Wann ist eine qualitative Studie repräsentativ?
Es gibt qualitative und quantitative Studien, die durchaus unterschiedliche Ansätze verfolgen. Bei der quantitativen Studie zählen eher die Fakten. Da werden in der Regel sehr viele Studienteilnehmer hinzugezogen und analysiert und miteinander verglichen. Da man sich auch nur auf bestimmte Fakten beschränkt (das kann die Sportdauer sein, Gewicht, Größe, Ernährungsweise etc. in Relation zu bestimmten gesundheitlichen Problemen).
Bei qualitativen Studien sind die Fallzahlen deutlich geringer, die Erhebungsmethode ist meistens das Interview und die subjektive Sicht des Individuums. Ein Beispiel für eine qualitative Studie könnte zum Beispiel sein, ob eine bestimmte Anzahl von Müttern es bereut, Kinder in ihrem Leben bekommen zu haben und in dem Interview wird dann in aller Ausführlichkeit auf diese Fragestellung eingegangen.
Quantitative Studien haben eher den Ruf, repräsentativ zu sein. Je nachdem wie viele zigtausend oder Millionen Probanden man in die Studie einbezogen hat, ist diese Sichtweise durchaus verständlich. Bei einer qualitativen Studie, wo vielleicht nur 20 Menschen interviewt worden sind, fällt es aber schwer, die Gründe und Sichtweise dieser 20 Menschen auf die ganze Menschheit zu beziehen. Wann ist für euch eine qualitative Studie repräsentativ? Ist das in euren Augen überhaupt möglich?
Ich denke, dass qualitative Studien generell nicht repräsentativ sind. Denn man wertet die meines Wissens nach statistisch nicht aus und wenn ich beurteile, ob etwas repräsentativ ist oder nicht, da muss ich es statistisch auswerten, um zu schauen, ob es signifikant wird. Bei quantitativen Studien muss man gar nicht tausende von Teilnehmern haben. Auch wenn du nur 200 untersuchst kann das repräsentativ sein, wenn du in der statistischen Testung signifikante Ergebnisse erhältst. Zudem wird dann ja beurteilt, ob man meinetwegen Selektionseffekte oder so hatte. Also es hat mir der Auswahl und der statistischen Methode zu tun.
Qualitative Studien dienen eher dazu, um Ideen zu generieren oder ein Phänomen zu erkunden, aber nicht, um statistische Aussagen zu machen und daher würde ich auch sagen, dass qualitative Studien eigentlich generell nicht so repräsentativ sind. Repräsentativität ist aber auch keine Dichotomie, wie man sagen kann - repräsentativ oder nicht, sondern eine Studie ist immer mehr oder weniger repräsentativ, nie vollständig, weil es immer irgendwelche Einschränkungen gibt.
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