Schlecht fühlen nach Alkoholgenuss - anders behandeln?

vom 20.12.2012, 08:33 Uhr

Es kann mal vorkommen, dass jemand zu viel Alkohol trinkt und sich infolgedessen sehr schlecht fühlt. Ich muss sagen, dass es für mich einen Unterschied macht, ob sich jemand aufgrund eines erhöhten Alkoholkonsums schlecht fühlt oder ob er ernsthaft erkrankt ist. Wenn jemand einfach zu viel getrunken hat, denke ich eigentlich, dass die Person selbst Schuld ist und ich habe dann auch keine Lust auf das Gejammer. Schließlich hat sich die Person selbstständig und ganz bewusst in die Situation begeben und gerade solche Suff-Geschichten finde ich meistens ziemlich uninteressant.

Wenn jemand hingegen wirklich richtig krank ist und nichts dafür kann, tut mir das unter Umständen schon Leid und bei nahe stehenden Personen versuche dann auch, ihnen zu helfen. Wenn jemand zu viel getrunken hat, ist das eher nicht der Fall. Einen Eimer stelle ich demjenigen schon hin, aber solange er nicht in einer lebensbedrohlichen Situation steckt, würde ich da keine weitere Energie verschwenden.

Wie geht euch das? Behandelt ihr Leute, die sich aufgrund eines Trinkgelages schlecht fühlen, anders als andere Personen, denen es zum Beispiel aufgrund einer Erkrankung schlecht geht? Oder macht ihr da überhaupt keinen Unterschied?

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» Cologneboy2009 » Beiträge: 14210 » Talkpoints: -1,06 » Auszeichnung für 14000 Beiträge



Ehrlich gesagt, da kann auch kein erwachsener Mensch Verständnis von mir erwarten. Anders sieht es aus, wenn jemand durch die eigene Jugendweihe das erste Mal einen über den Durst trinkt, weil da auch die Eltern der Klassenkameraden nicht nachdenken und die Jugendlichen abfüllen. Da habe ich auch schon den Sohn meines ehemaligen Nachbarn zur Seite genommen, ihm Mineralwasser gegeben und trockene Semmel. Das hilft ja recht schnell.

Aber erwachsene Menschen sollten ihre Grenzen kennen. Wenn mein Freund vom Betrieb aus eine Feier hat und am nächsten Morgen einen schweren Kopf hat, dann gibt es kein Mitleid oder Fürsorge, sondern noch entsprechende Bemerkungen. Frei nach dem Motto, wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung.

» Punktedieb » Beiträge: 17970 » Talkpoints: 16,03 » Auszeichnung für 17000 Beiträge


Wenn jemand einfach zu viel getrunken hat, dann kann er von mir kein Mitleid erwarten, egal wie schlecht es ihm geht. Immerhin hat er sich ja selbst in diese Situation gebracht und es war ja seine ganz eigene Entscheidung, so viel zu trinken. Niemand hatte diese Person ja dazu gezwungen, so viel zu trinken. Abgesehen davon, kann man doch selbst abschätzen, wie viel man verträgt und wann es genug ist. Auch wenn man bereits angetrunken ist, ist man ja noch in der Lage dazu, eine richtige Entscheidung zu treffen und sich auch gegen weiteren Alkohol zu entscheiden. Von daher braucht jemand nicht herumjammern, wenn er zu viel getrunken hat.

Bei meinem Freund ist es auch hin und wieder so, dass er jammert wie ein kleines Kind, wenn er zu viel getrunken hat und am nächsten Morgen aufwacht. Oftmals trinkt er mit seinen Freunden das eine oder andere Gläschen. Dabei merkt er dann immer am nächsten Tag die Folgen. Wenn er dann also jammert, wie weh sein Kopf tut, habe ich da absolut kein Mitleid, sondern sage ihm, dass er eben nicht so viel hätte trinken müssen. Da habe ich auch keinerlei Verständnis, sondern drücke ihm eine Tablette gegen Kopfschmerzen in die Hand und sage ihm, dass er sich zusammenreißen solle.

Wenn Leute auf Parties so betrunken sind, dass sie sich übergeben müssen, dann muss ich nur den Kopf schütteln. Von mir aus würde ich diese Leute auch noch nach Hause bringen, wenn ich mit ihnen auf die Party gegangen wäre, doch gerne würde ich das nicht machen. Doch immerhin hätte ich zu viel Angst, dass ihnen irgendetwas auf dem Weg passiert oder sie einfach so auf die Straße laufen. Von daher würde ich sie wohl oder übel doch begleiten, wobei ich das nicht gerne machen würde. Immerhin wäre ich doch sauer, warum sich diese Personen so betrinken, dass sie eine Betreuung brauchen. Immerhin muss man sich ab einem gewissen Alter wohl wirklich nicht regelmäßig betrinken und dann auf die Hilfe anderer hoffen.

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» Prinzessin_90 » Beiträge: 35273 » Talkpoints: -0,01 » Auszeichnung für 35000 Beiträge



In meinem Umfeld kommen derlei Exzesse so selten vor, dass der Betroffene durchaus mit Mitgefühl und Kopfschmerztabletten rechnen kann. Ich kann von mir behaupten, noch nie so betrunken gewesen zu sein, dass ich am nächsten Morgen außer Gefecht gesetzt war. Mein Freund mag den Geschmack von Alkohol nicht. Wir sind also immer "legitim" krank und werden entsprechend bedauert, wenn wir jammern. Auch unsere Freunde trinken Alkohol nur in Maßen, aber da müssen wir das Nachspiel auch nicht miterleben, so es denn eines gibt.

