HIV Ansteckungen im Jahr 2012 enorm gestiegen

vom 29.11.2012, 14:47 Uhr

Eben kam im Radio ein Beitrag über den HI Virus. Demnach haben sich in diesem Jahr fast doppelt so viele Menschen hier in Deutschland mit dem HI Virus angesteckt. Die Dunkelziffer wird wohl um einiges höher sein. Leider habe ich die Zahlen nicht genau mitbekommen. Es hat auf jeden Fall ein Arzt gesprochen, der meinte, dass einfach immer noch zu wenig Aufklärung da ist.

Viele meinen, dass sie, wenn sie einen festen Freund haben und man eine Zeit lang mit Kondomen verhütet hat, irgendwann die Kondome weglassen kann. Aber man weiß dennoch nicht, ob der Partner den HI Virus hat oder nicht. Man vertraut ja, obwohl man nicht weiß, was der Partner vor der Beziehung gemacht hat und man ja auch den HI Virus noch nicht merkt, wenn Aids nicht ausgebrochen ist. Es wird immer dazu geraten mit dem Partner einen HIV Test zu machen, ehe man die Verhütung weg lässt.

Warum denkt ihr, wird der HI Virus immer noch so viel übertragen, obwohl jeder weiß, dass es ihn gibt? Ist es immer noch zu wenig Aufklärung? Habt ihr mit eurem Partner den HIV Test gemacht, ehe ihr die Kondome weggelassen habt? Warum habt ihr es nicht gemacht? Habt ihr euch darauf verlassen, dass schon nichts ist?

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» Diamante » Beiträge: 41749 » Talkpoints: -4,74 » Auszeichnung für 41000 Beiträge



Weil die meisten Personen nicht denken, dass ihr Partner ihnen diese Krankheit verschweigen würde. Ich bin kein Experte aber ich denke, die meisten stecken sich nicht bei fremden Personen an, sondern bei ihren Partnern, denen sie vertrauen. Ich unterstelle keinem Menschen, dass er andere mit Absicht ansteckt. Die meisten Leute wissen heute, dass man aufgrund von einer möglichen Schwangerschaft verhüten muss, vergessen aber die Geschlechtskrankheiten.

Ich verhüte nur mit Kondomen, da ich die Pille nicht nehmen möchte. Meine erste Pille habe ich nicht vertragen und ich hatte keine Lust aufs Umsteigen, da ich keine Lust auf Nebenwirkungen habe, weil ich eben auch Raucherin bin. Ich möchte Hormonhaushalt nicht durcheinander bringen und verhüte nur mit Kondomen. Natürlich ist keine Verhütungsmethode hundertprozentig sicher, aber ich mache mir keine Gedanken, weil ich vorsichtiger bin als andere.

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» soulofsorrow » Beiträge: 9239 » Talkpoints: 26,10 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Ich denke, dass eine HIV-Infektion heute schon so normal ist, dass man da im Allgemeinen zu wenig Aufmerksamkeit darauf verwendet. Vor ein paar Jahren, als es noch eher ein Skandal war, AIDS zu haben, da gab es in den Medien mehr Rummel und man war vielleicht eher abgeschreckt.

Natürlich ist es gut und richtig, dass für Toleranz mit HIV positiven Menschen geworben wird. Schließlich ist so eine unsachliche Diskriminierung nicht zu tolerieren. Andererseits denke ich schon, dass diese Toleranzkampagnen leider auch die Nebenwirkung haben, dass gerade die junge Generation AIDS nicht mehr als so bedrohlich ansieht, wie meine Generation als wir jung waren. Ich weiß nicht, in welcher Generation die Ansteckungszahlen so steigen, aber ich würde einfach mal vermuten, dass es eher die jüngere Generation ist.

