Fußgelenk - Neues Gelenk oder lieber versteifen lassen?
Die Oma meines Partners ist letzte Jahr gefallen und hat sich das Fußgelenk bzw. den Knöchel gebrochen. Sie wurde daraufhin gleich operiert und es wurden ihre mehrere Platten und Schrauben in den Fuß gemacht. Danach hatte sie immer starke Schmerzen und einen unglaublich dick geschwollenen Fuß. Sie war dann auch bei mehreren Ärzten, die nicht finden konnten, woher angeblich die Schmerzen kommen.
Dann wurde sie nochmals operiert, um die Platte und Schrauben wieder zu entfernen, da man an nahm, dass daher ihre Schmerzen kamen. Auch nach dieser Operation ging es ihr nicht besser. Nun wurde sie diese Woche nochmals operiert und es wurde dann festgestellt, dass bei dem Knochen der Knorpel komplett weg ist und sie dort Verwachsungen hatte. Nun sagten ihr die Ärzte, dass sie entweder ein neues Gelenk bräuchte oder das alte eben versteift werden müsste. Die Oma meines Partners ist nun natürlich total aufgelöst und wir nie wieder richtig laufen können und immer humpeln. Mir stellt sich nun die Frage, was denn besser wäre. Ein neues Gelenk oder den Fuß eben versteifen zu lassen. Die Mutter meines Partner sagte schon, dass es meist nichts taugen würde, so ein filigranes Gelenk auszutauschen. Wir hoffen alle, dass sie wenigstens irgendwann Schmerzfrei sein wird.
Habt ihr vielleicht Erfahrungen mit einem neuen Gelenk im Fuß oder einer Versteifung? Oder jemanden im Bekanntenkreis, der eines von beidem machen ließ?
Die Fußgelenke sind noch nicht so ausgeklügelt wie Knie- oder Hüftgelenke. Ich glaube, der ganze Fuß am Gelenk wird aufgeschnitten und der Fuß umgeklappt. Diese Operation soll weniger schnell heilen und der Patient sehr lange Probleme haben. Vielleicht könnte deine Oma mal mit dem Arzt sprechen und fragen, ob er mittels einer Arthroskopie die Schmerzen lindern kann. Oft können die Knochen mit einem Mittel ausgefüllt werden. Ein neues Fußgelenk ist extrem selten und ich kenne niemand, der eines hat. Wenn sich deine Oma das Fußgelenk versteifen lassen will, wird sie immer humpeln, das sollte sie schon wissen. Es ist sehr schwer, hier zu raten.
Künstliche Sprunggelenke werden so gut wie nicht eingesetzt und wenn, dann häufig bei etwas jüngeren Patienten und nicht gerade bei über 70-Jährigen. Die Gründe dafür sind die Neuheit dieser Methode, die sich noch nicht wirklich bewähren konnte, als auch die Kosten für die Operation. Die Vorteile einer Versteifung des Gelenks sind die geringeren Kosten und die Einfachheit der Operation, außerdem die geringe Nachbehandlungszeit - verglichen mit einer Implantation eines künstlichen Gelenks.
Die Versteifung des Fußgelenks ist die gängige Methode, die Schmerzen im Fuß zu beseitige, wenn nichts anderes mehr hilft. Hierbei wird der Fuß geöffnet, bestimmte Knochen und Gelenkpartner vorgebohrt, mittels Schrauben befestigt und der Fuß wieder geschlossen. Trotz der tiefen Schrauben wird der Fuß und sein Gewebe nicht sehr verletzt, weshalb die Nachbehandlungszeit nicht sehr lang ist und man auch relativ schnell komplett beschwerfrei ist. Mit einer guten Physiotherapie und den richtigen Schuhen ist es auch möglich, sich so fortzubewegen, dass das minimale Humpeln kaum auffällt. Gerade bei älteren Menschen wird diese Gelenkversteifung oft durchgeführt, weil sie einfacher, günstiger und vor allem auch sinnvoller ist, denn innerhalb der weiteren, im Verhältnis weniger, Jahren ist die Fehlhaltung nicht so problematisch.
Bei einer jüngeren Patientin die zum Beispiel zwischen 50 und 60 Jahren alt ist, würde man schon eher über ein künstliches Gelenk nachdenken. Da das Sprunggelenk ein wenig komplexer ist als Knie, Schulter oder Hüfte ist es auch eine aufwendigere Operation, was einerseits den Kostenfaktor erhöht und andererseits noch nicht zu den Routineeingriffen zählt. Der Fuß wird komplett geöffnet, viel geschnitten, viel entfernt, neu eingesetzt, neu vernäht und die Nachbehandlungszeit dauert sehr sehr lange, weil man nur sehr dosiert mit Bewegungsübungen anfangen kann. Da die ganzen Strukturen in der Fülle langsam heilen, muss der Fuß auch lange Zeit entlastet werden, weshalb ich bei Menschen über 75 immer zu einer Gelenkversteifung raten würde. Wie schon gesagt ist es mit dem richtigen orthopädischen Schuhmacher nicht so schlimm, wie man es sich vorstellt und mit einer guten Anschlussphysiotherapie kann ein Gangbild erarbeitet werden, dass kaum offenbart, dass das Sprunggelenk nicht mehr beweglich ist.
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