Schwester lehnt Hilfe im Krankenhaus ab
Als ich jetzt im Krankenhaus war, habe ich folgendes erlebt: Am Operationstag musste ich abends dringend zur Toilette. Die Narkose hatte sehr lange gewirkt und ich war immer noch nicht voll da. Ich bat die Oberschwester, die sich noch im Zimmer befand, mir bitte hoch zu helfen, da ich zur Toilette müsste. Es kam die barsche Antwort: „Das müssen sie selbst machen.“ Ich hatte – wie ich hinterher feststellte - fünf Schnitte und mehrere kleine Löcher im Bauch. Zusätzlich wurde im Bauch etwas genäht und ein Titannetz eingesetzt. Mein Bauch kam mir wie eine Kugel vor. Man hatte mir nicht gesagt, dass er aufgepumpt würde. Dadurch bedingt bekam ich kaum Luft, da ich eine chronische Bronchitis habe. Zusätzlich habe ich Rückenprobleme und einen verengten Lendenwirbelsäulenkanal. Das alles waren Probleme, die mich veranlassten, um Hilfe zu bitten.
Ich versuchte, den Haltegriff über mir zu erreichen, aber das wurde mir nicht erlaubt. Also versuchte ich, mich an der Bettseite weiter zu schieben. Da auch mein Knie zusätzlich noch stark schmerzte, kam ich unendlich langsam weiter. Ich hatte solche Schmerzen, dass die Tränen kullerten, ohne dass ich das wollte. Meine Nachbarin konnte mir auch nicht helfen, weil die Oberschwester sich die ganze Zeit im Zimmer zu schaffen machte. So dauerte es insgesamt eine Viertelstunde, bis ich mich endlich zur Toilette schleichen konnte.
Im Nachhinein habe ich mir gedacht, es wäre besser gewesen, ich hätte ins Bett gemacht. Diese Schwester wurde von allen anderen Schwestern nicht gemocht, wie ich später erfuhr.
Darf es sein, dass eine Schwester einer frisch Operierten, die um eine Hilfestellung bittet, diesen Dienst versagt? Ich nehme an, dass diese Operation, die andere ohne Probleme in zwei Tagen hinter sich bringen, bei mir nicht so einfach war, weil mein Arzt immer wieder sagte, dass nichts wäre. Ich hatte schon im Frühjahr 2008 darauf hingewiesen. Ich bin niemand, der fremde Hilfe in Anspruch nimmt, wenn ich es irgendwie selbst machen kann. Aber das hat mir doch sehr stark zu denken gegeben. Habt ihr auch Ähnliches erlebt im Krankenhaus?
In meinen Augen ist das eine riesen Sauerei, dass dir die Schwester keine Hilfe gewährt hat. Normalerweise wird im Krankenhaus auch immer gesagt, dass man das erste Mal nach einer Operation nicht alleine aufstehen darf und in jedem Fall eine Schwester zu Hilfe rufen soll. Dafür sollte man dann auch klingeln, wenn eben gerade keine Schwester im Zimmer ist.
Ich kenne es von meinen Bauchspiegelungen her noch, dass es sehr schwer und unangenehm ist, wenn man aufstehen möchte. Da der Bauch so voller Gas ist und eben auch geschnitten wurde, drückt das alles sehr und schmerzt auch. Bei mir ist das Gas auch immer hoch zwischen die Schultern gerutscht, was auch wirklich sehr schmerzhaft war. Mir haben damals die Schwestern dann auch noch hilfreiche Tipps gegeben, wie ich am besten aus dem Bett aufstehen kann. Ich finde es wirklich unmöglich, dass du dich unter Tränen alleine aus dem Bett kämpfen musstest. Hast du das denn den anderen Schwestern erzählt? Und was haben diese dazu gesagt?
Ich kenne es nur so, dass die Schwestern eigentlich normal recht hilfsbereit sind und das ja auch sein müssen. Diese Schwester scheint ja wohl den falschen Beruf ergriffen zu haben. Aber oftmals sind sie auch gestresst, weil dort auch Personalmangel herrscht. Aber dennoch ist es natürlich nicht richtig. Es ist eben auch die Frage, ob du überhaupt ein frisch gemachtes Bett bekommen hättest, wenn du eben einfach ins Bett gemacht hättest. Ich finde, dass man dir wenigstens beim ersten aufstehen hätte helfen sollen.