Dazu kommt dann noch der medizinische Fortschritt. Natürlich ist der zu begrüßen und ein Segen. Aber er hat eben auch eine Signalwirkung. Uns war schon im jungen jugendlichen Alter klar, dass man wegen AIDS ziemlich früh sterben kann und dass man sich da eine Erkrankung zuzieht, die sehr schwer sein kann, wenn man sie nicht oder schlecht behandelt. Heute hört man immer wieder, wie gut die Ärzte die Krankheit im Griff haben und welche Erfolge es gibt. Mittlerweile kann man sogar als HIV positive Frau Kinder auf die Welt bringen, die sich gar nicht angesteckt haben. Ein riesiger Grund zur Freude. Aber wie kann man Jugendlichen klar machen, dass diese Krankheit trotzdem gefährlich ist?

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» trüffelsucher » Beiträge: 12446 » Talkpoints: 3,92 » Auszeichnung für 12000 Beiträge



Ich bin immer noch zu tiefst erschrocken, dass die Zahlen der Ansteckungen durch HIV immer weiter nach oben schellen, statt zu sinken! Es dürfte doch bereits jedem Menschen mittlerweile bekannt sein, dass durch den ungeschützten Geschlechtsakt die Erkrankung, wenn der Gegenüber sie besitzt, auch den anderen anstecken wird! Ich weiß bis heute, nicht wieso die Menschen noch immer denken, dass immer alles der Wahrheit entspricht, was der vermeidliche gut geglaubte Partner einem erzählt. Ich weiß, dass Vertrauen sehr wichtig ist, aber ich habe es in meinem Freundeskreis jetzt schon unzählige Male mitbekommen, dass die verflossenen Geschichten immer anders dargestellt werden, als sie tatsächlich waren. Der Grund dafür, dass die Männer und Frauen gelogen haben lag angeblich immer darin, dass sie ihrem neuen Partner mit den alten Geschichten nicht verletzten wollten, denn es ist ja bekanntlich nie schön zu hören, was man so alles getrieben hat im wahrsten Sinne des Wortes!

Weiterhin ist Vertrauen in einer Beziehung sehr wichtig, aber in Zeiten wo mehr als 25 % Fremdgehen, muss man dennoch ein wenig vorsichtiger umgehen. Man kann einem Menschen nur vertrauen und vor dem Kopf gucken, was dahinter steckt weiß keiner von uns! Während ich zu Hause glaube alles ist Tutti kann er/sie längst woanders den Akt vollführen. Dieser Gedanke ist nicht abwegig und ich kenne es aus meiner früheren Beziehung. Wissen tut man nie wirklich was der Partner macht, man vertraut einfach auf die Ehrlichkeit!

Die meisten Menschen scheinen zu glauben, dass der Partner eine solche Krankheit oder die Fehler des Fremdgehens auch nicht verschweigen würde. Deswegen sind einige wahrscheinlich noch sehr fahrlässig in dem Handeln! Ich lasse es jedem frei, ob sie im Laufe der Beziehung ohne Kondom sexuelle Kontakte mit ihrem langjährigen Partner pflegen. Doch bei mir kommt das absolut nicht infrage! Geschützter Geschlechtsverkehr ist das A und O und hat wenig für mich mit keinem Vertrauen zu tun, sondern Schutzmaßnahmen! Wenn mein Partner das nicht akzeptieren würde, dann ist die Trennung die einzige Lösung, denn Sex ohne Kondom würde bei mir mit einem Mann nicht infrage kommen.

Da ich jedoch auf Frauen stehe, muss ich mir dieses Szenario nicht so vorstellen. Glück auf. Doch es gibt auch Frauen in der „Lesbischen Welt, Bisexuellen Welt“ die dieses Virus haben und natürlich sieht man diesen das auch nicht an! Auch hier ist wieder mangelnder Schutz und zu viel Vertrauen oftmals das Problem! Man muss halt echt aufpassen und man darf zwar 100 % Vertrauen, aber man muss auch bedenken, dass viele Menschen lügen! Manchmal kann es auch sein, dass die Menschen sich selber etwas einreden und am Ende sind die angesteckten Menschen dann der Leidtragende.

Es gibt viele Gründe, wieso HIV immer weiter auf den Vormarsch landet. Vor allem die Aussagen der Jungen Menschen, dass man HIV ansehen würde, lässt mich stutzig werden! Diese Krankheit kann man niemanden ansehen! Wenn der Papst dann noch den Vormarsch von HIV bemängelt, aber die Kondome verflucht, dann sagt mir das alles über die Welt aus und zeigt auf, wo wir uns befinden! Bekloppter kann es doch gar nicht mehr werden!

