Soll Liebeskummer auch in Deutschland als Krankheit gelten?
Verliebtsein soll höchstens drei Jahre anhalten, wie bekannt ist. Danach kann es einen der beiden ganz hart treffen, wenn sie sich trennen mit Liebeskummer. Dieser Liebeskummer verursacht nicht nur körperliche Beschwerden, sondern auch seelische. Der Herzmuskel kann beschädigt werden. Aber auch ohne diese Schädigung (Broken-Heart-Syndrom) macht der Liebeskummer einige Probleme. Liebeskummer ist ein qualvoller Zustand. Bei manchen Menschen dauert es lange, bis sie ihn überwunden haben. Lebt man in den USA, wird Liebeskummer als Krankheit anerkannt.
Viele Menschen können nicht mit Liebeskummer umgehen, was auch sehr schwer ist. Deshalb ist Liebeskummer in den USA eine anerkannte Krankheit. Wenn man Liebeskummer hat und eine verantwortungsvolle Tätigkeit beruflich zu erfüllen hat, fehlt die Konzentration. Irgendwie fehlt nicht nur das Interesse an der Arbeit, sondern die Gedanken sind auch ganz woanders. Dabei kann theoretisch viel falsch gemacht werden. Vielleicht ist es wirklich besser, als krank zu gelten und anerkannt zu werden, als wenn nicht wieder gut zu machende Fehler passieren. Was meint ihr dazu? Findet ihr, dass auch bei uns Liebeskummer als Krankheit anerkannt werden sollte?
Woher stammt das Wissen, dass Liebeskummer in den USA eine anerkannte Krankheit ist? Und welche Folgen hat diese Anerkennung für Arbeitnehmer? Ich habe dies bislang noch nicht gehört, sehe aber das Gesundheitssystem in den USA (im Vergleich zum bundesrepublikanischen Gesundheitssystem mit der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall!) auch eher kritisch. Denn wenn "Liebeskummer" attestiert wird, der Arbeitnehmer aber trotzdem keinen Vorteil davon hat, dann kann man im Grunde auch "Lustlosigkeit" als Krankheit anerkennen.
Dieser "Liebeskummer" ist natürlich zu Recht hier keine Krankheit - was aber anerkannt wird, sind die daraus resultierenden Folgen, die aber nicht zwingend sind. So kann z.B. jemand mit Liebeskummer zum Stalker werden, was dann einer Behandlung bedarf. Und diese psychische Störung wird ja auch als Krankheit anerkannt und die Kasse zahlt!
Dann würde ich Verliebtsein erst recht als Krankheit definieren, denn bei Verliebten setzt der Verstand wissenschaftlich erwiesen aus. Dann wären alle Teenager Dauerkrank und müssten keine Klassenarbeiten mitschreiben. Ach ja, das prämenstruelle Syndrom würde ich auch als Krankheit anerkennen, die Wechseljahrsbeschwerden und pubertäre Aussetzer. Ebenso melancholische Stimmung, wenn das Wetter schlecht ist und den Zustand, in den Eltern kommen, wenn die erwachsenen Kinder das Nest verlassen. Ich glaube, die Hälfte der Bevölkerung wäre dann immer krank.
Mir ist ebenfalls neu, dass Liebeskummer in den USA als Krankheit gilt und glaube darüber hinaus, dass dann die gesamte Bevölkerung chronisch krank wäre. Es wäre dann ja nur fair und logisch, jeden gefühlsmäßigen Ausnahmezustand als krankenstandswürdig darzustellen.
Darunter würden dann auch die bereits erwähnte junge Liebe, schwere Enttäuschungen im Allgemeinen, Traurigkeit über den Tod eines Angehörigen oder Haustiers und unzählige weitere Emotionen fallen, die zumindest zeitweise die Arbeitsleistung beeinträchtigen. Und wer macht dann die Arbeit? Die zwei Prozent der Bevölkerung, die die hartherzigen, zynischen Singles jenseits der Menopause stellen?
Dagegen kann ich mir recht gut vorstellen, dass sich handfeste psychische Störungen aus Liebeskummer, Trauer oder anderen ganz normalen menschlichen Erfahrungen entwickeln können, wenn jemand beispielsweise sowieso schon seelisch angeschlagen oder generell labil ist. Aber derlei diagnostizierte Störungen haben ja mit "meine Freundin hat Schluss gemacht!" nichts mehr zu tun.
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