Deine geschilderte Situation ist für mich ein absolutes Unding. Sie hätte Dir ganz klar helfen müssen, denn erstens bist du frisch operiert worden und zweitens bist du faktisch eben ein Patient, völlig, egal wie schlimm für die Oberschwester deine Operation in ihrem eigenen Empfinden gewesen sein muss. Jedoch schilderst du es so als hättest du alleine eben einfach keine Chance gehabt und das ist für mich echt ein No-Go als Oberschwester. Jedoch muss ich Dir leider sagen, dass dies nicht die Seltenheit ist und auch nicht bleiben wird.
Viele Krankenhäuser haben solche arroganten Schwestern, die einem nach einer OP nicht helfen können oder gar wollen. Ich würde mich in jedem Falle beschweren, denn so geht es nun ein Mal nicht. Ihr Job ist es dem Patienten alles so einfach wie nur irgendwie möglich zu machen, und wenn sie das nicht wollen, dann haben sie ihren Beruf aber Mal um Welten verwechselt. Daher würde ich auch Dir raten dich zu beschweren. Es ist zwar richtig, dass du dadurch sicherlich nicht mehr erwarten könntest und wirklich Ärger gibt es auch nicht für die Schwester. Doch wenn noch mehr auf die Dauer kommen, dann kann es für die Schwester schon zu einem Problem werden, sodass du in jedem Falle etwas sagen solltest.
Nein, es darf nicht sein, dass ein Pfleger oder eine Pflegerin die Hilfe ablehnt. Wenn es sich um etwas banales gehandelt hätte, wäre es das eine gewesen, aber wenn man sich in einer besonderen Situation befindet, ist es so, dass gerade dafür auch die Schwestern und Pfleger da sind. Ich kenne es selbst auch so, dass man mir damals eingebläut hatte, unbedingt jemanden zu rufen, wenn ich selbst aufstehen oder auf Toilette muss. Lieber sollte ich einmal zu viel als einmal zu wenig rufen, es kam also vom Pflegepersonal selbst, dass ich mich melden sollte, aber ich bin da selbst etwas zurückhaltend und versuche es lieber alleine. Das Angebot gab es aber definitiv.
Man kann einen frisch operierten Menschen doch nicht einfach seinem Schicksal überlassen, und ich denke, so etwas kann ruhig dazu führen, eine Beschwerde über diese Schwester vorzubringen. Pflegepersonal dient doch dazu, die Personen zu versorgen und ihnen Hilfestellung zu geben, ich finde es unmöglich, dass man Dir diese Hilfe versagt hat und dagegen solltest Du Dich auch wehren.
Ich finde das eine Riesensauerei. Es ist ja gut, dass man möglichst schnell versucht, auf die Beine zu kommen, aber doch nicht so. Sie hätte dich stützen müssen, es ist gar nicht so unwahrscheinlich, dass du direkt nach einer Operation in Ohnmacht fällst. Diese Frau hat den falschen Beruf ergriffen und man sollte sich beschweren, es ist nur die Frage, wo. Im Krankenhaus ist man Allem so hilflos ausgeliefert. Jedenfalls wünsche ich dir gute Regeneration.
Ich habe so etwas noch nie erlebt, bin aber bis jetzt nur zu den Geburten im Krankenhaus gewesen. Vielleicht sind die Schwestern da freundlicher.
Ich kann mich über die anderen Schwestern nicht beklagen, da sie alle ihr Bestes für die Patienten taten. Es war eben nur diese eine. Diese Schwester blieb ja im Zimmer und beobachtete mich. Sicherlich hat sie Gefallen daran gefunden, wie ich es nach langen Minuten endlich geschafft hatte. Das Bett zu verlassen. Sie hat dann zum Schluss noch etwas gesagt, was ich nicht mehr weiß. Wenn sie die nächsten Tage ins Zimmer kam, habe ich weder die Tageszeit erwidert, noch ihr Antwort gegeben.
