es faktisch schon möglich ist. Jedoch kommt das auch auf die spezifische Art von Krebs an, die der Mensch hat und wie der Körper damit umgeht.
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