Bei Ohnmacht jemanden sofort wiederbeleben wollen?

vom 10.03.2013, 19:23 Uhr

Ein bekanntes Pärchen von mir, war kürzlich gemeinsam unterwegs, als der Frau schwindelig wurde und sie kurz darauf umkippte. Ihr Freund war natürlich dementsprechend geschockt. Er hat vor ewiger Zeit mal einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht und aus diesem Kurs war auch etwas von Herz-Lungen-Wiederbelebung hängengeblieben. Scheinbar war dies das Einzige. Denn wie er später erfuhr von anderen Anwesenden, sollte er seine Freundin wohl sofort wiederbeleben, also beatmen. Er konnte sich daran allerdings kaum noch erinnern.

Doch auch im Nachhinein hat er keine wirkliche Ahnung, wie eine Erstversorgung richtig gehandhabt werden sollte. Es war also nicht nur der erste Schock, sondern eher allgemeine Unwissenheit. Könntet ihr richtig handeln? Wisst ihr wann Wiederbelebung notwendig ist und wie diese funktioniert?

Benutzeravatar

» Trisa » Beiträge: 3323 » Talkpoints: 38,55 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Ach du Schreck, bloß weil jemand ohnmächtig wird, muss man diese Person nicht sofort "wiederbeleben". Bei einer einfachen Bewusstlosigkeit, bei der die Atmung noch vorhanden ist, sollte man die Person in die stabile Seitenlage bringen. Man sollte insbesondere darauf achten, dass die Person nicht erbricht bzw. das Erbrochen abfließen kann und sie nicht daran erstickt. Und natürlich sollte man den Notruf absetzen.

Erst wenn keine Lungenfunktion mehr feststellbar ist, ist eine Herz-Lungen-Wiederbelebung notwendig. Diese besteht aus der Herzdruckmassage und der Mund-zu-Mund-Beatmung. Aktuell wird gelehrt, dass man 30 Mal "drücken" sollte und dann zwei Mal beatmen. Und das immer im Wechsel. Vorher sollte man überprüfen, dass die Atemwege frei sind. Beim Beatmen sollte man dann den Kopf überstrecken und die Nase zuhalten.

Wenn man eine Herzdruckmassage durchführt, obwohl das Herz regelmäßig schlägt, kann das durchaus schädlich sein. Deshalb sollte man immer erst die Atmung überprüfen und nicht einfach bei Bewusstlosigkeit anfangen zu reanimieren.

» SuperGrobi » Beiträge: 3876 » Talkpoints: 3,22 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Wie gut, dass er keine Wiederbelebung gemacht hat, da hätte er aber bei seiner Freundin mehr Schaden angerichtet, wie ihr geholfen. Bei einer Ohnmacht funktioniert doch noch die Atmung und das Herz. Dass einzige, was man bei einer Ohnmacht machen kann ist, Beine hoch und versuchen, irgendwo kalte Flüssigkeit zu besorgen, um die ohnmächtige Person damit abzukühlen, und diese Person laut ansprechen, und vielleicht noch einige Male vor die Wangen "watschen", damit die ohnmächtige Person wieder zu sich kommt. Meistens öffnen sie auch sehr schnell wieder die Augen, dennoch sollten sie nicht zu schnell wieder aufstehen, da sonst der Kreislauf wieder zusammen brechen könnte. Man sollte dann auch versuchen, dass die sehr Mensch schnell wieder etwas trinkt, um den Kreislauf anzuregen.

Ich frage mich gerade ernsthaft, wer bei einer Ohnmacht auf die Idee kommt, Wiederbelebungsmaßnahmen durchzuführen. Selbst wenn man noch keinen Erste- Hilfe- Kurs besucht hat, weiß man doch eigentlich instinktiv, was zu machen ist.

Benutzeravatar

» Wennie4 » Beiträge: 1754 » Talkpoints: 6,72 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Wennie4 hat geschrieben:Wie gut, dass er keine Wiederbelebung gemacht hat, da hätte er aber bei seiner Freundin mehr Schaden angerichtet, wie ihr geholfen.

Er wollte ihr wohl gerade Atem spenden, also andere dazu kamen und die Situation übernahmen. Da jemand die Situation beobachtet hatte, war klar, dass ihm nichts passiert ist, aber er war wohl völlig geschockt und redete nachdem was man ihm erzählt hatte sogar davon, wie er es ihren Eltern erklären soll, wenn sie stirbt. Also weit davon entfernt selbst einen Notarzt zu rufen.

Einen solchen Schockzustand kann ich wenig nachvollziehen. Aber was auffällig war, dass er auch danach ausweichend reagierte. Ich und auch andere Bekannten sprachen die Situation dann nochmal an und hinterfragten, ob ihm bewusst ist, wie man jemanden in stabile Seitenlage bringt oder einen Notruf absetzt. Dabei reagiert er jedes Mal sehr ausweichend, nach dem Motto "Ich bin doch nicht blöd" und verweist darauf vor etlichen Jahren mal einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht zu haben. Und am besagten Abend wäre er leicht angetrunken gewesen und zudem eben unter Schock.

Instinktiv war sein Verhalten wohl schon. Auch danach sagte er, dass man bei Atemstillstand doch schnell reagieren müsse. Irgendwie hatte er wohl noch abgespeichert, dass das gar nicht immer so leicht zu erkennen ist. Wobei dabei doch eher schwierige Bedingungen gemeint sind.

Benutzeravatar

» Trisa » Beiträge: 3323 » Talkpoints: 38,55 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



Ähnliche Themen

Weitere interessante Themen

^