Helicobacter pylori - wann ist Behandlung erfolgreich?

vom 26.11.2012, 19:47 Uhr

Mein Vater leidet seit Jahrzehnten an Sodbrennen. Nach einer Magenspiegelung hat man ihm mitgeteilt, dass er mit Helicobacter pylori Bakterien infiziert ist. Man hat ihm zur Behandlung die üblichen Medikamente aufgeschrieben (zwei Antibiotika und ein Protonenpumpenhemmer), die er sieben Tage lang nehmen musste. Nach ein paar Tagen ging es ihm sofort besser. Heute, drei Tage nach dem Beenden der Therapie, hatte er wieder Sodbrennen.

Hat jemand von euch Erfahrung mit diesen Bakterien? Es heißt, dass die Therapie in 90% der Fälle anschlägt und die Bakterien verschwinden. Verschwinden damit auch sofort die Symptome oder kann es sein, dass man trotzdem noch eine Zeit lang an den Symptomen leidet? Wann ist es sinnvoll wieder einen Arzt aufzusuchen?

» Märie » Beiträge: 459 » Talkpoints: 15,45 » Auszeichnung für 100 Beiträge



Die H.pylori-Infektion des Magens kann nur eine von vielen Ursachen von Sodbrennen sein: Vielmehr spielt da die Pathologie des unteren Ösophagussphinkters, also die des unteren Schließmuskels der Speiseröhre, die größte Rolle. Der Helicobacter Pylori induziert zwar eine erhöhte Magensäuresekretion, ist aber ursächlich für ein sogenanntes Ulcus, auch Ulcus duodeni bzw. ventriculi genannt. Ein Symptom dieses Ulcus kann u.a. Sodbrennen sein, muss es aber nicht. Diagnostisch wegweisend sind eher diffuse, teils stechende Bauchschmerzen, die endoskopisch abgeklärt werden.

Für Sodbrennen sind folgende Sachen verantwortlich: Spontane Erschlaffung des oben genannten Muskels, Hiatushernien (die viele Menschen haben, aber meist asymptomatisch ist), Adipositas - wodurch sich der Druck innerhalb des Magens erhöht, was zu einem erhöhten Widerstand an der ösophagogastrealen Zone führt und die Erschlaffung fördert -, Substanzen wie Fett, Schokolade, Pfefferminz oder Alkohol, die ebenfalls Erschlaffung des obigen Muskels fördern, und zu guter letzt noch etliche Medikamente.

Um eine Störung an der Speiseröhre auszuschließen bzw. diagnostizieren zu können und die Muskelspannung messen zu können, kann eine Ösophagusmannometrie angeordnet werden. Hat man aber den Verdacht, dass die primäre Ursache eher eine erhöhte Magensäuresekretion ist, kann eine pH-Metrie durchgeführt werden, ist aber etwas umständlicher für den Patienten. Es kann aber auch gut sein - wird wohl auch der Regelfall sein -, dass man bei bestehenden Beschwerden nach der Therapie erneut eine Gastroskopie durchführt, u.a. nochmal eine Probe entnimmt und erst dann weiterfährt, ggfals kann die Behandlung auch nicht angeschlagen haben.

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» getku » Beiträge: 883 » Talkpoints: 11,06 » Auszeichnung für 500 Beiträge


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