Beschneidung schützt vor Aids

vom 06.01.2010, 22:56 Uhr

Die beste Vorsorge gegen Aids ist entweder Enthaltsamkeit oder ein Kondom, aber Forscher haben bei einer Studie in Afrika herausgefunden, dass beschnittene Männer einen gewissen Schutz vor den Aidsviren aufweisen als unbeschnittene, um immerhin ca. 40 Prozent.

Viele Forscher fordern besonders in Entwicklungsländern eine Beschneidung, um sich gegen Aids einwenig zu schützen, der beste Schutz bleibt der Kondom. Aber besonders in Entwicklungsländern fehlt das Geld für die Präservative. Genethiker fanden heraus das die Beschneidung (Zirkumzision) eine andere veränderte biologische Oberfläche verursacht, die Zusammensetzung der Bakterien auf dem Penis verändert sich dramatisch und schafft damit ein Milieu, was das überleben von Viren auf dem Penis erschwert. Abgesehen von Aids-Viren leiden auch die Geschlechtspartnerin durch die Beschneidung des Partners weniger an bakterieller Entzündungen.

» Hallimasch » Beiträge: 198 » Talkpoints: 0,81 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Das mit dem geringeren Risiko ist ja gut und schön und mag schon dem ein- oder anderen das Leben gerettet haben - allerdings ist das zumindest in unseren Breiten ja absolut kein Grund, auf Kondome zu verzichten, denn nur die garantieren nahezu 100%igen Schutz, während man bei einer Beschneidung ja dann immerhin noch ein 60%iges Risiko hat, sich zu infizieren, wenn man mit einem/einer HIV-Positiven schläft.

Da sich meines Wissens nach gerade in den Entwicklungsländern - zumindest in Afrika (auch in christlich geprägten Gegenden) sowie generell in den meisten islamischen Staaten - nahezu alle Männer beschneiden lassen, sehe ich nicht so den Anlass, eine Beschneidung dort zu fordern, die zumindest in den meisten Gegenden ohnehin unmittelbar nach der Geburt praktiziert wird. Vielmehr sollte sich da die Kirche mal an der Nase fassen und endlich aufhören, Kondome zu tabuisieren und Enthaltsamkeit zu predigen.

Zudem ist es in vielen Ländern durchaus seitens der Regierungen möglich, günstig Präservative zur Verfügung zu stellen, nur ist es vielen Regierungen halt offensichtlich immer noch egal bzw. nicht bewusst, dass ihre Bevölkerung durch das HI-Virus dezimiert wird, um es mal drastisch auszudrücken. Aids wird in vielen Entwicklungsländern noch tabuisiert und als Schande empfunden. Solange sich dieses Denken nicht ändert, wird es schwierig sein, etwas zu unternehmen.

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» netti78 » Beiträge: 3238 » Talkpoints: 18,35 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Was ich mich dabei frage (es gab vor einiger Zeit doch schon mal so eine Nachricht, dass die und die Personengruppe besonders geschützt oder besonders anfällig für Aids wäre. Ich weiß leider nicht mehr, welches Merkmal die hatten, aber ich glaube, es ging um Asiatinnen):

Was sind denn das für Testgruppen? Wie wird geforscht?

Ich kenne es so, dass man eine These aufstellt, einen Versuch plant und durchführt und dies so oft wiederholt, bis man genug Werte hat um diese statistisch auswerten zu können.

Wenn hier sogar nicht nur die Vermutung aufgrund der Beobachtung der Genethiker aufkommt, sondern zahlen wie 40%, dann Frage ich mich, wie da die Methodik verlaufen ist.

Kann man das irgendwo nachlesen?

"Korrekt" (im wissenschaftlichen Sinn) wäre es ja, wenn die Forscher nachweislich gesunde Personen, beschnitten und unbeschnitten, mit einem/r Infizierten, nach Möglichkeit ein und der selben Person, Verkehr haben lassen; Testergebnisse sind doch nur was wert, wenn der Versuchsaufbau immer gleich ist UND möglichst viele nicht zu untersuchenden Faktoren ausgeschlossen wurden. Aber ethisch korrekt wäre das ja auf keinen Fall.