Ein paar "Jugendsünden" sind in meinem Umfeld allerdings schon vorgekommen. Die Betroffenen waren aber wirklich noch jung und haben ihre Grenzen im Umgang mit Alkohol nicht gekannt. Deswegen waren wir auch gnädig und haben kein Riesentheater gemacht. Und jetzt kennen sie sie und haben daraus gelernt.

Wer sich aber gewohnheitsmäßig zusäuft und am nächsten Morgen dann Mitleid erwartet, hat bei mir auch verspielt. Ich kenne nur niemanden davon so gut, dass ich dann wirklich Kopfschmerztablette und/oder Eimer hinterhertragen müsste.

» Gerbera » Beiträge: 11346 » Talkpoints: 56,04 » Auszeichnung für 11000 Beiträge



Generell würde ich einem Menschen der meiner Hilfe bedarf immer helfen. Also wenn derjenige Hilfe braucht würde ich sie ihm auch im alkoholisierten Zustand geben. Mitleid habe ich mit betrunkenen Menschen eigentlich nur, wenn sie wirklich in einer ausweglosen Situation sind und dann keinen Ausweg sehen und trinken.

Sicherlich ist Alkohol die falsche Lösung, wenn man Probleme hat, aber solche Menschen tun mir trotzdem immer leid. Auch, weil sie sich in eine Sucht treiben. Wenn man normal zu viel trinkt, helfe ich demjenigen schon, aber Mitleid hat er von mir eher weniger zu erwarten. Schließlich ist er auch selber an seinem Unglück schuld und hätte ja auch aufhören können.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge


Also bei mir ist es auch so. Wenn es jemanden schlecht geht weil er zu viel getrunken hat kann er kein Mitleid von mir erwarten. Auch wenn derjenige dann zum Beispiel nach Hause möchte und ich noch nicht dann bleibe ich noch. Jeder muss selber wissen wie viel er verträgt. Und wenn er zu viel getrunken hat dann ist er selber schuld.

Anders sieht es eben bei mir auch aus wenn jemand wirklich krank ist. Oder sonst ein Problem hat. Dann stehe ich der Person schon zur Seite und versuche zu helfen. Auch würde ich mit einer Freundin oder dem Partner nach Hause gehen, auch wenn ich noch bleiben möchte, sofern es sich eben wirklich um eine Krankheit oder ein Unwohlsein handelt.

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» torka » Beiträge: 4376 » Talkpoints: 7,91 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


Ich sehe es eigentlich auch so, dass sich mein Mitleid dann in Grenzen hält, wenn jemand in meinem Umfeld sich darum schlecht fühlt, weil derjenige zu viel Alkohol getrunken hat. Zum Glück kommt es in meinem Umfeld nicht so häufig vor, dass jemand wirklich so viel trinkt, dass derjenige sich richtig schlecht fühlt. Ich erwarte bei erwachsenen Menschen aber eigentlich schon ein gewisses Gespür dafür, wann man den Alkoholkonsum einschränken oder aufhören sollte. Wenn das dann nicht funktioniert und jemand immer weiter trinkt, dann sollte es klar sein, dass man sich irgendwann nicht mehr so toll fühlt.

Deswegen würde ich auch immer unterscheiden, ob jemand sich aufgrund einer Krankheit schlecht fühlt, oder weil derjenige zu viel getrunken hat. Helfen würde ich in der Familie oder im Freundeskreis eigentlich in beiden Fällen, aber ich würde jemandem, der zu viel getrunken hat, schon deutlich machen, dass er es selber schuld ist und er kein Mitleid zu erwarten hat.

» Barbara Ann » Beiträge: 28946 » Talkpoints: 58,66 » Auszeichnung für 28000 Beiträge



Ich muss schon sagen, dass ich mich auch um meine Freunde kümmere, wenn sie betrunken sind und es ihnen nicht gut geht. Ich habe schon oft stundenlang mit ein paar Besoffenen draußen verbracht, versucht sie wach zu halten oder habe sie nach Hause gebracht. Auch wenn diejenigen selber daran schuld sind, würde ich es vermutlich nicht richtig finden, die zu ignorieren. Wenn es einem nicht gut geht, dann spielt es keine Rolle, aus welchen Gründen das der Fall ist.

Ich würde nur in dem Fall kein Mitleid haben, wenn sich die Saufgelagen immer wieder wiederholen. Wenn es einer einmal übertreibt - kann passieren. Wenn es wöchentlich geschieht, dann wäre es mir vermutlich irgendwann auch egal. Ich lasse mir doch das Weggehen nicht vermiesen, nur weil einer nichts dazulernt. Aber solche Leute sind mir bis jetzt noch nicht untergekommen.

» Märie » Beiträge: 459 » Talkpoints: 15,45 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Wenn es jemanden aufgrund von Alkoholgenuss nicht gut geht, helfe ich schon mit dem Nötigsten aus, aber bemitleiden tue ich so jemanden nicht. Ich würde dem Betrunkenen auch ins Gesicht sagen, dass er selbst Schuld hat an seinem Zustand. Sich selbst überlassen würde ich denjenigen nicht, weil man schnell mitgefangen ist, sollte demjenigen irgend etwas passieren. Ein nettes Wort hört der Betrunkene aber definitiv nicht. Jeder muss selbst wissen, wie viel man verträgt.

» Sternchen* » Beiträge: 2805 » Talkpoints: 2,97 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


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