Kann man sich selbst einer Drogentherapie unterziehen?

vom 04.11.2012, 14:22 Uhr

Kann man eigentlich selber einfach in eine Klinik gehen und eine Drogentherapie machen, wenn man sich selber bereit dafür fühlt oder muss ein drogenkranker Mensch erst mal mehrere Ärzte besuchen und dann überwiesen werden? Ein Bekannte von mir ist drogenabhängig und er will eine Therapie. Aber er will nicht zum Hausarzt und er will auch nicht zu einem Psychologen. Denn er wohnt in einer kleineren Stadt und er hat Angst, dass es dann durchsickert, dass er Drogen nimmt.

Wie ist der Lauf der Dinge, wenn ein Mensch, der Drogen nimmt, von der Droge weg will? Welchen Weg muss der Mensch dann gehen und wie kann man ihn dabei unterstützen?

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» Ampelmännchen » Beiträge: 1310 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Ich denke nicht das man einfach so in eine Klinik gehen kann und sagen kann, ich will jetzt einen Therapieplatz haben um von den Drogen weg zu kommen. Ich glaube das der erst beantragt werden muss oder eher gesagt das der Herr angemeldet werden muss. Ich würde wirklich zu einer Drogenberatungsstelle gehen, dort können sie einem bestimmt weiter helfen. Dort können die Fragen auch alle sicher beantwortet werden.

Die Drogenberatungsstelle unterstützt einen auch und kann einem sagen, wohin man sich noch wenden kann. Und die ganzen Beratungsstellen und Ärzte unterliegen einer Schweigepflicht, die dürfen rein gar nicht erzählen oder durchsickern lassen. Wenn er es nicht in seiner Stadt machen möchte, dann soll er doch zur nächst gelegenen Stadt fahren. Dort haben sie sicherlich auch Drogenberatungsstellen und dort wird ihn sicher nicht so schnell einer erkennen.

» Sowieso12 » Beiträge: 193 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Das Argument finde ich irgendwie schwachsinnig und klingt für mich nach Ausrede. Immerhin haben beide eine Schweigepflicht und dürfen nichts weiter sagen. Würde man dann einfach etwas sagen, würde man Gefahr laufen nicht mehr in seinem Job arbeiten zu können und wer kann sich das schon leisten? Ich denke keiner.

Ansonsten würde ich mich bei einer Beratungsstelle oder beim Hausarzt melden. Auf einen Therapieplatz muss man teilweise auch noch lange warten und da muss man auch irgendwie Informationen bekommen, was man in der Zwischenzeit machen kann.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge



Letztendlich muss man eine Therapie immer selbst wollen- denn sonst funktioniert diese nicht. Man kann niemanden zu einer Therapie zwingen, der diese nicht möchte. In solchen Fällen wäre man dann vielleicht in der Zeit in der geschlossenen Abteilung einer Klinik oder im Gefängsniskrankenhaus drogenfrei, aber in der Regel nicht auf Dauer.

Dass dein Bekannter selbst erkannt hat, dass er Hilfe benötigt, ist ein sehr guter erster Schritt. Als erste Anlaufstelle wäre eine Drogenberatungsstelle ratsam. Dass man dort nicht gerade vor seiner eigenen Haustür hingehen möchte, kann ich nachvollziehen. Wobei solche Beratungsstellen oftmals auch in größeren Gebäuden sind, so dass man durchaus auch bei Reingehen gesehen werden kann ohne das Außenstehende erkennen, dass man nun zur Drogenberatung geht.

Ein Arzt oder auch ein Psychologe hingegen lassen von außen hingegen niemals erkennen, warum man nun dort ist. Es gibt ja keine Fachärzte für Drogen, so dass man annehmen könnte, dass jemand er dort reingeht, ein Drogenproblem hat. Man muss auch bei keinem Arzt an der Empfangstheken sagen, dass man drogensüchtig ist und mit dem Arzt über Therapiemöglichkeiten sprechen möchte. In der Regel reicht es völlig aus, den Arzthelferinnen mitzuteilen, dass man einen Termin beim Arzt wünscht.

Und dieser unterliegt dann der Schweigepflicht. Völlig unabhängig davon, ob es sich um einen Bekannten handelt, einem Arzt im kleinsten Dorf Deutschlands oder in einer Großstadt. Da braucht man sich also wirklich keine Sorgen machen, dass irgendetwas durchsickert, selbst wenn der Arzt nun der eigene Nachbar ist.

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» Trisa » Beiträge: 3323 » Talkpoints: 38,55 » Auszeichnung für 3000 Beiträge



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