Wer hat den Durchblick bei Zusatzstoffen in Lebensmitteln?

vom 21.06.2021, 15:15 Uhr

Gerade bei Lebensmitteln gibt es unendliche Zusatzstoffe, vor denen in gewissen Abständen immer mal wieder gewarnt wird. Aktuell mal wieder vor Farbstoffen, wie etwa E102, E104, E110 und noch eine ganze Latte mehr. Weiterhin warnt man vor Säuerungsmittel wie E385, Verdickungsmittel E425 und E512, bei dem es sogar zum Erbrechen kommen kann.

Von Süßstoffen mit den Bezeichnungen E999 oder E1520 solle man auch ganz vorsichtig sein und lieber die Finger davonlassen. Solche Warnhinweise finde ich ganz gut, aber die ganzen Zahlencodes, die kann sich doch kein Mensch merken. Habt ihr da den Durchblick bei den Zusatzstoffen der Lebensmittel und deren ganzen Kürzel? Achtet ihr überhaupt akribisch auf die gesamten Inhaltsstoffe beim Kauf von Lebensmitteln?

» baerbel » Beiträge: 1446 » Talkpoints: 524,63 » Auszeichnung für 1000 Beiträge



Nein, ich achte nicht penibel auf Zusatzstoffe und habe auch besseres zu tun, als jede E-Nummer auswendig zu lernen oder nach zu googeln. Ganz ehrlich: Wenn ich mir irgendeine quietschbunte Süßigkeit oder einen furchtbar künstlich schmeckenden Joghurt kaufe, dann ist mir sehr wohl klar, dass da nicht nur Natur pur drinstecken kann, und ich bin mir auch im Klaren darüber, dass ich nicht 90% meines Nahrungsmittelbedarfs mit solchen Lebensmitteln decken sollte, da das in Massen irgendwann nicht mehr gesund sein kann.

Entsprechend wohldosiert und in einen ausgewogenen Speiseplan integriert nehme ich solche verarbeiteten Produkte auch zu mir, und dann ist es mir irgendwo gleichgültig, welche E-Ziffern in Studien mit erhöhten Krebsrisiken in Verbindung gebracht werden. Schlussendlich kann man wahrscheinlich sowieso jedem Nahrungsbestandteil bei Konsum im Übermaß irgendwelche schädlichen Folgen anhängen. Davon lasse ich mich nicht irritieren und auch nicht von Sachen abbringen, die mir schmecken.

» MaximumEntropy » Beiträge: 8124 » Talkpoints: 898,67 » Auszeichnung für 8000 Beiträge


Da geht es mir ähnlich. Ich finde es schon irgendwo verlogen, wie schon erwähnt irgendwelche offensichtlich hoch verarbeiteten Lebens- oder Genussmittel zu kaufen und sich dann zu grämen, weil E-Sonstwas enthalten ist. Wenn keiner mehr grellbunte Bonbons kaufen würde und sich seinen Naturjoghurt mit frischen Früchten komplett selbst herstellen würde, würde sich das Angebot sicher sehr schnell anpassen.

Aber die Unternehmen, die uns das Zeug andrehen wollen, hauen die Zusatzstoffe ja auch nicht aus Böswilligkeit rein, sondern weil sich die Produkte so besser lagern und transportieren lassen, länger appetitlich wirken und auch besser aussehen. Gekauft werden sie trotzdem. Wer würde schon graues und unansehnliches Essen kaufen, wenn man es mit ein bisschen diesem und jenem aus dem Chemiebaukasten richtig lecker aussehen lassen kann?

Ich rede mir in dieser Hinsicht also nicht viel ein und versuche einfach, nicht nur Fertigfutter in mich hineinzustopfen. Schließlich zwingt mich keiner, E-Sonstwas in meinem Essen zu dulden und ich habe immer noch die Wahl, Lebensmittel mit einer zu langen Zutatenliste einfach nicht zu kaufen. Dann gibt es eben keine "leckeren Kaudragees" mit Fruchtaroma und sechs unterschiedlichen Farbstoffen.

