Warum auf Krankenschein nur Nummern?
Warum steht auf Krankenscheinen nicht die Bezeichnung der Krankheit, sondern nur Nummern? Der Arbeitgeber oder andere Personen die diesen Krankenschein bekommen, können doch nichts damit anfangen, oder gibt es eine Liste wo man nachschauen kann welche Krankheit zu der Nummer gehört? Würdet ihr es besser finden wenn es komplett drauf steht, oder sagt ihr die Nummernbezeichnung ist vollkommen in Ordnung?
Den Arbeitgeber geht es im Grunde nichts an, weshalb Du arbeitsunfähig bist und daher findest Du auch auf der Ausführung für den Arbeitgeber noch nicht einmal die Nummer, unter der der Grund für die Arbeitsunfähigkeit läuft. Wenn ich zum Arzt gehe und muss krank geschrieben werden, erhalte ich zwei Bescheinigungen darüber, die für die Krankenkasse und die für den Arzt. Lediglich bei der für die Krankenkasse bestimmte Bescheinigung ist der Krankheitsgrund benannt, und die können die Krankenkasse in der Tat einsehen. Im Grunde kannst Du selbst auch die Nummern bei Google eingeben und Du bekommst dann eine entsprechende Krankheit zur Nummer gehörig.
Es geht nicht darum, was besser oder was schlechter ist, sondern darum, was die Krankenkassen damit veranstalten und die brauchen die Nummern nun mal, wenn es beispielsweise darum geht, Krankengeld zu zahlen und solche Dinge.
Ich finde es gut, dass die Nummern auf den Krankenscheinen stehen und keine Krankheit. Genauso gut finde ich, dass bei den Zetteln für die Arbeitgeber gar keine Diagnosen und auch keine Diagnoseschlüssel stehen. Ich habe beispielsweise bei einem Arzt gearbeitet. Hätte dieser nun die Diagnoseschlüssel gehabt hätte er natürlich sofort gewusst warum ich krank geschrieben bin. Das war in meinem Fall aber nicht gewollt, da es sich um eine psychische Erkrankung gehandelt hat.
Die Krankenkassen können die Diagnose anhand der Nummern einsehen. Außerdem weiß man selbst ja welche Erkrankung man hat und benötigt dann keine schriftliche Diagnose mehr.
Natürlich können sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer mit der Nummer etwas anfangen, die auf dem Krankenschein als Grund angegeben ist. Allerdings wird es dem Arbeitgeber schon deswegen schwer fallen, die Nummer zu ergründen, weil diese auf dem Exemplar für den Arbeitgeber geschwärzt ist. Du könntest den Grund herausfinden.
Nun frage ich mich aber, warum es besser sein sollte, wenn der konkrete Grund im Klartext auf dem Krankenschein stünde? Also mein Arzt sagt mir, spätestens auf Nachfrage, an was für einer Krankheit ich genau leide. Der Schlüssel für die Krankenkasse interessiert mich da dann eher weniger, weil sich das dann schon deckt.
Für die Krankenkasse ist es schlicht einfacher, einfacher einen Grund als eindeutige Nummer zu haben. Das gilt dann für das gesamte Bundesgebiet, Verwechslungen sind so ausgeschlossen. Das macht Abrechnung und Statistik durchaus einfacher.
Die Nummern auf den Krankenscheinen sind die sogenannten ICD-Codes, welche du übrigens auch im Internet schnell recherchieren kannst. Diese ICD.Codes sind einfach der Diagnoseschlüssel, welche deine Erkrankung bezeichnet. Ich finde diese Bezeichnung in Ordnung, irgendwas muss ja auf dem Krankenschein draufstehen, zumindest auf dem, den du der Krankenkasse abgibst.
Auf dem Krankenschein für den Arbeitgeber haben diese Diagnoseschlüssel nichts verloren, daher verwundert es mich etwas, dass du hier fragst, was der Arbeitgeber damit anfangen soll. Außer du gibst ihm immer den falschen Krankenschein ab. Der Krankenschein mit den ICD-Codes ist nur für die Krankenkasse bestimmt und die kann durchaus was mit den Codes anfangen, genauso wie du sie ergooglen kannst..
Früher war es ja auch üblich, das die Diagnose auf dem Krankenschein stand und heutzutage werden einfach nur die Nummern notiert, denn es geht dem Arbeitgeber ja letztendlich nichts an, wegen welcher Krankheit man zuhause ist. Es gibt ja auch Krankheiten, die für den Arbeitnehmer etwas peinlich sind und da ist so eine Nummer auf dem Krankenschein natürlich von Vorteil, obwohl der Chef ja eh nur den kleinen Abschnitt erhält und da eigentlich auch gar keine Diagnose drauf notiert ist. Der große ist ja für die Krankenkasse und der andere große Abschnitt bleibt ja gleich beim Arzt, der einen krankgeschrieben hat.
