Wart ihr lange von euren Eltern abhängig?
Da ich mit meiner ganzen Familie sehr oft umgezogen bin, wir viel im Ausland waren und dies nicht nur Vorteile hatte, mache ich noch mein Abitur nach und werde ab dem nächsten Jahr studieren. Dies ist mit 20 Jahren natürlich nicht sehr spät, aber ich werde dadurch noch eine Zeit lang von meinen Eltern abhängig sein.
Klar, ich werde mir einen Job suchen und mein eigenes Geld verdienen, aber dieses Geld soll auch meine Eltern unterstützen. Ich mag das einfach nicht, meinen Eltern so sehr auf der Tasche zu sitzen. Sei es wegen Studienkosten oder auch wenn ich mal feiern gehe. Dann möchte ich lieber mein eigenes Geld dafür ausgeben und verdienen, damit ich mir auch etwas ersparen kann. Mein Vater möchte dies aber nicht wirklich und da ich in seinem Haus wohne, kann ich da nicht wirklich etwas gegen tun, selbst wenn ich bald einen Aushilfsjob anfangen werde, wird mein Vater die Hälfte des Geldes bekommen.
Wie lange wart ihr so von euren Eltern abhängig und habt ihr das gut gefunden oder habt ihr euch daran gestört? Was genau waren eure Lösungen oder war euch das relativ egal? Ich möchte nebenbei natürlich betonen, dass ich meinen Eltern sehr dankbar bin, ohne sie wäre das gar nicht machbar.
Ich bin mit 20 damals zum studieren ausgezogen, weil meine Uni 180km von zu Hause weg war. Dennoch war ich teilweise von den Eltern noch abhängig. Ich habe zwar Bafög eine Zeit lang bekommen, aber trotzdem habe ich das Geld für die Studiengebühren (damals knapp 1000€ pro Jahr ohne Semesterbeitrag für Ticket etc.) nur schwer zusammen bekommen, auch wenn ich mich nicht als besonders verschwenderisch oder so bezeichnen würde.
Nachdem das Bafög ausgelaufen war, wurde ich dann noch ein Stück weit abhängiger. Meine Eltern haben allerdings die Angewohnheit, nach dem Leistungsprinzip zu erziehen, wobei die Leistung in diesem Fall nicht die Noten in der Uni betreffen, sondern das Verhalten im Allgemeinen. Ich bekam also nur Geld, wenn ich wie eine Marionette das gemacht habe, was sie wollten.
Als ich dann einmal den entscheidenden "Fehler" gemacht habe, mit dem falschen Jungen nach Hause zu kommen um ihn als meinen Partner vorzustellen, wurde ich aus dem Haus geworfen und der Geldhahn wurde mir zugedreht.
Seitdem halte ich mich mit zwei Jobs über Wasser und kann mich erst seitdem wirklich als unabhängig und frei bezeichnen. Ich persönlich finde es aber auch etwas spät, sich erst mit 23 erst endgültig abnabeln zu können, aber besser spät als nie.
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