Was fühlen Betroffene beim Gang ins Hospiz?

vom 14.11.2012, 23:14 Uhr

Sicherlich kein lockeres Thema, aber bei all den derzeitigen Depri- und Burnout-Diskussionen und aus eigenem Erleben in der Familie frage ich mich wie sich denn erst Betroffene beim Gang ins Hospiz fühlen müssen. Wie viel Kraft bedarf es denn um so einen Gang auch psychisch verkraften zu können? Ich kann mich schwerlich in eine derartige Situation hinein versetzen und würde schon ganz gern mal erfahren wie ihr mit einer derartigen euch betreffenden Situation umgehen würdet?

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» schraxy » Beiträge: 1085 » Talkpoints: 52,15 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Aus Erfahrung kann ich nicht sprechen, allerdings habe ich schon ein Hospiz besuchen können - allerdings als Besucher. Und auch wenn das Hospiz wirklich wohnlich gestaltet war und man sich eigentlich hätte wohl fühlen müssen, hatte ich ein mulmiges Gefühl. Einem wird eben bewusst, dass die Leute wirklich diese Räume betreten, um zu sterben. Die Hospizleiterin hat sich auch die Zeit genommen, um einiges zu berichten.

Fakt ist aber, dass die meisten auf eigenen Wunsch kommen und diesen Schritt auch nicht bereuen. Sicherlich ist es der Wunsch von vielen, daheim in in den eigenen 4 Wänden zu sterben, aber manche Krankheiten lassen das leider nicht ohne weiteres zu. Und viele Krankheiten mit Infauste Prognose sind mit Schmerzen verbunden und leider auch Abhängigkeit und das können die wenigsten Angehörigen daheim gewährleisten.

Wenn man also auf eigenen Wunsch hingeht, dann ist das auch noch mal etwas anderes, als wenn die Familie das beschließt, weil sie das für das Beste hält. Manche freunden sich damit an, dass das der Ort sein wird, wo sie sterben werden und manche finden genau das sehr beunruhigend und akzeptieren diesen Ort nicht vollständig.

Bedenken muss man aber auch, dass es ein sehr langer Weg bis ins Hospiz ist. Es ist ja nicht so, dass einem mal eben zwischen Tür und Angel angeboten wird, dass man ins Hospiz geht. Zuerst wird man ja schon therapiert. Erst wenn man als aus therapiert gilt, freundet man sich ja damit an, dass man sterben wird und das verläuft in verschiedenen Phasen. Die, die ins Hospiz gehen sind sowieso meist bei der letzten Phase und wehren sich nicht mehr dagegen. Und man bekommt, leider, auch nicht immer sofort einen Platz, wenn man ihn braucht. Manche warten so lange darauf, dass sie es gar nicht mehr bis zum Antritt schaffen. Folglich gibt es auch Menschen, die sich über einen Platz im Hospiz sehr freuen. Leider gibt es ja auch noch viel zu wenig Hospize.

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» winny2311 » Beiträge: 15159 » Talkpoints: 4,91 » Auszeichnung für 15000 Beiträge


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