Wie bedenklich ist eine bipolare Störung oder Erkrankung?

vom 26.11.2012, 14:22 Uhr

Die Mutter eines Bekannten ist in der Psychiatrie. Sie wurde wohl vor einigen Tagen dort eingewiesen. mein Bekannter meinte, dass sie eine bipolare Störung hat. Er hat auch das Wort "manisch Depressiv" genannt, wo ich mir leider auch nicht so richtig was drunter vorstellen kann. Wie bedenklich ist denn diese Störung oder diese Erkrankung? Was geht im Körper vor, wenn einer eine bipolare Störung hat?

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» Sherlock-Holmes » Beiträge: 2025 » Talkpoints: 0,00 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Bipolare Störungen gehören zu den schwersten psychischen Erkrankungen, lassen sich aber in den meisten Fällen gut behandeln. Grundvoraussetzung dafür ist aber Krankheitseinsicht und bis die eintritt, kann es dauern.

Alle Symptome, den Krankheitsverlauf, mögliche Bewältigungsstrategien etc. zu beschreiben würde den Rahmen hier sprengen. Wirklich umfassende Informationen erhältst Du auf dieser Seite: dgbs.de und hier kannst Du mit Betroffenen und Angehörigen direkt kommunizieren: bipolar-forum.de

» MKolbe » Beiträge: 2 » Talkpoints: 0,53 »


Wie bei allen Krankheiten gibt es auch bei der bipolaren Störung leichtere und schwere "Fälle". Eine bipolare Störung ist ein Zusammenspiel von Depression und Manie. Also tieftraurige Phasen und höchste Euphorie abwechselnd. Manche Menschen trifft es sehr hart und sie können kaum ein normales Leben führen, weil Depressionen und Manien sehr stark ausgeprägt sind. Andere wiederum leben damit auch ohne Medikamente. Das kommt auf die Form der Störung und ihre Ausprägung an.

Es gibt sogenannte "Rapid Cycler", deren Stimmung sehr schnell und plötzlich wechselt, auch mehrmals am Tag. Bei anderen Formen der bipolaren Störung wechseln die Stimmungen lediglich alle paar Monate. Ebenso unterschiedlich kann die Ausprägung der einzelnen Phasen sein. Manche Menschen sind in der Depression "nur" tieftraurig und hoffnungslos, manche denken an (und vollziehen) Selbstmord. In manischen Phasen kann die Ausprägung von gesteigerter Redseligkeit und einem erhöhten Selbstbewusstsein, bis hin zur Selbstüberschätzung, Leichtsinnigkeit bis zur Eigengefährdung gehen. Die leichtere Form nennt man Hypomanie, die gesteigerte Form Hypermanie.

Du siehst also, es gibt nicht "die bipolare Störung", sondern ein großes Spektrum an Krankheitsanzeichen und -ausprägungen. Wenn dich wirklich Näheres interessiert, schau einmal auf die Seiten, die MKolbe genannt hat, sie sind recht aufschlussreich. Vor allem darum, weil dort von Betroffenen selber und nicht von "Fachpersonen" geschrieben wird. Die Sicht eines Betroffenen beschreibt die Krankheit nicht ganz so "trocken" wie Fachliteratur und man kann sich auch als Außenstehender mehr darunter vorstellen. Auch darunter, was es heißt, mit dieser Krankheit zu leben, Tag für Tag.

» TheDutchess » Beiträge: 537 » Talkpoints: 0,67 » Auszeichnung für 500 Beiträge



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