Zu wenig schwul - Asylantrag abgelehnt?

vom 16.08.2018, 14:28 Uhr

In Österreich gab es vor Kurzem einen Fall, der sogar die deutschen und auch die schweizer Medien erreicht hatte. Demnach hatte ein junger 18-jähriger Afghane einen Asylantrag gestellt, weil er angeblich schwul wäre und deshalb in seinem Heimatland verfolgt werde. Einen Artikel gibt es hier nachzulesen.

Es scheiden sich hier mittlerweile die Geister und Österreich steht mittlerweile als Lachnummer wegen diesem besagten Fall da. Könnt ihr das Urteil der Beamten nachvollziehen oder findet ihr ebenfalls, dass der Grund "schwul" zu sein für einen Asylantrag nicht ausreicht und er deshalb abgelehnt wurde?

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» nordseekrabbe » Beiträge: 8457 » Talkpoints: 12,55 » Auszeichnung für 8000 Beiträge



Unabhängig davon, dass ich finde, dass es ein Unding ist, dass dieser Antrag abgelehnt wurde, finde ich es doch bedenklich, dass Leute nur anhand des Äußeren beurteilen wollen, ob jemand schwul ist oder nicht. Nur, weil ein Mann ein pinkes Oberteil trägt, heißt es doch nicht gleich, dass er Männer liebt. Nur, weil jemand sehr freundlich und interessiert an Mode ist, heißt es nicht gleich, dass er nicht auch Frauen mögen kann. So was kann man nicht am Äußeren fest machen, das Äußere entscheidet nicht über die Sexualität eines Menschen.

» Hufeisen » Beiträge: 4664 » Talkpoints: 2,10 » Auszeichnung für 4000 Beiträge


Ich sehe das ebenfalls ähnlich und finde es einen Wahnsinn, dass man sich überhaupt über seine Sexualität outen muss. Es geht doch eigentlich niemanden etwas an, welche sexuelle Vorlieben ich habe, weil es eine Privatsache ist, oder? Fakt ist, dass sich im Nachhinein heraus gestellt hat, dass es sich bei dem Bearbeiter generell um einen Menschen handelt, der Asylanten nicht mag und bewusst die Anträge immer abweist.

Aber natürlich kann es auch sein, dass das ganze von den Medien wieder aufgebauscht wurde. Es ist wirklich eine große Blamage, wie ich finde. Die Begründungen sind wirklich sehr fadenscheinig. Und auch wenn Österreich wirklich nicht alle Flüchtlinge aufnehmen kann, aber ich wäre an der Stelle auch gerichtlich weiter gegangen, hätte ich so einen negativen Bescheid bekommen.

Bei uns gab es hier Beiträge und die Kommentarfunktion musste deaktiviert werden, weil die Gemüter sich so erhitzt haben bei der Diskussion. Es sind genau so viele, die den Bescheid gut heißen, wie jene, die ihn total schrecklich finden.

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» nordseekrabbe » Beiträge: 8457 » Talkpoints: 12,55 » Auszeichnung für 8000 Beiträge



Vernünftige Entscheidung! Wenn Zweifel an der Geschichte bestehen kann der Sachbearbeiter diese natürlich auch anzweifeln, ansonsten könnten wir die Prüfung auch ganz sein lassen und jeden Asylantrag per se genehmigen.

Nur weil man behauptet schwul zu sein und diese Masche dürfte mittlerweile in entsprechenden Kreisen bekannt sein, gibt es keinen Freifahrtschein. Natürlich kann man gegen diese Entscheidung auch zur Wehr setzen.

» RavenThunder » Beiträge: 1228 » Talkpoints: 61,82 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Homosexualität ist in Afghanistan durchaus ein Problem. Zumindest was mir so Asylwerber und Asylwerberinnen erzählten. Eine Verfolgung ist durchaus möglich. Jedoch auch in Ländern wie den Sudan ist dies ein problematisches Thema. Ich bin sicher das Bundesfremdenamt für Asyl (BFA) hat dies geprüft. Ich kenne einen Fall, da wurde eine Sudanesen mit positiven Aufenthaltsrecht unabhängig zu ihrem Fall nachträglich nach der Lage in ihrem Land befragt.

Hier wurden auch Fragen gestellt, wie es mit der Homosexualität in ihrem Land aussieht? Werden diese Menschen verfolgt etc.? Ich denke dies wurde auch für Afghanistan geprüft. Problematisch ist nun wie glaubhaft der Asylwerber bei der Befragung des BFA seine Homosexualität dargestellt hat. Außerdem spielen hier sicher noch andere Entscheidungen mit und die Medien haben sich nur einen Aspekt herausgesucht. Beispielsweise könnte er schon in einem relativ sicheren Land gewesen sein und erst nachträglich nach Österreich gekommen sein und vieles mehr. Ich frage mich nur, wie jemand als homosexuell sein muss? Ist nicht allein dieses Klischeedenken ein wenig antiquiert, wenn nicht sogar diskriminierend.

Ich möchte nicht Richterin im Bundesfremdenamt für Asyl sein und über den Aufenthaltstitel Entscheidungen fällen müssen. Ich stelle mir das als sehr schwer vor. Da man Beweise aus den Ursprungsländern nur mühsam nachprüfen kann.

Trotz all meinem Verständnis für diese herausfordernde Rolle, kann ich dennoch manchmal die Entscheidungen auch nicht nachvollziehen. Ich kenne wirklich gut integrierte Leute die einen negativen Bescheid bekommen haben, trotz glaubhaften Fluchtgründen. Hier verstehe ich nicht warum sie nicht zumindest einen subsidiären Schutz erhielten. Anderen Familien welche während der Wartezeit des Verfahrens nichts getan haben, um in ihren Gastland anzukommen bekamen einen positiven Bescheid. Die zahlreichen Integrationsangebote wurden hier einfach nicht angenommen. Ich finde Integration sollte definitiv berücksichtigt werden.

» TinaPe » Beiträge: 85 » Talkpoints: 30,46 »


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