"Waldsteuer": Soll man für den Wald Eintritt zahlen?

vom 09.04.2018, 21:54 Uhr

In der Schweiz wurde vor einiger Zeit diskutiert, ob Biker, Reiter und Wanderer eine Waldsteuer bezahlen müssen, um den Wald benutzen zu können? Denn letzten Endes kostet die Pflege des Waldes, die Förster, die Erhaltung der Wege, das Abholzen und Pflanzen von Bäumen, die Reinigung von Müll sowie die Beschilderung, Jägerstände Überwachungen gegen Holzdiebstahl und Wilderei viel Geld, welches der Staat und die privaten Waldeigentümer aufbringen müssen. Wie denkt ihr darüber? Wäre das sinnvoll? Und etwas für das Wahlprogramm mancher Partei?

» ANDi27 » Beiträge: 293 » Talkpoints: 0,10 » Auszeichnung für 100 Beiträge



So langsam frage ich mich schon, ob noch irgendetwas ohne Steuer ohne Bezahlung auskommt. Was will man denn machen, wenn man kein Geld hat um seine Kinder zu beschäftigen? Alles ist doch sehr teuer und bisher war dann immer die Natur, die man für sich nutzen konnte. Ich finde es falsch, wenn man hier auch noch Geld einnimmt. Gewisse Dinge müssen kostenlos bleiben und für die Menschen ist es ja auch gesund sich in der Natur zu bewegen, das muss man fördern und nicht noch Grenzen setzten.

Man sollte eher aufklären, über Kosten sprechen und vielleicht auch Säuberungsaktionen mit den Leuten vor Ort und den Schulen durchführen, damit eben weniger bis kein Müll mehr umher liegt. Die Leute werden den Dreck ja nicht gerne wegmachen und so vielleicht lernen. Ich bin also eher dafür, dass man die Leute dazu bringt den Wald sauber zu halten. Das ist dann gleichzeitig Bewegung draußen und die tut gut.

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» Ramones » Beiträge: 36304 » Talkpoints: 33,17 » Auszeichnung für 36000 Beiträge


Die Lust an aktiver körperlicher Betätigung und an Freizeitgestaltung, die die Natur und das Wandern darin involviert, nimmt in den letzten Jahrzehnten angesichts des Überangebots an elektronischen Medien und Beschäftigungsmöglichkeiten in den eigenen vier Wänden und in der virtuellen Welt mehr und mehr ab. Wenn man jetzt noch anfängt, Steuern auf die Benutzung von Wäldern zu erheben, wird man auch noch die wenigen Menschen damit vergraulen, die sich ab und zu noch dazu aufraffen, an der frischen Luft spazieren zu gehen und etwas für ihre Gesundheit zu tun.

Gerade bei Familien mit Kindern sehe ich eine Waldsteuer daher als sehr kritisch an, denn ich höre nicht selten, dass als Argument gegen Vereinsmitgliedschaften, Sportkurse und Co der finanzielle Aspekt stets vorgeschoben wird, weil es nun mal günstiger ist, den Nachwuchs nach der Schule für zwei bis drei Stunden vor dem TV zu parken. Wenn nun auch noch die Option weg fällt, quasi kostenlos mal in den nahe gelegenen Wald oder an einen See zu fahren, um dort herumzutollen, dann sehe ich schwarz für die Lebenseinstellung der zukünftigen Generation.

Immerhin lernen Kinder ganz extrem am Modell, was die Beschäftigung in der Freizeit angeht. Was die Eltern also nicht vermitteln oder nicht bereit sind, zu bezahlen, das wird das Töchterchen oder der Sohnemann auch kaum einfordern. Die Konsequenz wäre eine noch viel stärkere Abhängigkeit von Medien und Technik, als wir sie jetzt schon haben, und eine immer weitere Distanzierung von der Natur und von gesunden Freizeitaktivitäten.

» MaximumEntropy » Beiträge: 5026 » Talkpoints: 853,88 » Auszeichnung für 5000 Beiträge



Ich würde das ehrlich gesagt von den Besitzverhältnissen abhängig machen. Wenn der Wald staatliches Eigentum ist, sollte er kostenlos bleiben. Denn es werden so schon genug Steuern gezahlt und da kann der Staat ruhig selbst mehr investieren. Wenn der Wald in Privatbesitz ist, dann kann der Eigentümer damit ja machen was er möchte. Die wenigsten werden Wald betreten, der einem Privatbesitzer gehört, aber wenn der dann Eintritt verlangen möchte, dann ist das was anderes. Nur dann wird da eben kaum noch jemand hingehen.

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» Täubchen » Beiträge: 25922 » Talkpoints: -0,37 » Auszeichnung für 25000 Beiträge



Ich muss auch sagen, dass ich davon nicht viel halte. Sicher ist es einiges an Arbeit, was in einem Wald anfällt und die erledigt werden muss. Aber wenn man eine Art Eintritt für den Wald verlangt, dann werden weniger Menschen darin spazieren gehen und das nimmt doch auch einiges von der Lebensfreude der Menschen, könnte ich mir denken. Ich denke auch, dass das mit den anderen Steuern eigentlich abgeglichen sein müsste und die Bürger nicht noch mehr belastet werden sollten.

» Barbara Ann » Beiträge: 25283 » Talkpoints: 4,37 » Auszeichnung für 25000 Beiträge


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