» Glasreinigerin » Beiträge: 1008 » Talkpoints: 0,10 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Es stimmt nicht ganz, dass sich die Zahl der Neuansteckungen in Deutschland verdoppelt hat. Sie stagniert fast jedes Jahr um die 3000. Dieses Jahr sind es in etwa 3300. Ein großer Teil der Menschen, die sich mit HIV infizieren, sind immer noch homosexuelle oder bisexuelle Männer - ob man es hören will oder nicht. Das heißt, dass heterosexueller Sex nicht die Hauptursache Nummer 1 ist.

Und außerdem, Hand aufs Herz, wie viele gehen wirklich mit ihrem neuen Partner zum Gesundheitsamt und lassen sich testen? Ich glaube, dass es nur ein kleiner Bruchteil der Bevölkerung ist. Lassen diejenigen, die "hier" schreien, den Partner dann auch auf Hepatitis, Chlamydien und sonstige Geschlechtskrankheiten ebenfalls untersuchen, bevor sie auf Kondome verzichten? Das glaube ich nicht.

Ich weiß außerdem nicht, was ich über diese HIV-Tests denken soll. Wenn in jedem Land andere Maßstäbe hergenommen werden und die Tests bei Berücksichtigung der Prävalenz sowieso in ca. 90% der positiven Tests falsch sind, dann frage ich mich, ob es überhaupt Sinn macht, sich testen zu lassen.

Ich lese gerade, dass sich in Russland die Zahl der Neuinfektionen verdoppelt hat.

» Märie » Beiträge: 459 » Talkpoints: 15,45 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Märie hat geschrieben:Ein großer Teil der Menschen, die sich mit HIV infizieren, sind immer noch homosexuelle oder bisexuelle Männer - ob man es hören will oder nicht. Das heißt, dass heterosexueller Sex nicht die Hauptursache Nummer 1 ist.

Und was möchtest du uns mit dieser Aussage mitteilen? Es ist die Wahrheit und das nehme ich auch zur Kenntnis, aber ich denke es würden sich mit Sicherheit mehr heterosexuelle Paare anstecken, wenn sie nicht Kondome zur Verhütung benutzen würden. Für die meisten heterosexuellen ist Verhütung eine Schwangerschaftsprävention, um die sich zwei Menschen mit dem gleichen Geschlecht logischerweise nicht kümmern müssen.

Soll ich mir jetzt als heterosexuelle Frau weniger Gedanken um diese Krankheit machen? Mit Sicherheit nicht!

Märie hat geschrieben:..., den Partner dann auch auf Hepatitis, Chlamydien und sonstige Geschlechtskrankheiten ebenfalls untersuchen,...

Chlamydien sind ein schlechtes Beispiel, da man diese Erkrankung mit einem starken Antibiotika beseitigen kann. Hepatitis? Dann verrate uns doch bitte, ob du Typ A, B oder C meinst, denn im Akutstadium ist Hepatitis C zum Beispiel noch "heilbar".

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» soulofsorrow » Beiträge: 9239 » Talkpoints: 26,10 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


soulofsorrow hat geschrieben:Und was möchtest du uns mit dieser Aussage mitteilen? Es ist die Wahrheit und das nehme ich auch zur Kenntnis, aber ich denke es würden sich mit Sicherheit mehr heterosexuelle Paare anstecken, wenn sie nicht Kondome zur Verhütung benutzen würden. Für die meisten heterosexuellen ist Verhütung eine Schwangerschaftsprävention, um die sich zwei Menschen mit dem gleichen Geschlecht logischerweise nicht kümmern müssen.Soll ich mir jetzt als heterosexuelle Frau weniger Gedanken um diese Krankheit machen? Mit Sicherheit nicht!