Zu der Sache selber kann ich nicht so viel sagen. Aber ich kann mir gerade nicht vorstellen, dass man (in diesem Fall die Genethiker) ein Virus, was so unberechenbar ist, so gut einschätzen kann. Aber ich mag mich irren, ich habe zwar einen entfernten ehemaligen Studienkollegen, der sich nun mit der Aidsforschung beschäftigt, aber das war es dann auch schon an wissenschaftlichem Wissen (tolle Wortkreation) bei mir zu dem Thema.

PS: Sollte sich meine morbide Vorstellung über die Vorgehensweise bei solchen Versuchen bestätigen, würde das auch erklären, warum solche Nachrichten eher aus Afrika (in diesem Fall) oder aus Asien (ich meine, es war Thailand) kommen.

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» Tiffekk » Beiträge: 165 » Talkpoints: 5,57 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Wenn ich ehrlich bin finde ich diese Herangehenweise an die Problematik der Verbreitung von Aids und der mangelnden Aufklärung alles andere als in Ordnung.

40% Schutz sind nicht ausreichend und immer noch mehr als zu viel. Man erweckt hier den falschen Eindruck, dass man eben geschützt ist, wenn man beschnitten ist und kümmert sich um den Rest nicht mehr.

Man sollte wohl eher hinterher sein, dass man Kondome finanziert bekommt und diese auch verteilt. Interessant wäre wohl auch, wie man genau das herausgefunden hat. Ich denke, dass diese Art Forschung doch wenig glaubhaft erscheint.

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» winny2311 » Beiträge: 15159 » Talkpoints: 4,91 » Auszeichnung für 15000 Beiträge



Hallimasch hat geschrieben: Forscher haben bei einer Studie in Afrika herausgefunden, dass beschnittene Männer einen gewissen Schutz vor den Aidsviren aufweisen als unbeschnittene, um immerhin ca. 40 Prozent.

Ich habe kürzlich von 51-60% gelesen. Und das sich gefährdete Regionen in Afrika deshalb Ziele gesetzt haben, wie viele Männer in den kommenden Jahren beschnitten werden sollen. Deshalb laufen in vielen afrikanischen Ländern seit Jahren große Kampagnen für die Beschneidung.

Dabei ist mir allerdings noch nicht klar, wie eine Beschneidung das HIV-Risiko erheblich einschränkt, sei es nun um 40 % oder gar 60%. Was hat die männliche Vorhaut mit der Übertragung von HIV zu tun- kann mir das vielleicht jemand erklären?

Dass Kondome zu teuer sind, ist glaube ich weniger der Grund für die seltene Nutzung in Afrika. Vielen ist einfach noch immer klar, wie gefährlich HIV und letztendlich Aids ist. Zudem vertrauen manche eher auf afrikanische Wunderheiler, die Zaubermittelchen verkaufen, anstatt auf Kondome. Dabei kann ich nachvollziehen, dass man als Buschmann nicht begeistert ist, wenn ein Europäer auftaucht und ihnen erklärt, sie müssen nun Kondome nutzen. Würde uns ein Buschmann erklären wollen, dass wir Krebs durch Handauflegen oder Tänze im Mondschein heilen können, würden wir ihn wohl auch nicht ernst nehmen.

Für die Beschneidung gibt es deshalb bekannte Vorreiter, die dafür werben. Ebenso wie afrikanische Info-Trupps, die die Bevölkerung informieren. Zusätzlich wird trotzdem erklärt, wie wichtig und nützlich Kondome sind und dass man sich idealerweise auf Beides verlassen soll.

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» Trisa » Beiträge: 3323 » Talkpoints: 38,55 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


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