Tetanusimpfung sinnvoll?

vom 11.03.2012, 10:25 Uhr

Momentan beschäftige ich mich sehr mit den verschiedenen Krankheiten, die man als Kind oder Erwachsener bekommen kann. Speziell geht es dabei um die Krankheiten, bei welchen man auch impfen kann. Da meine Tochter mit einem Jahr noch nicht geimpft ist, lese ich nun viel um mich selbst zu überzeugen, ob nun geimpft werden soll oder nicht. Und vor allem gegen was.

Hier in diesem Thread geht es nun speziell um Tetanus. Tetanus ist eine bakterielle Erkrankung. Der Erreger ist sowohl im Straßenstaub, als auch in der Blumenerde vertreten und sehr weit verbreitet. Der Erreger kann durch eine Kontaktinfektion in den Körper eindringen. Jedoch ist das Bakterium Licht und Luftreisend, dh. Die Erreger dringen nur in sehr tiefe Wunden ein. Oberflächliche Wunden, wie Schürfwunden und Co. Können von dem Erreger nicht befallen werden.

Die Statistik zeigt, dass Tetanus schon vor der Einführung der Impfung, drastisch durch die Erhöhung des Lebensstandards zurück gegangen ist. Außerdem haben sich die hygienischen und medizinischen Verhältnisse verbessert, weshalb Tetanus schon vor der Impfung immer seltener wurde.

Tetanus kann den Tod zur Folge haben. Es handelt sich bei der Erkrankung um einen Wundstarrkrampf. Sämtliche Körperregionen können befallen sein und man kann diese Teile dann einfach nicht mehr bewegen. Oft beginnt es mit einer Kieferlähmung und kann bis hin zu einem Herzstillstand führen.

Die Erkrankung ist nicht mehr meldepflichtig, weshalb es keine aktuellen Statistiken gibt. Im Jahre 1999-2000 wurden jedoch nur 8 Erkrankungen gemeldet.

Ist eine Impfung tatsächlich sinnvoll? Wenn nur 8 Erkrankungen gemeldet wurden und die Krankheit so gut wie ausgestorben ist. Soll man seinem Kind dann wirklich die zahlreichen Giftstoffe aus der Impfung verabreichen? Wie steht ihr dazu? Habt ihr geimpft ohne euch vorher zu informieren oder habt ihr euch über die Tetanus Impfung informiert?

» Lara2011 » Beiträge: 1466 » Talkpoints: 0,19 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Weiß du, es stimmt schon wenn man sagt, dass die Krankheit so gut wie ausgestorben ist oder dass nur acht Fälle gemeldet werden. Aber, man kann ja nicht wissen. Ich bin selber Mama. Mein Sohn hat alle Impfungen die man haben sollte, aber auch die freiwilligen. Ich habe damals sehr lange Zeit überlegt ob ich es machen soll. Dann wenn ich mich auf meine Schwangerschaft zurück schaue, wo der Arzt festgestellt hat, dass mein Baby Loch im Bauch Haut und seine Därme in meinem Fruchtwasser schwimmen, dass das auch nur bei eine Frau von fünf Millionen passiert, seit dem überlasse ich nichts dem Zufall. Wie gesagt, lieber zu viel, als einmal zu wenig. Es geht um deine Tochter, wo ich denke, dass dir ihre Gesundheit sehr am Herzen liegt.

» lucieskalova » Beiträge: 153 » Talkpoints: 0,29 » Auszeichnung für 100 Beiträge


Weißt du, was das Problem ist an Statistiken? Für den einzelnen sind sie absolut egal. Ich habe lange Zeit in einem Krankenhaus gearbeitet und was man da teilweise mitbekommt, zeigt einem ganz genau, wie viel man darauf geben kann, wenn von Prozenten und Fällen gesprochen wird.

Es kann wie eine Wiedergeburt sein, wenn eine Operation mit einer zweiprozentigen Chance erfolgreich ist und der Erkrankte aufwacht und einen anlächelt - die dunkle Seite ist ein Routineeingriff mit Komplikationen, bei dem es ein nicht bezifferbares Risiko gibt, dass so gering ist, dass man bei der 99,9 ganz viele Stellen hinter das Komma gucken müsste. Und trotzdem kann es eintreten. Genau aus diesem Grund finde ich es ganz wichtig sich gegen Tetanus impfen zu lassen.

In der Medizin gibt es keine Organisation und Planung, es gibt nur Schicksalsschläge. Und es kann immer jeden treffen. Ein Raucher wird 110 Jahre alt, aber der gesündeste Mensch der Welt stirbt mit 40 an Krebs - es gibt keine Gerechtigkeit in der Medizin, daher finde ich, sollte man solch verhinderbare Krankheiten durch Impfungen direkt verhüten.

» benutzer7 » Beiträge: 2116 » Talkpoints: 49,80 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



Lara2011 hat geschrieben:Ist eine Impfung tatsächlich sinnvoll? Wenn nur 8 Erkrankungen gemeldet wurden und die Krankheit so gut wie ausgestorben ist.