Es ist nun mal statistisch um einiges unwahrscheinlicher, sich bei einer Frau mit HIV anzustecken, ja! Schaut mal sie die Zahlen an, ist es wahrscheinlicher bei einem Verkehrsunfall ums Leben zu kümmern. Ich will damit nicht sagen, dass man sich keine Gedanken um diese Krankheit machen soll, aber wie gesagt - es gibt genug andere sexuell übertragbare Krankheiten. Auch wenn du sie, wie du unten schreibst, zu sehr verharmlost, würde ich mir über Herpes, HPV, Chlamydien usw. mehr Gedanken machen. Ich habe das Gefühl HIV hat die Funktion des bösen schwarzen Mannes, mit dem man Kindern Angst einjagt. Die anderen Krankheiten sind ja deiner Meinung "nicht so schlimm" - kann man ja im Akutstadium oder mit starken Antibiotika heilen. Dass das Akutstadium oft ohne Symptome verläuft und die Betroffenen es nicht merken und nicht geheilt werden können, lässt du anscheinend unberücksichtigt.

Auf was ich hinaus will: Will man HIV und AIDS bekämpfen, sollte man zuerst bei den richtigen Gruppen ansetzen. Und auch wenn du meine Beispiele unten nicht magst, so sollte man nicht nur auf einen HIV-Test bestehen, sondern auch auf andere Krankheiten. Nur leider wird um das Thema HIV in Deutschland ein viel zu großer Hype gemacht im Vergleich zu den anderen Krankheiten.


soulofsorrow hat geschrieben:Chlamydien sind ein schlechtes Beispiel, da man diese Erkrankung mit einem starken Antibiotika beseitigen kann. Hepatitis? Dann verrate uns doch bitte, ob du Typ A, B oder C meinst, denn im Akutstadium ist Hepatitis C zum Beispiel noch "heilbar".

» Märie » Beiträge: 459 » Talkpoints: 15,45 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Um mal erstaunliche Zahlen in den Raum zu werfen, wobei ich jetzt gerade nur welche aus England habe, aber so viel anders wird das bei uns nicht sein. HIV haben da 0,9 von 1000 Frauen und 2 von 1000 Männern. Bei der Gruppe der MSM (Männer, die Sex mit Männern haben), sind es - haltet euch fest - 47 von 1000. D. h. etwa einer von 20 Männern der Gruppe MSM trägt den HI-Virus. Und noch dramatischer: Einer von 11 sind es in London. In der gesamten Bevölkerung sind es 1,5 von 1000. Die Gruppe der MSM haut da nicht so rein, weil man von etwa 3,5% Anteil an der Bevölkerung ausgeht.

Aufklärung hin oder her. Auch das Wissen über eine gewisse Gefahr hin oder her. Es ist nun mal nicht "normal", dass ein Mann ein Kondom trägt. Normal ist Sex ohne Kondom, auch wenn seit Jahren daran gearbeitet wird, uns unterschwellig was anderes zu suggerieren. Beim Sex geht es immer um Lustempfinden. Und das ist am größten, je "biologisch sinnvoller" die Nummer abläuft. Dazu gehört das Erleben von Haut- und Schleimhautkontakt und der Austausch von Körperflüssigkeiten. Kondome stören die Nähe und die Bindung. Sogar evolutionsbiologisch kann man das begründen. Das Bestreben sich fortzupflanzen steht immer über dem Interesse zu überleben. Und dafür geht man auch Risiken ein. Schaue man sich doch die Balzrituale an. Und das Weibchen zieht genau den vor, der die Risiken eingeht, der Mut hat. Klar, zu Hause, da will Frau den Versorger, aber im Bett, da darf es ruhig der böse Bube sein, da will sie kein Weichei. Und das ist auch in der Schwulenszene nicht anders. Und das alles macht es eben schwierig mit dem Kondom und damit schwierig mit HIV.

Dazu kommt noch, dass man - zumindest in westlichen Ländern - auch mit einer HIV Infektion seit HAART ein fast normales Leben führen kann, so sie denn frühzeitig erkannt wird. Auch das nimmt ein bisschen den Druck.

Tja, vor allem bei Kontakt mit jungen Leuten und in der Schwulenszene sollte man besonders vorsichtig sein.

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» Richtlinie2 » Beiträge: 1872 » Talkpoints: -0,63 » Auszeichnung für 1000 Beiträge


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