Normalerweise sage ich sofort demjenigen, was ich von ihm halte, aber dazu war ich nicht in der Lage an dem Tag. Aber mich hintenherum über jemanden beschweren, das mache ich nicht gerne. Obwohl es wirklich eine große Gemeinheit war, hätte ich mich sofort beschweren müssen, aber das ging da einfach nicht, weil ich erst wieder für stabile Nerven sorgen musste.
Als dann abends die Nachtschwester kam, begrüßte sie mich freundlich und schärfte mir ein, ja zu schellen, wenn ich aufstehen müsste oder irgendetwas brauchen sollte. Ich habe ihr dann gesagt, wie ich behandelt worden bin und dass ich nicht schellen würde. Sie sagte mir, dass die Schwester für ihre unerbittliche Härte bekannt und keinesfalls geliebt würde. Ich danke euch allen für eure mitfühlenden Worte.
Weißt du denn, wie die Anweisung vom Arzt war, wie die Schwester in dem Fall zu handeln hat? Sie war im Zimmer und hätte schließlich jeder Zeit reagieren können. Sich jetzt über die Bösartigkeit der Schwester aufzuregen ist das Eine. Aber man sollte dabei eben auch wissen, was vom behandelnden Arzt her angewiesen wurde.
Daher würde ich jetzt die Schwester allein auf Grund deiner Beschreibung der Situation nicht verurteilen. Da eben jede Sache auch zwei Seiten hat. Und du hättest spätestens bei der Visite die Angelegen zu Sprache bringen müssen. Denn wenn das Verhalten der Schwester wirklich falsch war, dann kann auch nur etwas unternommen werden, wenn die Patienten etwas sagen.
Hast du eine Ahnung wie viel Schwestern und Pfleger im Krankenhaus zu tun haben? Die Ärzte sind gnadenlos überfordert, weshalb die Schwestern einen Großteil der Arbeit der Ärzte übernehmen müssen, obwohl generell zu wenig Schwestern eingeteilt sind. Es wird eben gespart wo es nur geht. Ich habe lange Zeit in einem Krankenhaus gearbeitet und kenne die Situation.
Ich kenne zwar die Einzelheiten nicht, aber aufgrund deiner Beschreibung würde ich nicht wie andere in diesem Thread gleich von einer "riesen Sauerei" reden und, dass das ein unmögliches Verhalten sei. Es ist lächerlich wie sich manch ein Patient anstellt. Du dramatisierst hier das Erlebte, um auch ja Recht zu bekommen. Nach einer Bauch-OP bist du nicht eingeschränkt und solltest so schnell wie möglich wieder mobil werden. Durch Streicheleinheiten passiert das nicht und, wenn man einige Jahre Pflegerin oder Schwester war, bekommt man ein ganz gutes Gefühl dafür, was angebracht ist und was nicht.
Sie hat dir die Hilfe auch nicht verweigert, sie hat lediglich gesagt, dass du das alleine schaffen müssest. Hättest du es wirklich nicht geschafft und das auch nach einem gescheiterten Versuch so zum Ausdruck gebracht, hätte sie mit Sicherheit nachgeholfen. Oft kommt diese Anweisung übrigens auch von oben, sei es der Arzt, Oberarzt oder die Leitung des gesamten Krankenhauses. Ich habe Häuser erlebt, in denen strikt gesagt wurde, bei OP Soundso wird eine selbstständige Mobilisation vorausgesetzt.
Du solltest dich nicht so sehr bemitleiden, sondern auch mal die Perspektive der Schwester beachten. Wenn sie jedem kleinem "Mimimi" aller Patienten nachkommen würde, könnte sie es vollkommen vergessen, ihr Pensum zu schaffen. Dass du Schmerzen hast nach einer Operation ist normal und dagegen kann sie nichts machen. Ich empfinde es ehrlich gesagt eher als ein Unding von dir, dich jetzt so sehr darüber aufzuregen.
