Gallensteine / Blasensteine - Entstehung und Bestandteile

vom 06.12.2012, 11:34 Uhr

Meine Oma wurde vorgestern operiert und ihr wurden Gallensteine entfernt. Diese Gallensteine hat sie in einem kleinen Gefäß nun auf dem Nachttisch stehen. Es sieht schon komisch aus. Ich habe mich aber dann gefragt, woraus solche Gallensteine oder auch Blasensteine bestehen. Welche Bestandteile haben diese Steine und womit kann man die Bestandteile vergleichen?

Wie entstehen eigentlich diese Steine in der Galle? Was passiert im Körper, wenn er in der Galle oder auch in der Blase einfach Steine bildet.

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» MissMarple » Beiträge: 6786 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 6000 Beiträge



Fangen wir mal mit den Gallensteinen an: Galle, die Substanz, die in der Leber gebildet und in der Gallenblase verdickt wird, besteht aus Gallensäuren und Cholesterin. Normalerweise ist es üblich, dass der Anteil an Gallensäuren höher ist als jener von Cholesterin. Erhöht sich allerdings der Anteil des Cholesterins an der Galle, so kann sich die Substanz kristallisieren und es entstehen die bekannten Gallensäuren. Zu einem bestimmten Prozentsatz können sich auch sog. Pigmentsteine bilden, die aber im Gegensatz zu "Cholesterinsteinen" seltener sind und auch in ihren Zusammensetzungen etwas anders sind.

Wie es zur Bildung von Gallensteinen kommt, weiß man nicht so genau, man vermutet einen multifaktoriellen Hintergrund. Es gibt aber einige Erkrankungen, die mit Gallensteinbildung einhergehen, beispielsweise das Kurzdarm-Syndrom. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass alle Pathologien, die eine erhöhte Gallensäurebildung nach sich ziehen, ebenfalls die Gallensteinbildung fördern.

Im Regelfall hängt die Therapie entscheidend davon ab, wo die Steine lokalisiert sind und wie groß sie im Endeffekt sind. Diagnostisch wegweisend bzw. unverzichtbar ist hier die Ultraschalluntersuchung, mit der man sowohl die meisten Steine als auch ihre Lokalisations ausfindig machen kann. Große Steine in der Gallenblase sind eher weniger therapiebedürftig, da die Wahrscheinlichkeit relativ gering ist, dass sie aus der Gallenblase transportiert werden und die ableitenden Gallenwege blockieren. Man muss aber, um eine definitive Aussage bzgl. der Therapie treffen zu können, auch auf den Patienten schauen, die Konstellationen mit Komorbiditäten, Risikofaktoren, evtl. rezidivierenden Entzündungen, etc. spielen ebenfalls eine Rolle bei der Entscheinungsfindung. Mittelgroße bzw. kleine Steine werden in der Regel therapiert, erst Recht, wenn es bereits zu einem Abflussstau der Galle gekommen ist: Die Papillektomie mit einem Auffangkorb ist eine der möglichen Therapien, die extrakorporale bzw. intrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT bzw. ISWT) die andere, die zum Einsatz kommen können.

Die Nierensteine hingegen bestehen meist aus Calciumphosphatkristallen, die sich ebenfalls kristallisieren und am Gewebe (höllische) Schmerzen verursachen können. Auch hier kommt die ESWT zum Einsatz, mit der meist erfolgreich die Steine behandelt werden können. Oftmals ist es aber so, dass es - aus welchem Grund auch immer - mehrfach zu erneuter Steinbildung kommt, mir sind beispielsweise Patienten bekannt, die schon 22 Mal therapiert wurden :)

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» getku » Beiträge: 883 » Talkpoints: 11,06 » Auszeichnung für 500 Beiträge


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