Diagnostik und Ursachen bei Fettleber

vom 20.10.2012, 07:26 Uhr

Einem Bekannten wurde von seinem Arzt gesagt, er habe eine Fettleber. Anhand der Blutwerte sei dies nachgewiesen worden. Da der Bekannte ebenfalls an Diabetes erkrankt ist, stellt sich hier die Frage, ob hier der Diabetes wirklich als alleinige Ursache herhalten kann oder ob es auch noch andere Ursachen geben kann, wie eben auch Veranlagung oder Vererbung, Fehlernährung und so weiter. Alkohol trinkt der Bekannte an sich nicht, er bewegt sich ausreichend und auch seine Ernährung lässt keine Kritik zu.

Wie lässt sich eine Fettleber überhaupt diagnostizieren und welche Ursachen kann es dafür geben? Ist eine Blutuntersuchung ausreichend oder sollen noch andere Untersuchungen erfolgen? Kann eine Fettleber auch eine Begleiterkrankung bei anderen Krankheiten, insbesondere bei Stoffwechselerkrankungen sein? Sind chronisch Erkrankte eher gefährdet, eine Fettleber zu bekommen?

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» *steph* » Beiträge: 18439 » Talkpoints: 38,79 » Auszeichnung für 18000 Beiträge



Wie man eine Fettleber anhand der Blutwerte feststellen soll, ist mir ein Rätsel: Die meisten Patienten deuten die Aussagen ihrer Ärzte leider Gottes fehl. Sagt man denen, dass sie eine verfettete Leber haben, leiten sie daraus ab, dass sie eine Fettleber haben. Fokale Verfettungen sind nicht gleichzusetzen mit einer Fettleber, wo die Leber schon sehr angeschlagen sein muss. Diagnostiziert wird eine Fettleber eher sonographisch, im Blutbild können die sogenannten Transaminasen erhöht sein, die sind aber nicht spezifisch für eine Fettleber sondern zeigen nur an, dass an der Leber irgendetwas nicht stimmen kann.

Die übliche Form der Fettleber(entzündung) ist die NASH, sofern Alkohol ausgeschlossen werden kann. Aber es kommen auch ganz andere Ursachen in Frage, die eine Leberentzündung hervorrufen können, allen voran Medikamente und hereditäre Stoffwechselerkrankungen wie M.Wilson, Hämochromatose oder a1-Antitrypsin-Mangel. Die Ursache der NASH (=nicht-alkoholische Steatohepatits) liegt den Vermutungen zufolge in der hyperkalorischen Ernährung, genauer in der dauerhaft erhöhten Triglycerid-Werte des Blutes. Beim Vorliegen von Diabetes Mellitus kann es gut möglich sein - falls der Patient schlechte Blutfettwerte aufweist -, dass sie die Fette auch u.a. in der Leber ablagern und auf diese Art eine Fettleber induzieren.

An sich ist aber eine Verfettung der Leber nicht allzu kritisch, wäre da nur nicht das nächste Stadium der "Erkrankung", nämlich die Leberzhirrhose. Man sollte, falls es sich wirklich um eine Fettleber handelt, alle Maßnahmen ergreifen, um die Bildung einer Leberzhirrhose zu verhindern, denn dann ist es in der Regel zu spät, weil sich die Leber nicht mehr regenerieren kann. Die einfachste Art der Therapie, wenn man es so sagen kann, ist die Umstellung der Ernährung: Fettärmere,ballaststoffreiche Kost gepaart mit sportliche Betätigung. Sport darf man hier nicht missverstehen, das kann auch täglich ein 30-minütiger Spaziergang sein. Wichtig ist, dass der Körper die entsprechenden Energiereserven irgendwie auf- und verbraucht. Bei adipösen Patienten gibt man neben der Reduktionsdiät meist auch nicht das Medikament Orlistat, Studien zufolge sei bei vielen Patienten eine Gewichtsreduktion um bis zu 20% erreicht worden. Allerdings sind das therapeutische Maßnahmen, die mit dem Hausarzt bis ins kleinste Detail abgesprochen werden müssten, ggfls. sollte auch ein Ernährungsberater hinzugezogen werden

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» getku » Beiträge: 883 » Talkpoints: 11,06 » Auszeichnung für 500 Beiträge


Wie die gesamte Diagnostik dazu ausschaut weiß ich nicht. Aber erste Urteile kann sich ein Arzt machen, wenn er die Leber per Ultraschall untersucht. Allerdings ist das nur eine grobe Einschätzung. Die richtige Diagnostik inklusive der Ursachenforschung sollte man dann bei einem entsprechenden Facharzt machen lassen.

Wobei eine Ursache halt auch falsche und vor allem zu fettreiche Ernährung sein kann. Allerdings, ohne jetzt direkt nachzulesen, vermute ich mal, dass bei einer Fettleber auch weitaus mehr Ursachen zur Debatte stehen. Denn viele Lebererkrankungen können auch vererbt werden.

» Punktedieb » Beiträge: 17970 » Talkpoints: 16,03 » Auszeichnung für 17000 Beiträge



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