Haltet ihr medizinisches Allgemeinwissen für wichtig?

vom 01.01.2013, 23:23 Uhr

Da ich durch mein Studium dauerhaft mit der Medizin beschäftigt bin, liegt es natürlich nahe, dass ich mich auch vorher bereits stark dafür interessiert habe. Biologische oder grundsätzlich den Körper betreffende Sachverhalte fand ich schon immer sehr interessant, sodass ich mich dort auch über den Schulstoff hinaus informiert habe. In meiner Abi-Prüfung in Sport war ich dann erstaunt, als mir hinterher gesagt wurde, es sei nicht selbstverständlich, was ich für ein Wissen im Ernährungs- und Physiologiebereich besäße. Und das war ja noch vor Beginn des Studiums.

Ich frage mich also, für wie wichtig ihr ein Grundwissen über euren Körper haltet. Gerade an Praktikumstagen ist die Spannbreite zwischen dem Vorwissen der Patienten sehr hoch, einigen muss man die einfachsten Sachverhalte erläutern, andere nicken nur und stellen sehr spezifische Detailfragen. Das ist nicht einmal auf das Alter bezogen, auch ältere Menschen scheinen sehr informiert über ihre Krankheiten zu sein.

Wie ist das also bei euch? Geht ihr einfach zum Arzt und erwartet, dass er die Pflicht hat, euch über euer Leiden aufzuklären? Oder seid ihr neugierig und schaut vielleicht schon vorher im Internet nach, worin das Problem bestehen könnte? Ist es euch wichtig, euch mit dem Körper auszukennen? Wenn ja, wie sehr?

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» Askyneedsclouds » Beiträge: 221 » Talkpoints: 58,10 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Ja, ich halte Allgemeinwissen für wichtig, weil es lebensrettend sein kann oder eine Krankheit verkürzen kann. Wer weiß denn schon, dass die Zwiebel ein natürliches Antibiotikum enthält, welches die meisten Krankheiten ganz schnell aufhält. Aber die Meisten greifen dann ja gleich zu entsprechenden Medikamenten, obwohl ebenfalls die Kamille hilft, welche sich positiv auf Krankheiten und Entzündungen auswirkt, was Studien nachgewiesen haben.

Dann gibt es noch so Haushaltstipps wie warmes Salzwasser zu spülen, falls man Zahnschmerzen hat oder auf Nelken zu kauen. Letzteres auf keinen Fall über einen längeren Zeitraum durchführen, weil sich die Nelken sich negativ auf die Wurzeln auswirken können! Das ist auf jeden Fall keine Dauerlösung und das Salzwasser sollte man auch nicht schlucken, weil zu viel Salz im Körper gefährlich ist. Hilft aber ansonsten ganz gut!

» Newsjumper » Beiträge: 598 » Talkpoints: 0,35 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Ich bin ein Mensch der immer im Internet nach Sachen sucht und eben ein gewisses Minimum an Kenntnisse der Medizin haben muss. Wenn es nicht so wäre dann wüsste ich vermutlich heute noch nicht dass ich an Hashimoto erkrankt bin, denn mein Arzt hat es in vielen Jahren nicht herausgefunden obwohl sämtliche Symptome vorhanden waren. Zum Glück habe ich irgendwann angefangen mich dafür zu interessieren und mich damit zu beschäftigen.

Ich denke jetzt nicht dass man die Arbeit des Arztes machen sollte, aber man soll sich nicht nur auf ihn verlassen. Ist zumindest meine Meinung. Mein Arzt mag es zwar auch nicht wenn ich ihm wiederspreche, doch oft geht es nicht anders damit ich eine andere Meinung oder eine bessere Behandlung bekomme. Und wenn ich vieles nicht wissen würde, dann wäre es sicher nicht so. Und einiges was man so weiß kann vielleicht auch mal Leben retten.

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» torka » Beiträge: 4376 » Talkpoints: 7,91 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



Ich halte medizinisches Allgemeinwissen ebenfalls für sehr wichtig. Ich bin generell sehr an Medizin interessiert und lese auch regelmäßig Artikel oder Bücher zu diesem Thema. Meiner Meinung nach sollte man schon über die Grundfunktionen seines Körpers Bescheid wissen. Manche haben da ja echt null Ahnung und das finde ich ehrlich gesagt immer ein wenig erschreckend. Natürlich informiere ich mich auch im Internet über bestimmte medizinische Sachverhalte, die ich irgendwo schon mal aufgeschnappt habe. Selbst wenn man überhaupt kein Interesse an Medizin hat (was ich nicht so ganz nachvollziehen kann), sollte man schon einige Grundkenntnisse besitzen.

Natürlich können solche Internetseiten keinen Arztbesuche ersetzen, aber es ist doch besser, wenn man schon ein wenig Bescheid weiß, wenn man zum Arzt geht, denn so kann das Arzt-Patientengespräch auch viel informativer ablaufen. Ich würde schon behaupten, dass ich mich mit meinem Körper sehr gut auskenne. Ich habe mich intensiv damit beschäftigt und kenne mich auch mit der Ernährung recht gut aus und gebe meinen Freundinnen und Verwandten auch öfter Tipps, obwohl ich nicht darin ausgebildet bin. Ich habe eben großes Interesse an diesen ganzen Abläufen und von daher ist es logisch, dass ich auch alles an Informationen aufnehme, was ich finden kann.