» Gerbera » Beiträge: 9805 » Talkpoints: 2,27 » Auszeichnung für 9000 Beiträge



Man kann ja eigentlich kaum noch etwas ohne Zusatzstoffe kaufen und daher sind das oftmals lange Listen, die man dann durcharbeiten müsste und bei denen man dann nachlesen muss, was gut ist, was nicht gut ist und so weiter. Ich denke nicht, dass das viele Menschen machen und ehrlich gesagt interessiert es mich auch nicht. Die Wahrscheinlichkeit das man aufgrund der Ernährung irgendwann Krebs bekommt und da ist es doch auch egal, ob man irgendwelche E Stoffe in der Nahrung hat oder Verseuchungen aus dem Boden oder der Erde.

Daher lese ich mir das schon gar nicht mehr durch. Wenn mir etwas schmeckt, dann kaufe ich es und was das dann für Zusatzstoffe hat ist mir recht egal. Ich versuche viele Sachen selber zu machen, aber das gelingt einem ja auch nicht bei allen Dingen und so finde ich es okay, wenn man sich da nicht so damit auseinandersetzt. Ich will das auch gar nicht wissen, was ich mir da so antue.

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» Ramones » Beiträge: 45458 » Talkpoints: 69,88 » Auszeichnung für 45000 Beiträge



Ramones hat geschrieben:Man kann ja eigentlich kaum noch etwas ohne Zusatzstoffe kaufen

Komisch, bei mir funktioniert das ziemlich problemlos. Ich kaufe kaum hoch verarbeitete Lebensmittel und viele der verarbeiteten Lebensmittel kommen tatsächlich ohne Zusatzstoffe aus bzw. die Liste ist dann sehr überschaubar. Außerdem gibt es bei den verarbeiteten Lebensmitteln auch verschiedene Optionen. Ich bin zum Beispiel vor einiger Zeit auf Hafermilch umgestiegen und da gibt es Produkte mit Verdickungsmitteln, Aromen und so weiter und welche, da ist nichts drin außer Hafer, Wasser und einer Priese Salz.

Und wenn ich mal irgendein hoch verarbeitetes Produkt kaufe dann mache ich mir über Zusatzstoffe keine Gedanken. Genau wie ich mir über die Kalorien von einem Donut keine Gedanken mache wenn ich mir alle paar Monate mal einen kaufe. Im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung ist das völlig in Ordnung und völlig unproblematisch.

Tatsächlich gibt es ein paar E-Nummer, die ich vermeiden sollte, weil ich darauf allergisch reagiere. Aber das ist seit vielen Jahren kein Problem mehr weil diese Farbstoffe in der EU für Lebensmittel nicht mehr zugelassen sind. Ich habe auch noch nie im Urlaub Probleme gehabt.

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» Cloudy24 » Beiträge: 26239 » Talkpoints: 154,85 » Auszeichnung für 26000 Beiträge


Ich kann meinen Vorschreiberinnen nur beipflichten: Wenn ich ein hochverarbeitetes Produkt wie z.B. fertige, abgepackte Backwaren oder quietschbunte Süßigkeiten kaufe, dann weiß ich einfach, dass da ungesunde Zusatzstoffe drin sind, die gewisse Risiken haben. Da brauch ich nicht noch die Liste auswendig gelernt haben und wissen, welche Chemikalie sich hinter welcher Nummer verbirgt und welches Risiko damit verbunden ist.

Zusatzstoffe vertragen mein Freund und ich generell nicht besonders gut. Insofern versuchen wir sie wenn möglich zu vermeiden. Aber wir können und wollen nicht auf alles verzichten. Ich habe dann nur ein paar Dinge im Kopf wie etwa Titandioxid, worauf mein Freund ganz extrem reagiert und was er auf keinen Fall bekommen sollte, und ich selbst reagiere extrem auf jede Form von Süßstoffen wie Aspartam oder Acesulfam.

Insofern lese ich mir immer mal wieder die Zutatenlisten durch und bin vor allem darüber verwundert, unter wie vielen verschiedenen Namen die Industrie doch Zucker verstecken kann, damit niemand mitbekommt, wie viel Industriezucker doch tatsächlich im Produkt steckt. Dann schüttle ich oft innerlich den Kopf und denke, wir Verbraucher wollen eben betrogen werden. Würden wir unser Kaufverhalten endlich mal ändern müssten auch die Hersteller sich darauf einstellen.

» SonjaB » Beiträge: 2223 » Talkpoints: 41,33 » Auszeichnung für 2000 Beiträge


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