Es ist also wohl lediglich eine Erleichterung für die Krankenkasse, denn mit den Nummern geht es sicher um einiges schneller für deren Unterlagen. Also wieder mal etwas, worüber sich jeder normale Mensch keine großartigen Gedanken machen braucht.
Ehrlich gesagt finde ich das gut so. Den Arbeitgeber geht die genaue Diagnose gar nichts an und es muss genügen, was der Arbeitnehmer sagt, wenn er sich krank meldet. Die Zahl kann man zwar googeln, so findet man zumindest die allgemeine Bezeichnung dafür heraus, aber mehr Aussagekraft hat das dann auch nicht unbedingt. Ich bin ganz froh darüber, denn so kann ich mir aussuchen, was ich meinem Arbeitgeber sage und wenn ich nicht möchte, dass er detailliert weiß was bei mir los ist, dann sage ich ihm eben nicht alles.
Es hat diverse Gründe, warum auf den Krankenscheinen, Überweisungen und sonstigem nur Nummern stehen und keine Krankheiten oder Krankheitsgruppen. Eine ist mit Sicherheit die Kategorisierung.
Sämtliche Krankheitsbilder in der ganzen Masse einigermaßen übersichtlich darzustellen ist nur mittels einer sehr sehr guten Durchnummerierung möglich. Um das zu vereinfachen, werden die Krankheiten nur als Nummern angegeben. Müsste man immer erst nach bestimmten Wörtern suchen, nach Körperabschnitten, Art der Erkrankung und Verletzung, es würde sowohl beim Aufschreiben ewig lange dauern, als auch beim auffinden und durchlesen. Bei Frakturen kennt man das ja auch, dass der Bruch nicht detailreich in mehreren Sätzen beschrieben wird, sondern durch ein Buchstaben- und Zahlenkürzel von 4-8 Zeichen angegeben ist.
Ein weiterer Grund ist das Arztgeheimnis - dem Arbeitgeber kann vollkommen egal sein, was für eine Krankheit du hast, es geht ihn nichts an und du bist auch nicht verpflichtet es ihm zu sagen. Relevant ist für ihn nur die Tatsache, dass du krank bist und dass das von einem Arzt bestätigt wurde. Zudem wird gewährleistet, dass anderen neugierigen Augen, die einen Blick darauf erhaschen wollen oder könnten, deine Krankheit nicht auf einem Silbertablett serviert wird, sondern es ein wenig versteckt aufgeschrieben ist. Ich finde das sehr gut mit dem Nummernsystem, es schützt einen ja eigentlich nur.
benutzer7 hat geschrieben:Es hat diverse Gründe, warum auf den Krankenscheinen, Überweisungen und sonstigem nur Nummern stehen und keine Krankheiten oder Krankheitsgruppen. Eine ist mit Sicherheit die Kategorisierung.
Auf Überweisungen, die ich so erhalte, steht aber meist auch eine Diagnose oder ein Verdacht auf die Diagnose Xy und man möge es doch bitte abklären. Ich habe gerade zwei Überweisungen vor mir liegen, die so gestaltet wurden und von daher ist es schon so, dass eben nicht nur Nummern bei den Überweisungen vorzufinden sind. Aber da ich sowieso beim Arzt des Fachgebiets vorsprechen muss, macht es mir persönlich auch weniger aus, wenn eben die Diagnose oder der Verdacht auf die Diagnose vorhanden ist.
benutzer7 hat geschrieben:Ein weiterer Grund ist das Arztgeheimnis - dem Arbeitgeber kann vollkommen egal sein, was für eine Krankheit du hast, es geht ihn nichts an und du bist auch nicht verpflichtet es ihm zu sagen.
Was ja nun aber für die Frage doch völlig irrelevant ist, da egal ob nun Nummer oder Klartext, der Arbeitgeber eh kein Exemplar bekommt auf dem eine Diagnose steht. Das hat also überhaupt nichts mit dem Arztgeheimnis zu tun.
Auch mit der ganzen Kategorisierung oder so hat das wohl eher weniger zu tun. Ob das nun gleich im Arztzimmer gemacht wird oder ob es der Mitarbeiter bei der Krankenkasse machen würde, ist ja im Grunde wurscht. Es benutzen ja alle das gleiche System zum kategorisieren und für die Abrechnung.
Ich denke eher das Problem an der Sache ist die Sauklaue der meisten Ärzte. Lest euch doch mal handschriftliche Befunde durch, da kann man, wenn man keine richtige Ahnung hat, doch meistens nicht mal die Hälfte lesen. Und wenn man dann die Diagnose nur halbwegs lesen kann und den Rest noch weniger und das zu konkretisieren, dann wird es schwer für die Abrechnung. Also soll einfach der Arzt schon mal das tun, da er ja weiß auf was er mit seiner Diagnose hinauswollte. Das ist denke ich der einzig wirkliche Grund dafür.
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