Meckert oder kritisiert der Arzt wegen zu häufiger Besuche?

vom 09.12.2012, 18:40 Uhr

Als gesetzlich Krankenversicherter hat man es nicht besonders leicht, so scheint es mir, wenn ich manche Threads durchlese. Und so habe ich mich gefragt, ob ein Arzt auch mal Kritik üben kann, wenn man ihn zu häufig aufsucht. Ich selbst gehe zu meinen Pflichtterminen zum Arzt und ansonsten, wenn es gar nicht mehr anders geht oder ich ganz genau weiß, dass ich ein Mittel benötige, was ausschließlich vom Arzt verschrieben werden kann. Bin ich aber ansonsten gesund, und muss meine Pflichttermine nicht wahrnehmen, gehe ich auch nicht zum Arzt.

Eine Zeit lang war es auch schon anders gewesen, aber auch da durfte ich mir noch nichts anhören oder erleben. Wer weiß, was hinter den Kulissen abgegangen ist, aber das wurde mir nicht zugetragen und somit war es auch kein Thema, auch, wenn ein Arzt nun einmal einen Festpreis pro Patient und Quartal erhält.

Wie ist es bei Euch? Wurdet Ihr schon einmal dafür kritisiert, dass Ihr immer wieder die Dienste des Arztes in Anspruch genommen habt oder habt Ihr so etwas noch nicht erlebt? Wie reagiert man angemessen darauf? Sollte man es so hinnehmen oder sich dazu äußern? Ist Euch in einer solchen Situationen ein Arztwechsel das einzige Mittel? Wäre so etwas ein Anlass, um sich bei der Krankenkasse/ kassenärztlichen Vereinigung zu beschweren?

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» *steph* » Beiträge: 18439 » Talkpoints: 38,79 » Auszeichnung für 18000 Beiträge



Ich hatte schon mal so einen Fall. Der erste Kinderarzt meines Sohnes hat sich damals beschwert, weil ich innerhalb von 10 Tagen drei Mal dort war. Die Zustand meines Sohnes hat sich aber immer mehr verschlechtert und die Medikamente haben nicht angeschlagen. Am Ende hatte er dann eine eitrige Mittelohrentzündung, die der Arzt einfach nicht festgestellt hat. Das fand ich damals wirklich unmöglich und ich habe dann auch recht schnell den Arzt gewechselt, weil ich ein solches Verhalten bei einem Kinderarzt absolut inakzeptabel fand. Ich stehe bestimmt nicht ständig ohne Grund bei ihm auf der Matte und bin auch nicht übervorsichtig, aber wenn es um die Gesundheit meines Kindes geht, gehe ich einfach keinerlei Kompromisse ein. Dort war mein Kleiner einfach nicht gut aufgehoben!

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» MeL.G » Beiträge: 4918 » Talkpoints: 16,81 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


Bisher bin ich noch nicht dafür kritisiert worden, dass ich zu häufig zum Arzt gehe, allerdings kann ich auch nicht selbst behaupten, dass das der Fall wäre. Es gibt zwar Phasen, in denen immer wieder irgendetwas los ist und wo ich vielleicht innerhalb von zwei Wochen auch zwei Sprechstundentermine benötige, aber ich höre von meinem Arzt eigentlich eher Aussagen wie solche, dass ich nächstes Mal lieber früher kommen und nicht so lange warten soll. Und wenn ich ein Rezept für meine Asthma-Therapie benötige, muss ich ohnehin dafür nicht mehr in die Sprechstunde gehen, sondern rufe an, bestelle mein Rezept und hole es anschließend in der Arztpraxis ab, wobei ich meinen Arzt dann meistens gar nicht erst zu Gesicht bekomme. Es verging nun ein knappes Jahr, während dessen ich ihn nicht gesehen habe, bis ich dann vor einigen Wochen einen grippalen Infekt mit einer Mittelohrentzündung hatte und meinen Arzt wieder aufgesucht habe.

