Schiene statt Gips?

vom 31.05.2012, 13:14 Uhr

Ich habe mir vor gut fünf Wochen das Handgelenk gebrochen. Gestern war ich zur Kontrolle im Krankenhaus, damit kontrolliert werden konnte, ob der Gips, der am meinem Arm montiert war, bereits weg kann oder eine Verlängerung von zwei Wochen nötig ist. Glücklicherweise wurde mir der Gips abgenommen, da der Knochen wirklich sehr gut wieder zusammengewachsen ist. Jetzt gilt es nur etwas vorsichtig mit dem Arm umzugehen und in ein paar Wochen ist dann alles wieder fit.

Ich habe zwar mit Abnahme des Gipses gerechnet, hatte aber dennoch die Befürchtung, dass der Arzt mir sagt, dass eine Verlängerung von zwei Wochen nötig wäre. In diesem Falle hätte ich den Arzt gefragt, ob ein Gips am Arm denn unbedingt nötig ist. Ich denke mir, dass man statt des Gipses doch sicherlich auch eine jederzeit abnehmbare Schiene tragen kann. Denn der Knochen war bereits nach drei Wochen wieder zusammengewachsen und muss sich in den nächsten Monaten nur noch festigen. Da ist ein Gips doch nicht mehr nötig, weil eine Schiene den Arm ebenfalls ruhig stellt und ihn vor äußeren Einflüssen schützt.

Ich würde gerne für die Zukunft wissen, ob es nach einer gewissen Zeit möglich ist, anstatt eines Gipses eine Schiene zu tragen? Oder bietet eine Schiene nicht genug Schutz vor Erschütterungen? Wenn eine Schiene den Gips gleichwertig ersetzt, warum wird einem dann trotzdem immer ein Gips verschrieben, wobei eine Schiene doch viel praktischer ist? Traut man dem Patienten etwa nicht zu, dass er der Versuchung, die Schiene für kurze Zeit abzunehmen, standhalten kann? Sollte ich jetzt noch eine Schiene anziehen, wenn ich zum Sport gehe?

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» Synchro » Beiträge: 1641 » Talkpoints: 0,13 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Eine Schiene hilft in der Regel, die entsprechende Stelle so zu halten, wie es für den Heilungsprozess benötigt wird. Ein Gips hingegen fixiert die Stelle. So ist eine Schiene niemals ein gleichwertiger Ersatz für einen Gips, wenn der Bruch noch nicht geheilt ist! Aber in so einem Fall wie bei dir, wenn also die Heilung praktisch abgeschlossen ist, hätte es vermutlich auch eine Schiene getan. Wobei hier der Arzt sicher das letzte Wort hat und auch einfließen lassen würde, wie der dann den Patienten einschätzt. Eine "einfache" und abnehmbare Schiene verleitet eben viel eher dazu, die Sache als verzichtbares "Accessoire" zu sehen und der Sache nicht den notwendigen Ernst zu widmen.

» derpunkt » Beiträge: 9898 » Talkpoints: 88,55 » Auszeichnung für 9000 Beiträge


Ein Gips sorgt in erster Linie dafür, dass der frakturierte Knochen geschützt und nicht nur fixiert wird, denn ein Gips geht meist so angelegt, dass nicht die verletzte Stelle unterstützt wird, sondern dass, selbst wenn sich auf dem Gips aufgestützt wird, kein Druck auf die Verletzung ausgeübt wird. Eine Schiene und Tape schützen den Bruch nicht so, sie helfen zwar, die Stelle in der richtigen Position zu halten, aber schützen können sie den Bruch nicht.

Aus diesem Grund sollte man sich mit einem Gips arrangieren, solange er vom Arzt vorgeschrieben wird. Ein Gips sieht nicht so schön aus wie eine Schiene oder ein Tape, aber es geht nicht immer nur um das Aussehen, sondern auch um die Funktion. Je nach Knochen kann man nach vier Wochen natürlich auch schon eine Schiene anbringen, doch gerade das Handgelenk wird so oft versehentlich beansprucht, dass ein Gips wesentlich mehr Sinn macht. Auch wenn du darauf achtest, das Handgelenk zu schönen, kannst du nicht versprechen, dass du, auch in der Nacht, dich nicht aus Versehen drauflegst.

» benutzer7 » Beiträge: 2116 » Talkpoints: 49,80 » Auszeichnung für 2000 Beiträge



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