Ich finde eher, dass es ein Unding ist, sich über Menschen auszulassen, die Schmerzen haben und sich von den Menschen im Stich gelassen fühlen, deren Aufgabe es eigentlich wäre, ihnen zu helfen. Natürlich haben die Krankenschwestern und das Pflegepersonal viel zu tun - das streitet doch keiner ab. Aber es muss doch möglich sein, sich drei Minuten Zeit für einen frisch Operierten zu nehmen, um ihm auf die Toiletten zu bringen. Die Krankenschwester hätte auch eine Bettpfanne holen können, vor allem da sie eh schon anscheinend im Zimmer war. Aber vielleicht versteht das ein Mensch nicht, der nicht selber in so einer Situation war.
Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich an Cids Stelle beschwert hätte. Es geht hier schließlich nicht um lächerliche "Mimimis", sondern darum, normal auf die Toilette gehen zu können. Wie entwürdigend wäre es bitte, wenn man wirklich nicht alleine aufstehen könnte und deshalb gezwungen wäre, ins Bett zu machen? Das lässt sich doch nicht mit der Menschenwürde vereinbaren. Übrigens hätte die Schwester so noch mehr Arbeit, also war es eigentlich ziemlich dumm von ihr, nicht zu helfen.
Ich bin auch schon oft operiert worden. Zwar waren es Gott sei Dank nie Operationen am Bauch, allerdings am Bein. Als ich dann am Abend nach der Operation auf die Toilette musste, habe ich auch die Schwester geholt, weil ich alleine nicht aufstehen konnte. Sie hat mich wirklich den ganzen Weg gestürzt und das war für sie wahrscheinlich auch alles andere als leicht. Ohne sie hätte ich vermutlich nicht aufstehen können, von daher bin ich ihr schon sehr dankbar - vor allem, wenn ich solche Geschichte hier lese.
Einige Patienten stellen sich natürlich auch tierisch an. Das habe ich während meiner Arbeit im Krankenhaus auch feststellen dürfen. Wenn jemand mobil und fit ist, dann sollte er mit kleinen Hilfestellungen auch alleine aufstehen können. Aber als Frisch-Operierter und wahrscheinlich noch die Erst-Mobilation nach der Operation, die hat bei uns nie ohne pflegerische Unterstützung stattgefunden.
Der Kranke ist frisch aus der Narkose erwacht und noch recht wackelig auf den Beinen. Die erste Mobilation nach der Operation hat bei uns prinzipiell mit zwei Pflegern stattgefunden. Dazu wurde bei uns im Haus damals zuerst der Patient an den Bettrand gesetzt und dann wurde einen Moment gewartet und nachgefragt, ob Schwindel oder Kreislaufprobleme vorhanden sind, was nach einer Operation gar nicht so selten vorkommt. Erst danach wurde der Patient langsam zwischen uns zur Toilette oder durch das Zimmer geführt.
Gerade für einen Frisch-Operierten, egal welchen Alters, sollte das Personal Zeit haben. Aber vielleicht hat die Oberschwester es während ihrer Ausbildung anders gelernt und es reichte damals aus, wenn sich eine Schwester im Zimmer aufgehalten hat. Das kann ich jedoch nicht beurteilen. Dass Pfleger viel zu tun haben, liegt jedoch an der Krankenhauspolitik in Deutschland. Ich habe im Ausland gearbeitet und hier war es normal, dass an jedem Tag fünf bis sechs Pfleger plus Pflegeschüler auf der Station waren. In der Nacht waren es nur vier.
Benutzer7, ich denke, dass Cid hier nicht dramatisiert. Die erste Mobilisation nach einer Operation ist prinzipiell ein kritisches Pflaster. Man ist von der Narkose geschwächt und die chronische Bronchitis erleichtert die Mobilisation auch nur bedingt. Deswegen hätte die Schwester zumindest ein Mindestmaß an Unterstützung geben können, anstatt es einfach nur so abzuhandeln. Auch empfindet jeder Mensch Schmerzen anders. Nach meiner Operation konnte ich am nächsten Tag relativ gut alleine aufstehen, ich kenne aber auch den Fall, dass jemand drei bis vier Tage nicht aufstehen konnte, weil ihm die Schmerzen zu stark waren.
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