Schlechte Laune wenn Blutzucker im Keller ist?
Eine Tante von mir leidet seit einiger Zeit an Altersdiabetes. Sie ist sehr stark übergewichtig und konsumiert häufig Süßigkeiten und lebt eben ziemlich ungesund und da kam es dann irgendwann dazu, dass sie diese Diagnose bekommen hat. Es ist jetzt nicht so wahnsinnig schlimm, sie sollte nur auf ihre Ernährung achten, aber spritzen muss sie sich (noch) nicht.
Vor kurzem war sie mal wieder bei uns zu Besuch und hat dann auch erzählt, dass sie vermutet, dass sie immer schlechte Laune kriegt, wenn ihr Blutzuckerspiegel im Keller ist. Sie meinte nämlich, dass sie seit dieser Diagnose und auch schon einige Zeit vorher öfters das Gefühl hat, einfach ohne Grund schlechte Laune zu haben. Wenn sie dann etwas gegessen hat, wird es aber wohl wieder. Meine Mutter hat so etwas ähnliches schon einmal von einem Bekannten gehört und dies auch meiner Tante erzählt. Meine Tante wird auf jeden Fall bei dem nächsten Arztbesuch ihren Arzt darauf ansprechen.
Mich würde mal interessieren, ob ihr vielleicht Leute kennt bei denen es ähnlich ist oder ob ihr sogar selber eine solche Erfahrung gemacht habt? Wodurch könnte das dann kommen?
Mir macht das nichts aus. Aber mein Mann war immer unerträglich, wenn er zu wenig Süßes zu sich genommen hatte. Er brauchte täglich seine Schokoriegel und hatte auch in der Schreibtischschublade in der Arbeit einen großen Vorrat davon. Meine Tochter hat das geerbt und ist auch extrem schlecht gelaunt, wenn sie Hunger hat, während es den anderen in der Familie nichts ausmacht.
Bei mir funktioniert das ähnlich, wenn ich nichts Süßes esse, dann habe ich auch schlechte Laune und umgekehrt: wenn ich einen schlechten Tag habe, dann brauche ich immer einen Schokoriegel. Schokolade spielt doch eine wichtige Rolle im Prozess der Herstellung von Serotonin, die unsere Stimmung beeinflusst. Sie ist für positive Emotionen verantwortlich, deswegen sind die Menschen auch gut gelaunt, wenn sie Schokolade essen.
Es ist in der Tat so, dass man insgesamt sensibler und gereizter ist als sonst, wenn man mit dem Blutzucker etwas niedrig ist. Das ist auch total nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass der Körper ab einem bestimmten Level förmlich nach etwas Süßem ruft.
Nicht umsonst geht ein hypoglykämisches Koma mit teils schweren Bewusstseinstrübungen einher. Wenn man seinen Körper kennt und weiß, dass im entsprechenden Zustand Moment dem Körper an Zucker fehlt, so kann man zumindest darauf reagieren und schnell was Süßes essen. Ich finde es daher ganz "normal", dass man in
so einem Moment aufgebracht sein kann, schlechte Laune hat oder ähnliches.
Ja, ich kenne es durchaus so und ich weiß auch von anderen Diabetikern, dass sie Probleme mit ihrer schlechten Laune haben, wenn sie mit dem Blutzucker absacken. Allerdings ist es nicht unbedingt aufgrund des eigentlichen Blutzuckerwertes, sondern aufgrund der Stimmungsschwankung. Es muss wohl etwas mit den Hormonen zu tun haben. Immerhin bedeutet ja letztendlich ein niedrigerer Blutzucker, dass zu wenig Kohlenhydrate im Blutkreislauf vorhanden sind und damit wird ein Prozess in Gang gesetzt.
Bei mir schlägt die Stimmung auch um, aber ich werde nicht unbedingt schlechter gelaunt oder so. Aus Schulungen weiß ich aber, dass manch ein Diabetiker aggressiv wird, wenn der Blutzucker zu schnell sinkt und so kann man auch durchaus schlechte Laune bezeichnen.
Also das was Du beschreibst ist kein exklusives Diabetiker-Problem. Das Gehirn mag generell keine Schwankungen des Blutzuckers! Durch eine rasche Zucker-Zufuhr über Süßigkeiten steigt zwar zunächst der Blutzuckerspiegel stark an und mit ihm der Serotonin-Spiegel. Beim anschließenden Abfall des Blutzuckers tritt allerdings der genau umgekehrte Effekt ein. Nicht zu verachten ist auch die Eigenschaft des Zuckers den Blutdruck anzuheben und den Cortisolspiegel ansteigen zu lassen!
Die Konsequenzen der obig genannten Mechanismen sind entsprechend offensichtlich: Direkt nach dem Essen von Süßigkeiten fühlt man sich wohl. Nach allerspätestens 30 Minuten verspürt man allerdings eine abnorme Müdigkeit und fühlt sich lustlos sowie niedergeschlagen. Das kenne ich auch so von mir. Umgekehrt fühle ich mich um einiges ausgeglichener wenn ich mal einen ganzen Tag keine Süßigkeiten esse und auch das Gedächtnis dürfte es einem danken. Schließlich behält das Gehirn durch diese Maßnahme einen konstanten Blutzuckerspiegel bei und kann ohne äußere Störfaktoren in Ruhe arbeiten. Der Verzicht auf Zucker erfordert freilich ein gewisses Maß an Selbstkontrolle, welches wohl nicht jeder aufbringen kann. Es lohnt sich aber auf jeden Fall.
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