Die Krankheit ist keineswegs ausgestorben, lediglich die Durchimpfung der Bevölkerung ist so hoch, dass der Erreger fast nie auf eine ungeimpfte Person trifft. Der Erreger ist ja trotzdem da und nicht ausgerottet wie bei anderen Erkrankungen. Zudem kann eine Tetanusinfektion sehr schnell zum Tod führen durch Atemstillstand, da die Atemmuskulatur verkrampft. Eine Therapie gelingt dann nur noch, wenn sie sofort eingeleitet wird und ist nicht immer erfolgversprechend.

Warum sollte man so ein Risiko eingehen, wenn man es mit einer einfach Impfung umgehen kann? Dafür kommt man doch viel zu oft in Situation in denen man sich mal ordentliche Abschürfungen oder kleine Wunden zuzieht.

» Klehmchen » Beiträge: 5497 » Talkpoints: 1.016,89 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Die Blumenerde, die du genannt hast, und auch andere Dinge, sind heute nicht zwingend sauberer, als vor 100 Jahren. Aber der menschliche Körper geht mit manchen Erregern sicherlich anders um. Und der Mensch selbst, geht mit seinem Körper anders um. Aber alles kein Grund, um die Tetanus- Impfung nicht machen zu lassen.

Ist eine Impfung tatsächlich sinnvoll? Wenn nur 8 Erkrankungen gemeldet wurden und die Krankheit so gut wie ausgestorben ist.

Ich liebe diese Augenwischerei. Masern sind so gut wie ausgestorben, ist genauso eine Phrase. Klar sind die Masern so gut wie ausgestorben, eben WEIL geimpft wird. Ähnlich ist es mit der Tetanusimpfung. Je mehr Menschen geimpft sind, um so weniger Menschen erkranken oder sterben an Wundstarrkrampf. Da noch dazu die Erkrankung nicht mehr meldepflichtig ist, dürfte die Dunkelziffer doch wesentlich höher sein.

Im Endeffekt ist Impfen doch nur eine Abwägung der Risiken. Wenn von 100 Menschen, 10 nicht geimpft sind und 8 an Wundstarrkrampf erkranken und gar versterben, haben zwei Glück gehabt, dass sie keine Wunden hatten und 90 andere waren geschützt.

Wundstarrkrampf ist nun mal tödlich. Wie groß ist die Chance, dass dein Kind mal hin fällt, Dreck in die Wunde kommt und du es nicht mit bekommst? Ich vermute mal, du wirst mir nun sagen, dass passiert nicht. Ich bin mir aber sicher, je älter dein Kind wird, um so eher wird so eine Situation mal geschehen. Willst du das Risiko wirklich eingehen?

Ich selbst bin geimpft. Da war zeitweise aber meine Hausärztin hinter her, weil ich als Fleischerei- Fachverkäuferin logischerweise auch mal Schnittwunden hatte, beziehungsweise das Risiko eben größer war. Mittlerweile sind andere hinter her. Borderliner mit selbstverletztendem Verhalten und keine Tetanusimpfung geht eben nicht- zumindest in den Augen anderer.

» LittleSister » Beiträge: 10426 » Talkpoints: -11,85 » Auszeichnung für 10000 Beiträge


Ich habe da einmal eine Gegenfrage: Soll dein Kind vielleicht das nächste Kind sein, welches an Tetanus erkrankt und vielleicht auch daran dann stirbt? Gerade Kinder, die täglich mit Dreck und Bakterien und auch Wunden in Berührung kommen, sollten auf jeden Fall geimpft werden gegen Tetanus. Ich würde auf keinen Fall das Risiko eingehen, dass mein Kind Tetanus bekommen kann, nur weil ich vielleicht die kaum vorhandenen Nebenwirkungen einer solchen Impfung fürchte.

Ich finde es sowieso schon grob fahrlässig genug, dass dein Kind mit einem Jahr noch nicht geimpft ist. Es gibt inzwischen Mehrfachimpfungen, wo das Kind lediglich ein- oder zweimal gepiekst wird. Die Nebenwirkungen beschränken sich meistens auf geringe Schmerzen an der Einstichstelle und manchmal Fieber, was aber auch nicht zwangsläufig der Fall sein muss. Im Gegensatz dazu kannst du dir aber sicher sein, dass du für die Gesundheit deines Kindes alles bestmögliche gemacht hast, damit es keine schwerwiegende Krankheit bekommen kann, die man durch eine Impfung hätte verhindern können.

Ich verstehe auch nicht so richtig, warum du dir über einzelne Impfungen solche Gedanken machst. Ebensowenig verstehe ich, wie du auf die Idee kommst, dass die Krankheiten fast ausgerottet sind. Es gibt sie noch, wie deine acht beschriebenen Fälle zeigen und dass es eben nur acht sind, liegt wohl doch eher daran, dass die meisten Eltern ihre Kinder eben impfen lassen, so dass ein weiterer Ausbruch oder eine weitere Epidemie der Krankheit ausbleibt.

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» Nettie » Beiträge: 7637 » Talkpoints: -2,59 » Auszeichnung für 7000 Beiträge


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