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» MeL.G » Beiträge: 4918 » Talkpoints: 16,81 » Auszeichnung für 4000 Beiträge



Ich finde grundsätzliches Wissen über die Medizin schon wichtig. Darunter zählt für mich vor allem das Wissen, das in einem Erste-Hilfe-Kurs übermittelt wird. Ich finde es also vor allem wichtig, dass die Menschen wissen, wie sie in gewissen Situationen reagieren müssen. Manche sind zum Beispiel der Überzeugung, dass man immer mit Wasser ankommen muss, sobald es irgendwo brennt, was ja nicht so ganz richtig ist.

Wichtig finde ich den Erste-Hilfe-Kurs vor allem für Autofahrer. Ich finde es wirklich eine Schande, dass man den Kurs nur einmal machen muss und dann nie wieder. Immerhin vergisst man mit der Zeit einiges von den Informationen, die einem mitgeteilt wurden und das kann sich bei einem tatsächlichen Unfall dann fatal auswirken. Es ist einfach wichtig, dass die Autofahrer wissen, wie sie in welcher Situation reagieren müssen. Immerhin kann es hier unter Umständen um Menschenleben gehen und nur den Notarzt anzurufen hilft in manchen Situationen nicht, manchmal muss man die Zeit, bis der Notarzt kommt, überbrücken, indem man dem Verletzten selbst hilft. Wobei ja auch immer gesagt wird, dass man nur insoweit helfen soll, wie man es sich selbst zutraut. Ein falscher Griff kann unter Umständen keine Hilfe, sondern den Tod von dem Verletzten bedeuten. Deshalb muss man sehr vorsichtig sein.

Ich persönlich muss zugeben, dass ich zwar erst vor circa zwei Jahren einen Erste-Hilfe-Kurs gemacht habe, aber womöglich nicht einmal die stabile Seitenlage korrekt hinbekommen würde. Wobei ich das selbst als wichtig empfinde. Leider denke ich, dass es vielen anderen Menschen genauso geht und sie lediglich wissen, welche Nummer sie im Notfall anrufen müssen.

Wenn ich krank bin und ich nicht sicher weiß, was es ist, dann schaue ich meistens erst einmal im Internet nach, was es sein könnte. Ich finde es aber immer schwierig, durch Beschreibungen herauszufinden, ob das nun die Krankheit ist, die man hat, oder eben nicht. Ich hatte im vorletzten Jahr zum Beispiel Pfeiffersches Drüsenfieber. Als ich nach meinen Symptomen gegooglet habe, war ich mir eigentlich sicher, dass es sich nur um eine Mandelentzündung handelte. Als es aber nicht besser wurde, ging ich zum Arzt und der teilte mir dann sofort mit, dass es keine Mandelentzündung ist, sondern das Pfeiffersche Drüsenfieber. In so einer Situation sind Ärzte einfach unentbehrlich und da kann die eigene Recherche und das Internet einfach nicht mithalten.

» *sophie » Beiträge: 3506 » Talkpoints: 1,38 » Auszeichnung für 3000 Beiträge


Ein gewisses Wissen halte ich auch für sehr wichtig. Auch im Alltag ist natürlich bestimmtes Wissen zu einer vernünftigen Lebensweise extrem wichtig. Dazu gehört für mich ein bestimmtes Grundwissen über sportwissenschaftliche Zusammenhänge und über die Ernährung. Leider kursieren dort immer noch so viele Halbwahrheiten und Binsenweisheiten, die aber einfach meistens zu falschen Verhaltenswiesen führen. Ein bekanntes Beispiel ist der Fettverbrennungspulsmythos, der sich immer noch hartnäckig hält.

Ansonsten ist ein gewisses Grundwissen über erste Hilfe für mich absolute Pflicht. Nicht nur Autofahrer benötigen dieses Wissen, jeder kann heutzutage in die Situation kommen, erste Hilfe leisten zu müssen. Und dafür sollte man zumindest die grundlegensten Handgriffe kennen, um fatale Fehler vermeiden zu können.

Außerdem halte ich inzwischen auch ein gewisses psychologisches Grundwissen für sehr wichtig. Depressionen sind ja inzwischen fast so etwas wie eine Volkskrankheit, und wenn Leute sich besser mit den Symptomen und Gegenmaßnahmen bei psychischen Problemen auskennen würden, könnte man sicherlich sehr viele gesellschaftliche Probleme vermeiden. Stress ist in aller Munde, doch kaum jemand kennt sich mit Strategien zur Stressreduktion aus. So etwas gehört meiner Meinung nach bereits in den Schulen gelehrt.

» Weasel_ » Beiträge: » Talkpoints: Gesperrt »


Ich bekomme bei meiner Arbeit in der Apotheke auch immer wieder mit, wie unterschiedlich doch das Wissen und auch das Interesse bei den Kunden ist. Ich finde auch, dass es wichtig ist, ein gutes medizinisches Allgemeinwissen zu haben. Ich selber habe natürlich aufgrund meiner Ausbildung schon ein recht gutes Wissen über den Körper und die Funktionen. Aber manchmal erschrecken mich doch auch einige Fragen von Kunden über Dinge, die ich eigentlich als Allgemeinbildung voraussetze.

Bei mir selber ist es so, dass ich mich vor einem Arztbesuch schon mal informiere, was ich für eine Erkrankung oder Verletzung haben kann. Außerdem spreche ich natürlich auch mit Kollegen darüber, ob diese eine Idee haben. Ich finde zwar auch, dass man dem Arzt nicht unbedingt vorgreifen sollte, weil die meisten Ärzte es auch nicht wirklich gerne sehen, wenn man selber schon sagt, was man haben könnte, aber ein Interesse ist schon sehr wichtig, weil man ja auch durch das Internet mittlerweile viel mehr Informationen bekommt.

» Barbara Ann » Beiträge: 28946 » Talkpoints: 58,66 » Auszeichnung für 28000 Beiträge



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