Generell meine ich, dass ein Arzt, der das Gefühl hat, sein Patient käme zu häufig vorbei, um seine Sprechstunde besuchen, sich durchaus fragen kann, aus welchem Grund der Patient kommt, denn in einigen Fällen ist der Grund für häufige Arzttermine möglicherweise zwar ein gesundheitlicher, aber nicht unbedingt einer, der organische Ursachen hat. Wenn ich also Ärztin wäre und einen Patient häufig sehen würde, dann würde ich vermutlich wissen, ob er aus gutem Grund vorbeikommt oder ob es mir so erscheint als würde er Gründe vorschieben, und möglicherweise wäre das für mich dann ein Anlass, herauszufinden, was die wirkliche Ursache für seine vielleicht wirklich unverhältnismäßigen häufigen Arztbesuche ist. Ich denke, dass das zum Verantwortungsbereich eines Arztes durchaus dazugehören kann und es erscheint mir insofern auch nicht abwegig. Kritisieren sollte man einen Patienten deshalb aber sicherlich nicht und ich denke, dass mir das als Patient wiederum auch deutlich zu weit gehen würde. Wäre mein Arzt der Meinung, dass ich ihn zu häufig aufsuche, dann könnte er mir das gerne mitteilen, aber vielleicht gleich noch mitsamt einer Äußerung seiner Vermutung, was mein Grund eben dafür sein könnte.

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» moin! » Beiträge: 7218 » Talkpoints: 22,73 » Auszeichnung für 7000 Beiträge



Mein Arzt meckert nicht, wenn man mal zu häufig bei ihm ist. Ich musste leider auch mal häufiger hin, weil ich die Medikamente nicht vertragen habe und mir die anderen dann nicht geholfen haben. Ansonsten gehe ich aber auch nur hin, wenn etwas akut ist. Mir war das auch etwas unangenehm sooft hingehen zu müssen, aber er meinte, dass er das lieber hat. Viele Patienten warten dann zu lange und kommen erst wieder, wenn es richtig schlimm ist und da ist ihm ein Patient, der kommt, wenn er ein Problem hat, lieber. Bei mir war es ja auch angebracht, sonst wäre ich meine Erkrankung nicht losgeworden.

Ich denke, man sollte einfach hingehen, wenn man Probleme hat und der Meinung ist, dass man diese nicht mehr alleine bewältigen kann. Wie oft das dann der Fall ist, ist doch egal. Ich würde mir da auch nicht hereinreden lassen, wenn man etwas nicht gleich loswird, muss man eben noch mal hin.

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» Ramones » Beiträge: 47758 » Talkpoints: 8,52 » Auszeichnung für 47000 Beiträge



Bei mir ist das eher andersrum, der Arzt könnte meckern weil ich zu selten zum Arzt gehe, aber ich fühle mich kerngesund, und sehe daher keinen Grund extra zum Arzt zu gehen, weil der etwas verdienen will, also nein, ein Arzt hat sich noch nie bei mir beschwert weil ich zu oft seine Dienste in Anspruch nehme.

Wenn ein Arzt sich aber mal beschweren würde, würde ich ihn darauf hinweisen, dass er damit immerhin sein Geld verdient, und ich immer lieber zum Arzt gehen würde, wenn ich mich nicht wohlfühle, aber mir nicht sicher bin was ich habe. Nicht das es am Ende doch etwas schlimmeres ist. Das muss der Arzt dann eigentlich so hinnehmen, allerdings sollte man dann vielleicht auch mal über sich selbst nachdenken, ob man es nicht ein bisschen mit dem Besuchen beim Arzt übertreibt, ist man aber der festen Überzeugung das dies nicht der Fall ist, wäre ein Wechsel des Arztes wirklich mal eine Option. Sollte dieser sich dann aber auch wieder beschweren, muss man an sich selbst mal etwas an der Situation ändern, schließlich kann man nicht andauernd die Ärzte wechseln, so viele gibt es dann ja auch wieder nicht.

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» Finja18 » Beiträge: 1296 » Talkpoints: 61,63 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


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